Prof. Dr. med. Stephan Petrasch wechselt zum 1. Januar ans Marien-Hospital in Wesel. © Sana Kliniken Duisburg
Prof. Dr. Stephan Petrasch

Renommierter Krebsmediziner und Triathlet wechselt ans Marien-Hospital

Prof. Dr. Stephan Petrasch aus Schermbeck verstärkt ab 1. Januar das Team am Weseler Marien-Hospital. Der 66-Jährige dürfte der wohl fitteste Krebsmediziner Deutschlands sein.

Der Facharzt für Innere Medizin, Gastroenterologie, Hämatologie/Onkologie gilt als einer der renommiertesten Onkologen Deutschlands. 21 Jahre leitete der Schermbecker als Chefarzt die Onkologie/Hämatologie der Sana-Kliniken in Duisburg.

Prof. Dr. Stephan Petrasch ist 66 Jahre alt – die meisten Menschen ziehen sich in diesem Alter aus dem Erwerbsleben zurück. „Ich habe in Duisburg ein Jahr länger gemacht, als ich vom Rentenalter her gemusst hätte“, sagt Petrasch. Das habe sich in der Corona-Zeit angeboten, da ein Chefarzt-Wechsel für das Klinikum schwierig geworden wäre.

„Krebs wartet nicht“

Zu Beginn der Corona-Pandemie seien Operationen von Krebspatienten noch verschoben worden, sagt Petrasch. „Man hat aber schnell festgestellt: Krebs wartet nicht. Wenn man nicht behandelt, sterben Patienten daran.“ Auch die Nachbehandlung nach Operationen sei wichtig. Deshalb hätten die Onkologen weitergearbeitet, „als gäbe es kein Corona“. Was nicht bedeutet, dass nicht mit vielen Sicherheitsmaßnahmen darauf geachtet wurde, dass das behandelnde Personal sich nicht ansteckt.

Mittlerweile wurde eine Nachfolge für Petrasch in Duisburg gefunden. „Ich hatte großes Interesse, weiter aktiv zu sein“, sagt Petrasch, der am Marienhospital in Wesel eine Halbtagsstelle bekleiden wird. Am meisten freue er sich darauf, „wieder direkt mit Patienten zusammenarbeiten zu können, viele Arzt-Patienten-Beziehungen aufbauen zu können“. Das sei als Chefarzt nicht möglich gewesen: „Man ist wenig mit Patienten zusammen.“ Vor allem gastrointestinale Tumore, also solche in Magen, Leber und Darm, sind Petraschs wissenschaftlicher Schwerpunkt.

Neues Büro in Wesel

Ab Januar bezieht er ein Büro in der onkologischen Praxis des Medizinischen Versorgungszentrums (MVZ) im Haus der Gesundheit am Marien-Hospital. Patienten mit Tumoren des Bauchraums (Magen, Darm, Leber, Bauchspeicheldrüse) wird er vor allem behandeln. Sein Rat dürfte im Niederrheinischen Zentrum für Tumorerkrankungen (NZT) und in der Klinik für Innere Medizin II am Marien-Hospital unter Leitung von Prof. Dr. Henning Schulze-Bergkamen gefragt sein.

Beim Netzwerk des Tumorzentrums würden viele „Tumor-Konferenzen“ gehalten und konkrete Fälle von Patienten besprochen. „Virtuell schalten sich viele Experten dazu“, um optimale Behandlungsmethoden zu diskutieren, sagt Petrasch. Solche Video-Konferenzen, die im Corona-Jahr zum Alltag vieler anderer Berufstätiger wurden, seien auch im medizinischen Bereich „erheblich mehr geworden“, sagt Petrasch. „Die eine oder andere positive Seite hat Corona auch.“

„Ich liebe es, in Schermbeck zu wohnen“

Petrasch, dreifacher Vater und zweifacher Großvater, dürfte Sportinteressierten auch als Triathlet bekannt sein, der erfolgreich an vielen Wettbewerben teilgenommen hat. „Ich liebe es, in Schermbeck zu wohnen“, sagt der Arzt: Für sein Hobby sei der Ort mit vielen verkehrsarmen Straßen ideal. „Ich bin gerade vom Fahrrad abgestiegen“, sagt er am Telefon, im Anschluss wolle er noch einen Lauf starten.

Als Hobby-Triathlet konnte Stephan Petrasch schon einige Erfolge feiern.
Als Hobby-Triathlet konnte Stephan Petrasch schon einige Erfolge feiern. © privat © privat

Dass er nun kürzere Fahrtzeiten haben wird, freut Petrasch: „Die langen Fahrten auf der Autobahn waren so ein Lebenszeitverlust.“ Oft habe er bei viel Verkehr mehr als eine Stunde gebraucht, um zur Arbeit zu kommen. Angesichts seines Hobbys und der neuen Arbeitsstelle in Wesel stellt sich nun natürlich die Frage, ob er mit dem Rad oder in Laufschuhen pendelt? Oder durch den Kanal schwimmt? Petrasch lacht: „An die Möglichkeit habe ich noch nicht gedacht.“

Über den Autor
Redaktion Dorsten
Berthold Fehmer (Jahrgang 1974) stammt aus Kirchhellen (damals noch ohne Bottrop) und wohnt in Dorsten. Seit 2009 ist der dreifache Familienvater Redakteur in der Lokalredaktion Dorsten und dort vor allem mit Themen beschäftigt, die Schermbeck, Raesfeld und Erle bewegen.
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