Viel Schlamm, wenig Wasser. Das ist derzeit die Situation an den Mühlenteichen. Die Gemeinde überlegt nun, die Teiche ausbaggern zu lassen. © Berthold Fehmer
Mühlenteiche

Schermbecker Mühlenteiche: Ausbaggern könnte richtig teuer werden

Die Schermbecker Mühlenteiche sind schön anzuschauen. Doch der Schein trügt ein bisschen: Denn der Schlamm nimmt bald überhand. Das Ausbaggern könnte allerdings richtig teuer werden.

Die Schermbecker Mühlenteiche bieten den Bürgern Naherholungsmöglichkeiten. Allerdings nicht für die Nase. „Unheimlicher Gestank“ herrsche in den Sommermonaten, so Bürgermeister Mike Rexforth. Weil der Abstand vom Schlamm zur Wasseroberfläche bei Messungen teilweise nur noch 30 Zentimeter betragen habe. „Die tiefste Stelle war 1,20 Meter tief.“

„Wenn wir am Mühlenteich nichts machen, kippt der Teich um. Ich möchte das nicht erleben“, sagte Rainer Gardemann (CDU) am Dienstag im Rat. Er erinnerte sich daran, wie der Teich vor rund 50 Jahren zum letzten Mal ausgebaggert wurde: „Da war ich in der Grundschule.“

Konkret ging es am Dienstag darum, die Verwaltung zu beauftragen, zwei Förderanträge zu stellen. Einmal für das Ausbaggern der Mühlenteiche sowie für die Projektidee „Naschmeile Alte Sorten/Erlenwald/Nisthilfe für Störche (Am Hohe Mark Steig)“.

Alte Obstsorten am Hohe Mark Steig

Hinter diesem sperrigen Titel verbirgt sich der Plan, an der nördlichen Grenze des bebauten Ortskerns am Hohe Mark Steig alte Sorten von Obstgehölzen (etwa 55) zu pflanzen, eine Beschilderung zum Erlenwald (Naturschutzgebiet Lichtenhagen) und Bank- und Tischkombinationen aufzustellen sowie eine Nisthilfe für Störche zu errichten. Dieser Plan überzeugte sieben Ratsmitglieder, drei davon von den Grünen, nicht: Trotzdem sollen 36.700 Euro in den Entwurf des Haushaltsplans eingestellt werden.

Länger diskutiert wurde über den Mühlenteich. Die Kosten für ein Ausbaggern konnte Alexander Thomann nicht nennen, da die Schlammproben noch untersucht werden. Eine Entsorgung des Schlamms könnte 3 Euro pro Tonne kosten oder auch bis zu 50 Euro pro Tonne, je nachdem wie belastet der Schlamm ist.

Bis zu 2,3 Millionen Euro für Schlamm-Entsorgung

Zwischen 118.000 Euro und 2,3 Millionen Euro würde damit die Entsorgung kosten. An den schlimmsten Fall mag Rexforth nicht glauben, der von einer „normalen Schadstoffbelastung“ ausgeht. „Natürlich werden Sie das eine oder andere Fahrrad darin finden – da bin ich mir sicher.“

Fördermittel für das Ausbaggern könne man nur beantragen, wenn die Gemeinde Antragsteller sei. Doch die ist nicht Besitzerin der Teiche. „Wir sind in Gesprächen mit den Eigentümern“, so Rexforth. Man habe bereits kommuniziert, dass man den Eigenanteil aus Steuermitteln nur zahlen werde, „wenn wir eine mögliche Öffnung von gewissen Bereichen für die Allgemeinheit haben“.

Man werde den Verlauf kritisch begleiten, sagte Gardemann. „Wir behalten uns vor, diese Mittel zu streichen.“ Rexforth erinnerte daran, dass die Teiche aber auch nicht nur zur Naherholung eingesetzt werden sollen, sondern auch eine Rolle bei der Rückhaltung von Regenwassermengen und zur Reduzierung von Überschwemmungsgefahren spielen könnten. Bei einer Enthaltung wurde das Einreichen eines Förderantrags beschlossen.

Über den Autor
Redaktion Dorsten
Berthold Fehmer (Jahrgang 1974) stammt aus Kirchhellen (damals noch ohne Bottrop) und wohnt in Dorsten. Seit 2009 ist der dreifache Familienvater Redakteur in der Lokalredaktion Dorsten und dort vor allem mit Themen beschäftigt, die Schermbeck, Raesfeld und Erle bewegen.
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Berthold Fehmer

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