Schermbeckerinnen unterstützen „Dalit“-Frauen beim Aufbau eines Nähzentrums

Hilfsprojekt in Indien

Drei Schermbecker Frauen unterstützen derzeit den Aufbau eines indischen Nähprojektes. Die „Dalit“-Familien haben die Hilfe bitter nötig.

Schermbeck

, 08.11.2018, 10:10 Uhr / Lesedauer: 2 min
Zu Beginn ihres Aufenthaltes in Indien haben Edith Schulte-Huxel, Luna Stender und Barbara Stender auch die „St. Joseph`s Girls Telugu Medium High School“ besucht und den Schülerinnen Geschenke überreicht.

Zu Beginn ihres Aufenthaltes in Indien haben Edith Schulte-Huxel, Luna Stender und Barbara Stender auch die „St. Joseph`s Girls Telugu Medium High School“ besucht und den Schülerinnen Geschenke überreicht. © privat

Um ein vor mehreren Monaten beschlossenes Hilfsprojekt vor Ort zu unterstützen, haben Barbara Stender, ihre Tochter Luna und die Textil-Ingenieurin Edith Schulte-Huxel in der vergangenen Woche eine fast vierwöchige Reise nach Indien angetreten.

Nähzentrum

Mehrere Hilfsprojekte in Indien unterstützt die Ludgerusgemeinde. Während das Kirchbauprojekt im November 2018 mit der Einweihung der Kirche beendet wurde (wir berichteten) und die Unterstützung von Mädchen in der „St. Joseph`s Girls Telugu Medium High School“ und in der „St. Joseph`s English Medium High School“ schon seit längerer Zeit gewährt wird, nimmt ein drittes Projekt derzeit Gestalt an: Die Ausbildung junger Frauen in einem Nähzentrum.

„In Ponugodu und den umliegenden Dörfern im Süden Indiens leben hauptsächlich Familien der Kastenlosen, die sich selbst als Dalits bezeichnen“, berichtet Pastor Xavier Muppala über sein Heimatland. Die Kinder der Dalits haben ohne Bildung keine Chance auf ein besseres Lebens.

Das Kastensystem ist zwar offiziell abgeschafft, lebt aber in den Köpfen und Taten der Menschen weiter. „Dalit“ bedeutet in etwa „zerbrochen, zertreten“ – und so fühlen sich die Menschen auch. Dalit-Kinder müssen zum Lebensunterhalt beitragen, weil die Eltern die Familie kaum ernähren und kein Schulgeld bezahlen können.

17 Nähmaschinen

Mit der Förderung einer Nähschule möchten die Schermbecker zumindest einigen Dalit-Frauen eine Arbeit ermöglichen. Bereits beim Besuch im Herbst 2017 wurden zehn Nähmaschinen überreicht. Inzwischen gibt es im Nähzentrum 17 Nähmaschinen für die Produktion.

Die drei Schermbeckerinnen wollen den jungen Frauen nun Fähigkeiten im Nähen beibringen. Sie fuhren nicht mit leeren Händen. 110 Kilogramm Reisegepäck mit Stoffen, Füllmaterial, Scheren, Nadeln und all dem, was vor Ort schlecht zu bekommen ist, hatten sie dabei. In Indien eingetroffen ist auch Barbara Stenders Nähmaschine, mit deren Hilfe man Knopflöcher gestalten kann. Einige Näh-Produkte, die von einer Schermbecker Nähgruppe erstellt wurden, und die dazugehörigen Schnittmuster, sollen den indischen Frauen Anregungen geben.

Spenden gesammelt

Um auch den beiden Schulen Hilfsgüter übergeben zu können, hatte der Schermbecker Unternehmer Stefan Stender, langjähriger Indien-Unterstützer, zusätzlich 1000 Euro gespendet. Seine Freunde vom Düsseldorfer Sportwagenkreis „Sandsport“ sammelten spontan innerhalb von einem Tag weitere 3000 Euro.

Inzwischen haben sich die drei Schermbeckerinnen aus Indien gemeldet. Sie wurden am Flughafen herzlich von Verwandten Pastor Muppalas begrüßt. Sie haben die „St. Joseph`s Girls Telugu Medium High School“ besucht und Geschenke überreicht. Derzeit sind sie täglich in der Nähschule, um den Nähschülerinnen zu helfen.

Marktplatz der Hilfe

Deren Produkte sollen am 1. Dezember auf dem „Marktplatz der Hilfe“ im Umfeld der Ludgerus-Kirche ebenso vermarktet werden wie auf dem Adventsmarkt am Weseler Willibrordi-Dom im Dezember. Der Erlös fließt wieder ins indische Nähprojekt.

Wer das Nähprojekt unterstützen möchte, kann auf das Volksbank-Konto der Kirchengemeinde St. Ludgerus, IBAN: DE0640069363 0101005902, spenden und sollte dabei unbedigt das Stichwort „Nähprojekt“ angeben. Zum Anfang jedes Jahres erhalten Spender automatisch eine Spendenquittung über die Spenden des Vorjahres. Nähere Informationen erhält man von Pastor Muppala, Tel. (0151) 50 40 94 64 oder im Pfarrbüro, Tel. (02853) 42 91.
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