Schermbecks sprechende Ampel sagt auf Knopfdruck „Dankeschön, gleich wird‘s grün!“ © Petra Berkenbusch
Ampel

Schermbecks freundlichste Ampel spricht mit den Fußgängern

An den meisten Fußgängerampeln kündigen ein Brummen oder ein Warte-Signal das Grünlicht an. An der Mittelstraße in Schermbeck verkürzt die Stimme einer jungen Schermbeckerin die Wartezeit.

Dankeschön, gleich wird‘s grün!“ Wer in Schermbeck in der Höhe des Rheinisch-Westfälischen Hofes die Mittelstraße überqueren will und den Taster der Fußgängerampel drückt, wird von einer fröhlichen Kinderstimme auf das bevorstehende Grünlicht hingewiesen, das tatsächlich nach wenigen Sekunden erscheint.

Die Hoffnung, dass die freundliche Ansage bald an weiteren Schermbecker Ampeln ertönt, zerstreut ein Sprecher von Straßen.NRW, jener Behörde, die für die Mittelstraße zuständig ist: „Das war an dieser Stelle ein einmaliger Versuch des Herstellers des gelben Tastschalters.“

Dass das Versuchsobjekt des Garmisch-Partenkirchener Unternehmens ausgerechnet in Schermbeck landete, liegt an Key Account Manager Klaus Heier, der in Schermbeck wohnt.

Jeder kennt die gelben Taster an Fußgängerampeln

Er arbeitet bei Langmatz, einem Unternehmen, das sich unter anderem auf Anforderungsgeräte für Lichtzeichenanlagen spezialisiert hat, die das sichere Überqueren von Straßen gewährleisten sollen. Man kennt die Taster, die aufgrund ihrer Form, Größe und der gelben Signalfarbe bereits aus größerer Entfernung eindeutig identifiziert werden können.

Allerdings kennt man sie meist brummend oder vibrierend. Die sprechende Variante, wie sie in Schermbeck installiert wurde und die vor allem sehbehinderten Menschen und Kindern eine Hilfe sein soll, ist nicht so verbreitet. Die Stadt Marl hat an einigen Straßen „sprechende“ Ampeln von Langmatz installiert und damit sogar überregional Aufmerksamkeit erregt.

Die fröhliche Stimme kommt bei Kindern besonders gut an

Schermbeck ist indes die einzige Gemeinde, die sich rühmen kann, die Stimme einer eigenen Bürgerin erklingen zu lassen: Für die Testversion hat einst die Tochter von Klaus Heier den Satz „Dankeschön, gleich wird’s grün“ eingesprochen. Sie hat das so gut gemacht, dass Kinder in Schermbeck und anderswo bis heute immer wieder gern auf den Ampelknopf drücken. Während man sich in Schermbeck gern von Lynn Heier über die Straße begleiten lässt, arbeitet Straßen-NRW bereits an der „Ampel 4.0“.

Im Rahmen eines umfangreichen Digitalisierungsprogramms werden Lichtzeichenanlagen derzeit für die Zukunft gerüstet. Das Ziel sind optimierte und automatisierte Verkehrsflüsse, weniger Emissionen und eine umfassende Vernetzung aller Verkehrsteilnehmer. Künftig sollen Ampeln nicht nur mit Fußgängern, sondern miteinander über Glasfaser oder Mobilfunktechnik kommunizieren können.

Im Falle eine Unfalls auf der Autobahn zum Beispiel, könnten dann längere Grünphasen auf der Umleitungsstrecke bis zur nächsten Autobahn-Auffahrt eingerichtet werden.

Über die Autorin
Redaktion Dorsten
Geboren und geblieben im Pott, seit 1982 in verschiedenen Redaktionen des Medienhauses Lensing tätig. Interessiert an Menschen und allem, was sie anstellen, denken und sagen.
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Petra Berkenbusch

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