Schnatgang führte durch ein waldreiches Gebiet

Zwischen Schermbeck und Dorsten

SCHERMBECK In den Grenzbereich zwischen Schermbeck und Dorsten führte der jüngste Schnatgang, den der Schermbecker Heimat- und Geschichtsverein gemeinsam mit dem Ökumenischen Geschichtskreis Holsterhausen veranstaltete.

von Von Helmut Scheffler

, 28.10.2009, 14:52 Uhr / Lesedauer: 1 min
Mehrere Schnatgänger waren erforderlich, um eine der mächtigsten Eichen im Gemeindegebiet von Schermbeck mit ihren Armen umspannen zu können.

Mehrere Schnatgänger waren erforderlich, um eine der mächtigsten Eichen im Gemeindegebiet von Schermbeck mit ihren Armen umspannen zu können.

Von der Station am „Schwarzen Adler“ in Bricht ging es entlang der heutigen „Alten Poststraße“ in Bricht u.a. zur Station Buerbaum im Emmelkamp. Von dort fuhren die Kutschen weiter bis Tüshaus am Hambach. Danach folgten die Schnatgänger an der Nordseite der B 58 der Grenze zwischen Dorsten und Schermbeck. Jenseits der Grube, die bis in die 1980er-Jahre hinein von der Firma Hennewig ausgesandet wurde, besichtigten die Wanderer die so genannte „Brotmannsmühle“. Die Lehrerin Mechthild Werner-Weinekötter las einen im Jahre 1926 veröffentlichten Bericht über den Einsiedler vor.

Elf Jahre lang soll zu Beginn des 20. Jahrhunderts in einer Aushöhlung des Sandstein-Geländes ein Einsiedler gelebt haben. Der kleine Mann bot der Bevölkerung Besen aus Reisig an und half den Bauern der Umgebung bei der Arbeit. Wenn er nach einer Entlohnung befragt wurde, wünschte er stets Brot, uns so hieß er bald bei den Leuten „Brotmann“. Letzte Station der Wanderung war eine riesige Eiche, die vermutlich einmal zur Markierung von Eigentumsgrenzen angepflanzt wurde.

Ein stattliches Exemplar ist inzwischen daraus geworden. Mehrere Schnatgänger waren erforderlich, um die Eiche mit ihren Armen umspannen zu können. Kritische Stimmen wurden auf dem Rückweg zum Parkplatz am Freudenberg laut. Man bedauerte, dass der RVR in den letzten Jahren nahezu alle Parkmöglichkeiten an den von der B 224 zum Wald abzweigenden Wegen beseitigt hat.

Lesen Sie jetzt