Idunahall-Fläche in Schermbeck: Abriss zu teuer – jetzt plant die Gemeinde neu

mlzGewerbegebiet

Gewerbeflächen sind knapp in Schermbeck. Sechs Hektar stehen an der ehemaligen Idunahall-Fläche zur Verfügung, doch die Vermarktung ist schwierig. Nun greift die Gemeinde ein.

Schermbeck

, 06.12.2019, 18:15 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Fläche des ehemaligen Dachziegelwerks Idunahall an der Alten Poststraße hatten Marc Riegel und die Familie Sligchers 2008 gekauft - um dort ein Gewerbegebiet zu vermarkten. Das passte den Nachbarn nicht, die sich jahrelang gegen den Plan stemmten. Bis das Oberverwaltungsgericht in Münster entschied: Ein Gewerbegebiet ist zulässig, der Bebauungsplan ist rechtens.

Das war im Jahr 2016. Seitdem ist es nicht gelungen, interessierte Firmen für die Ansiedlung auf der Idunahall-Fläche zu finden. Auch die Wirtschaftsförderung der Gemeinde versuchte, zu helfen - ohne Erfolg. „Es ist beiden Grundstückseigentümern nicht gelungen, die Flächen an den Markt zu bringen“, sagte Bürgermeister Mike Rexforth im Haupt- und Finanzausschuss am Mittwoch.

Abriss für Besitzer zu teuer

Ein Problem: die Gebäude auf der Fläche. „Das verfällt fröhlich vor sich hin“, sagte Rainer Gardemann (CDU). Bevor neues Gewerbe angesiedelt werden kann, müssten die Gebäude abgerissen werden. Die Besitzer der Idunahall-Flächen seien aber nicht bereit, die Kosten für Abriss und Erschließung zu übernehmen, so Rexforth. Die Kosten lägen im siebenstelligen Bereich. Würden die Besitzer diese Kosten auf die Grundstückspreise umlegen, wären diese so teuer, dass sie nicht mehr vermarktbar wären.

Dies ist aber nicht nur das Problem der Besitzer, sondern auch ein Problem für die Gemeinde. Rexforth: „Wir können uns nicht entwickeln, so lange diese Fläche nicht einer Bebauung zugeführt wird.“ Der Wunsch nach weiteren Gewerbeflächen werde von Genehmigungsbehörden stets mit dem Hinweis abgelehnt, dass die Idunahall-Fläche noch nicht genutzt werden.

Das Land soll helfen

Um diese Zwickmühle aufzulösen, soll ein Förderprogramm des Landes für Industriebrachen genutzt werden. „Das Land finanziert bei Haushaltssicherungskommunen bis zu 90 Prozent von Abriss und Erschließungskosten“, so Rexforth.

Allerdings müsse die Gemeinde als Projektträger auftreten. Eine finanzielle Beteiligung am Grundstück sei dafür nicht nötig, aber die Gemeinde habe am Ende die Verfügungsgewalt über die Fläche und entscheide, welche Betriebe sich ansiedelten.

Klaus Roth (BfB) äußerte die Befürchtung, dass mit Steuergeldern den Besitzern ein finanzieller Vorteil verschafft werden solle. „Ich kann Ihnen diese Sorge nehmen“, entgegnete Rexforth.

Grundstückswert wird ermittelt

Der jetzige Grundstückswert solle nun neutral ermittelt werden. Die Besitzer müssten sich mit einem Eigenanteil an Abriss und Erschließung beteiligen. Wenn dann die Flächen verkauft werden können, „muss alles, was den Grundstückswert plus Eigenanteil überschreitet, an das Land abgeführt werden“.

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