Spatenstich für neuen Urwald

„Neue Wildnis Dämmerwald“

Was passiert, wenn man Wald sich selbst überlässt, werde man „in einigen Jahren, Jahrzehnten, vielleicht Jahrhunderten“ an dieser Stelle im Dämmerwald sehen können, sagte Otto Pöll, Leiter des Regionalforstamts Niederrhein, am Montagnachmittag beim Spatenstich zur „Neuen Wildnis Dämmerwald“.

Schermbeck

von Von Berthold Fehmer

, 20.11.2017, 17:48 Uhr / Lesedauer: 1 min
Zum Spatenstich für die „Neue Wildnis Dämmerwald“ trafen sich am Montag (v.l.) Bürgermeister Mike Rexforth, Carolin Schlechter und Otto Pöll (beide Regionalforstamt Niederrhein), Wirtschaftsförderer Friedhelm Koch, Andreas Wiebe (Leiter Wald und Holz NRW), Eckhard Vornbrock (Chef des ausführenden Unternehmens) und Ralph Merten (Kreis Wesel).Fehmer

Zum Spatenstich für die „Neue Wildnis Dämmerwald“ trafen sich am Montag (v.l.) Bürgermeister Mike Rexforth, Carolin Schlechter und Otto Pöll (beide Regionalforstamt Niederrhein), Wirtschaftsförderer Friedhelm Koch, Andreas Wiebe (Leiter Wald und Holz NRW), Eckhard Vornbrock (Chef des ausführenden Unternehmens) und Ralph Merten (Kreis Wesel).Fehmer © Foto: Berthold Fehmer

Wie berichtet, handelt es sich um ein 380.000-Euro-Pilotprojekt, das zu 60 Prozent durch das LEADER-Programm und 40 Prozent durch das Land bezahlt wird. Im Dämmerwald wurde ein 128 Hektar großes „Wildentwicklungsgebiet“, eines von 100 in NRW, ausgewiesen, das nicht mehr abgeholzt wird. Ein „Urwald von morgen“. Zudem wird ein 2,6 Kilometer langer Rundweg ausgehend vom Wanderparkplatz Teufelsstein an der Malberger Straße barrierearm ausgebaut, an dem Besucher mit Tafeln, Wildnisfenstern, Flyern und Smartphone-Apps die Entwicklung nachvollziehen können.

Bedeutung für den Tourismus

„Für besseres Wetter hat es leider nicht gereicht“, entschuldigte sich Pöll bei den Anwesenden für die nasskalten Bedingungen. Bürgermeister Mike Rexforth war sogar in Gummistiefeln angetreten. „Die Natur darf wieder sie selbst sein“, gab er als Motto aus und hob die Bedeutung für den Tourismus hervor.

Als Modellprojekt habe die „Neue Wildnis“ eine besondere Bedeutung. „Den Ersten schaut man immer besonders auf die Finger“, sagte Rexforth, der aber die „unglaublichen bürokratischen Hürden“ kritisierte, an denen das Projekt ohne die „Leidensfähigkeit“ von Wirtschaftsförderer Friedhelm Koch gescheitert wäre. Andreas Wiebe, Leiter von Wald und Holz NRW, entschuldigte sich „für das Land NRW für die bürokratischen Irrungen und Wirrungen, die das Projekt genommen hat“. Er hoffe, dass die Aufmerksamkeit für den Wald hier erhöht werden könne: „Nur was man kennt, schützt man.“

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