Sternsinger trotzen dem Schmuddelwetter und bringen den Segen

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Trotz des Schmuddelwetters am Freitagmorgen machten sich in Gahlen und Erle die Sternsinger auf den Weg. So wurden sie aufgenommen.

Schermbeck, Raesfeld

, 03.01.2020, 16:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Angesichts der dunklen Wolken und des Nieselregens am Freitagmorgen habe sie im Auto auf dem Weg zum Erler St. Silvester Haus gebetet, gestand Schwester Daniela Maria Simon bei der Aussendungsfeier: „Gott, mach, dass es nicht so regnet!“

Sternsinger trotzen dem Schmuddelwetter und bringen den Segen

Abigail, Benedikt, Sophia und Katharina hatten sich warm angezogen, bevor sie als Sternsinger durch Gahlen zogen. Denn das Wetter war am Freitag nicht das beste. © Berthold Fehmer

Der Wunsch sollte sich erfüllen. In Gahlen und Erle kamen die Sternsinger ziemlich trocken durch den Tag. Bereits um 9 Uhr hatten sie sich in Gahlen in der Dorfkirche getroffen. Darunter auch Katharina, Abigail, Benedikt und Sophia, die als eine von vier Gruppen bereits auf reichlich Sternsinger-Erfahrung zurückgreifen können.

Sternsinger trotzen dem Schmuddelwetter und bringen den Segen

Pastor Xavier Muppala (l.) sandte vier Gruppen von Sternsingern am Freitagmorgen in der Gahlener Dorfkirche aus, um den Segen in die Häuser zu bringen. © Berthold Fehmer

Die Haus-Gahlen-Straße, der Heckenweg, „vielleicht noch Im Aap“, so Benedikt, waren die Ziele der vier jungen Weisen aus dem Morgenland. Von Pastor Xavier Muppala erhielten sie nach der Aussendungsfeier wie die anderen ihren Stern, die Spendendosen, Kreide und Aufkleber mit dem Segen.

21 Gruppen bislang angemeldet

Am Samstag (4. Januar) um 9 Uhr werden die Schermbecker Sternsinger nördlich der Lippe auf den Weg geschickt. Bislang seien 21 Gruppen angemeldet, so Muppala, „aber wir haben auch Jugendliche, die jedes Jahr mitmachen, sich aber nicht anmelden und spontan kommen.“ Den Einsatz der Kinder weiß Muppala zu schätzen: „Das ist eine ganz tolle Aktion.“

Sternsinger trotzen dem Schmuddelwetter und bringen den Segen

Bei der Aussendungsfeier im St. Silvester Haus zündeten die Kinder Kerzen an und stellten sie in einen Stern auf dem Boden. © Berthold Fehmer

Wie die Gahlener Kinder sammelten auch die Erler Kinder in diesem Jahr für Kinder im Libanon. „Einer aus der Gruppe sollte immer sagen, wofür ihr sammelt“, sagte Schwester Daniela Maria Simon. In Vorbereitungstreffen wurde den Kindern ein Film zum Motto der diesjährigen Sternsinger-Aktion „In Frieden aufwachsen im Libanon und weltweit“ gezeigt, der auf die Lage, vor allem der Kinder, in diesem Land hinwies. „Was wünschen sich die Menschen dort am meisten?“, fragte Schwester Daniela Simon. Ein Mädchen wusste die Antwort: „Frieden!“

Sternsinger mit vier Jahren

Zwölf Gruppen gingen in Erle von Haus zu Haus. Darunter auch Emilia Friedrich (8) und die Geschwister Lena (8) und Marie Skroch. Marie Skroch dürfte mit ihren vier Jahren dabei zu den jüngsten Sternsingern zählen, die in diesen Tagen den Segen in die Häuser bringen. „Ich bin der Trager“, sagte sie stolz mit Holzstern in der Hand.

Sternsinger trotzen dem Schmuddelwetter und bringen den Segen

In Erle waren es zwölf Gruppen von Sternsingern, die für Kinder im Libanon sammelten. © Berthold Fehmer

Mutter Silke Skroch begleitete die Gruppe, sie an der Lena-Nüssing-Straße in Erle startete. Gut für die Skroch-Kinder: Denn in der Nachbarschaft hatten sie eindeutig Heimvorteil. Wenngleich der erste Nachbar, der ihnen öffnete, gestand, dass er gar nicht mit den Sternsingern gerechnet habe: „Ich dachte, das ist am 6. Januar.“

Dass die drei Sternsinger vorher fleißig geübt hatten, merkte man ihnen beim ersten Singen des Lieds „Stern über Bethlehem“ deutlich an. Zur Belohnung gab es einen Geldschein in die Spendendose und Süßigkeiten. Auch beim zweiten Haus hatten die drei Kinder Glück.

Mit Bollerwagen unterwegs

Die runtergezogenen Rollläden am dritten Haus verhießen allerdings nichts Gutes: „Das sieht noch ziemlich verschlafen aus“, sagte Mutter Silke Skroch. „Dann geben wir ihnen noch mal zehn Minuten.“ Der Tross mit Bollerwagen („Sonst wird das am Ende zu schwer“) zog deshalb zunächst in eine Seitenstraße, wo schon Mathilde Brockhoff auf die Kinder gewartet hatte: „Da habt ihr euch ja nicht so ein tolles Wetter ausgesucht.“ Ginsterstraße, Holzheide und Hoheloh waren weitere Ziele der Kinder.

Zur Mittagszeit kehrten die Kinder wieder zum Gahlener Gemeindehaus beziehungsweise zum St. Silvester Haus zurück, wo ehrenamtliche Helfer und Helferinnen bereits ein Mittagessen vorbereitet hatten. Aufwärmen, Kraft tanken und weiter ging es.

In der Ludgerus-Kirche ist die Abschlussfeier der Sternsinger am Sonntag (5. Januar) um 10.30 Uhr, in der St.-Martin-Kirche am Sonntag um 9 Uhr, in der Silvesterkirche am Sonntag um 10.30 Uhr.

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