Unbekannte schießen mit Stahlkugeln auf Grundschule

mlzVandalismus

Acht Scheiben sind in der Nacht zu Donnerstag an der Grundschule Schermbeck zerschossen worden. Es war nicht der erste Vandalismus-Fall. Die Schäden gehen in die Zehntausende Euro.

Schermbeck

, 13.12.2019, 18:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Zwischen Mittwoch um 20 Uhr und Donnerstag um 7 Uhr kamen der oder die Täter. Am Hauptstandort der Grundschule Schermbeck nutzten er oder sie die Gebäude offensichtlich für Zielübungen. „Da am Tatort drei Metallkugeln gefunden wurden, ist davon auszugehen, dass die Täter diese zum Einschlagen der Scheiben nutzten“, so die Polizei. Sie sucht Zeugen, die sich unter Tel. (02858) 918100 melden sollen.

Was zunächst wie ein „Dummer-Jungen-Streich“ wirkt, hat sich für die Gemeinde zu einem massiven Problem entwickelt. Am Freitagnachmittag waren Tim Ruloff und Sebastian Wieduwildt von der Schreinerei Grewing damit beschäftigt, die Schäden zu beheben. Im Treppenhaus der Schule ersetzten sie eine Scheibe nach der anderen - ein mühsames Geschäft.

Immer wieder kaputte Scheiben

Tim Ruloff war nicht zum ersten Mal wegen zerschossenen Scheiben an der Schule. Zweieinhalb Jahre sei er jetzt bei der Firma, seitdem sei er immer wieder wegen kaputter Fensterscheiben an der Grundschule Schermbeck. „Ich könnte hier meinen Zweitwohnsitz beantragen“, sagt er mit gequältem Lächeln.

Unbekannte schießen mit Stahlkugeln auf Grundschule

Sebastian Wieduwildt von der Schreinerei Grewing ersetzte am Freitagnachmittag die zerschossenen Scheiben mit Tim Ruloff. © Berthold Fehmer

Ab und zu fänden er und die Mitarbeiter Stahlkugeln, die im Glas stecken geblieben seien. „Die versuchen wir, vorsichtig mit einem Magneten herauszuziehen“, sagt Ruloff. Die Polizei nehme dann Fingerabdrücke.

Durchsucht man die Polizeimeldungen dieses Jahres nach Vorfällen an Schermbecker Schulen, stößt man auf sieben Fälle von Vandalismus. Sind das wirklich alle? Carsten Klein-Bösing vom Zentralen Gebäudemanagement der Gemeinde: „Den Wert kann man sicherlich verdoppeln oder sogar verdreifachen.“

30.000-Euro-Rechnung

In den Sommerferien sei es mit zerschossenen Scheiben an der Grundschule Schermbeck so schlimm gewesen, dass man sich entschlossen habe, die Scheiben nicht mehr zu ersetzen, sondern nur abzukleben, sagt Klein-Bösing. Zum Schuljahresbeginn habe man die Scheiben dann erneuert. Kostenpunkt: rund 30.000 Euro.

Die gefundenen Stahlkugeln hätten etwa die Größe von kleinen Murmeln, so Klein-Bösing. „Vom Durchmesser etwa so wie ein kleiner Fingernagel.“ Klein-Bösing geht davon aus, dass diese von einer Zwille abgeschossen werden. Auf ähnliche Kugeln sei er letztens im Internet gestoßen, wo eine Zwille mit 500 Stahlkugeln angeboten wurde. „Für 15 Euro.“ Auch am Teilstandort seien bereits häufiger Scheiben zerschossen worden.

Privater Sicherheitsdienst

Die Gemeinde hat einen privaten Sicherheitsdienst engagiert, der die Schulen im Auge behalten soll. „24-Stunden-Überwachung ist natürlich nicht möglich“, so Klein-Bösing. Mit diesem Konzept sei man „nicht erfolgreich“ gewesen, sagte Bürgermeister Mike Rexforth im Haupt- und Finanzausschuss.

Neben den zerschossenen Scheiben werden die Schulgebäude auch immer wieder mit Graffiti beschmiert. Rexforth will nun prüfen lassen, ob ein kommunaler Ordnungsdienst eingerichtet werden soll. Ein Konzept dafür sei bereits im Ordnungsamt erarbeitet worden, bisher habe er einen solchen Dienst aber vermeiden wollen, da der Gedanke der Überwachung der Bürger dahinter stecke. „Mittlerweile muss man sich mit einem solchen Thema beschäftigen.“

Jetzt lesen

An der Gesamtschule gebe es zwar auch häufiger Sachbeschädigungen, sagt deren Leiter Norbert Hohmann, aber dort seien es vor allem Schmierereien an den Gebäuden. Das wirke sich negativ auf das Erscheinungsbild der Schule aus. „So wünsche ich mir unsere Schule nicht und ich glaube, die Schüler auch nicht.“ Was sich Hohmann wünscht: „Mehr Polizeipräsenz.“

Lesen Sie jetzt