UNESCO-Welterbe? Schermbeck stellt Bedingungen und macht Vorschläge

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UNESCO-Welterbe soll die industrielle Kulturlandschaft Ruhrgebiet werden. Doch die Gemeinde Schermbeck will eine Bewerbung nur unterstützen, wenn es dadurch keine Einschränkungen gibt.

Schermbeck

, 27.10.2020, 13:45 Uhr / Lesedauer: 1 min

Das Projekt „Industrielle Kulturlandschaft Ruhrgebiet“ ist bei der ersten und konstituierenden Sitzung des neuen Schermbecker Rats am 3. November Thema. Mit dem Projekt streben verschiedene Institutionen der Industriedenkmalpflege und Geschichtskultur an, dass repräsentative Elemente und Strukturen des Ruhrgebiets als UNESCO-Welterbe geführt werden. Hierzu wurden alle beteiligten Kommunen um ihre Stellungnahme und Unterstützung gebeten.

Für Rainer Eickelschulte, Leiter des Bau- und Planungsamts, gibt es allerdings mehrere Punkte, die in der Stellungnahme an die Stiftung Industriedenkmalpflege und Geschichtskultur enthalten sein sollten. Neben Chancen und Potenzialen sollten auch „Einschränkungen und Risiken abgewogen werden“, so Eickelschulte.

Keine Einschränkungen als Bedingung

Er bezieht sich auf Berichte, die nachteilige Auswirkungen für die einheimische Bevölkerung schildern, nachdem Objekte als Weltkulturerbe eingestuft wurden. Deshalb sei „die Forderung erwägenswert, das durch die Unterschutzstellung unbefristet keinerlei negative Ausbau-, Nutzungs- oder Werteinschränkung entstehen dürfen“.

Am konkreten Beispiel der geplanten Kanuanlege-Stelle an der Lippe macht Eickelschulte diesen Punkt deutlich. Denn der Wesel-Datteln-Kanal als Wasserstraße und die Lippe als ehemalige Wasserstraße sind die beiden Elemente Schermbecks, die im Konzept als Weltkulturerbe vorgeschlagen werden. Zukunftsprojekte wie der Kanuanleger müssten gesichert sein, so Eickelschulte.

Nur Kanal und Lippe?

Bleibt es nur bei den beiden bislang vorgesehenen Schermbecker Elementen (Kanal und Lippe) im Konzept, sieht Eickelschulte kaum positive Effekte für die Gemeinde. „Der touristische Mehrwert für Schermbeck dürfte sich damit innerhalb sehr überschaubarer Effekte bewegen, weil erfahrungsgemäß nur markante Bau- und Industriedenkmäler Auswirkungen auf den Tourismus zeigen.“ In Dorsten soll beispielsweise der Schacht 2 der Zeche Fürst Leopold mit Förderturm, Zechengebäuden und Zechensiedlung zum Welterbe werden.

Eickelschulte schlägt deshalb vor, dass die Gemeinde als weitere Elemente „industriell genutzte Transportwege –Wasserstraßen, Feldbahnen, Grubenholz-Produktion / -transport, Töpfer- und Dachziegelindustrie“ einfordern soll. „Nur so könnte Schermbeck einen Mehrwert aus eigenständiger Identität in diesem Gesamtprojekt entwickeln, so Eickelschulte, der allerdings auch „sehr hohe Anforderungen“ an mögliche zusätzliche Elemente im Bewerbungsverfahren sieht.

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