Der Angeklagte neben seinen Verteidigern beim Prozessauftakt im Juni am Bochumer Landgericht. © Werner von Braunschweig
Landgericht Bochum

Untreue-Vorwürfe bei Nottenkämper: Richter deuten Freispruch-Kurs an

Geht es nach den Bochumer Richtern, dann lassen sich die Untreuevorwürfe gegen den Ex-Nottenkämper-Prokuristen wohl kaum nachweisen. So steuere man derzeit auf einen Freispruch zu.

Im Untreueprozess gegen den ehemaligen Prokuristen (58) der Firma Nottenkämper haben die Richter der 12. Strafkammer am Bochumer Landgericht am Dienstag in einer vorläufigen rechtlichen Bewertung signalisiert, dass mit Blick auf die Untreue-Vorwürfe derzeit die Zeichen wohl auf einen Freispruch stehen. Stand jetzt lege die Beweisaufnahme in diesem Komplex kein strafrechtlich bewährtes Verhalten nahe, hieß es sinngemäß.

Der Angeklagte hatte die Untreuevorwürfe – die parallelen Anschuldigungen der mutmaßlich illegalen Entsorgung von 30.000 Tonnen Ölpellets in der Tongrube in Schermbeck sind im aktuellen Prozess kein Thema – durch seinen Anwalt von Anfang an zurückweisen lassen. Es sei in der Firma Nottenkämper niemand hintergangen worden, hatte Verteidiger Lars Brögeler argumentiert.

Provision aufs eigene Konto

Laut Staatsanwaltschaft hat der Abfallmakler vor Jahren bei einer Lieferung von 181.000 Tonnen Eisensilikatsand dem Nottenkämper-Chef bewusst verheimlicht, dass er nebenher pro Tonne eine Provision auf seine private Millionenschuld bei dem Lieferanten angerechnet bekommt.

Ein Kriminalbeamter berichtete als Zeuge, dass die Information über einen anteiligen Provisionsverdienst dem Firmenchef zwar „die Füße weggezogen“ habe. Prinzipiell sei der Vertragsabschluss des Angeklagten zugunsten der Firma aber als „zufriedenstellend“ bezeichnet worden.

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