Vandalen sind Schüler der Gesamtschule Schermbeck

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Schäden nahe der 100.000-Euro-Marke haben Vandalen an den Schulen angerichtet. Zwei wurden geschnappt - es sind Schermbecker Gesamtschüler. Die Gemeinde plant nun eine Kamera-Überwachung.

Schermbeck

, 11.06.2020, 16:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Rainer Gardemann (CDU) sprach im Haupt- und Finanzausschuss aus, was viele Politiker später bestätigten: „Es wäre schön gewesen, aber ich glaube nicht, dass wir uns das zurzeit leisten können.“ Gemeint war damit die Einrichtung eines Kommunalen Ordnungsdienstes, der laut Berechnungen der Verwaltung bei einer Mindestanzahl von zwei Stellen jährliche Kosten in Höhe von rund 150.000 Euro verursachen würde.

„Mich ärgert, dass wir uns überhaupt über solche Maßnahmen unterhalten müssen“, sagt Bürgermeister Mike Rexforth. Er hoffe, dass die beiden Jugendlichen, die im Mai auf frischer Tat von der Polizei geschnappt wurden, „eine ordentliche Strafe“ erhalten. Bei den beiden Tätern handele es sich um Schermbecker Gesamtschüler. „Man hatte sie schon auf dem Schirm und war nicht verwundert, als bekannt wurde, dass sie für Schäden mitverantwortlich sind“, so Rexforth, der berichtete, dass bereits im Vorfeld seitens der Schulleitung Gespräche mit den Familien geführt worden seien.

„Man kennt seine Pappenheimer, und das sind Pappenheimer“, so Rexforth über die beiden Schüler. Er sei froh, dass die Polizei nach den Beschädigungen an der Grundschule, die etwa 15.000 bis 20.000 Euro kosten werden, schnell reagiert habe. „Und das sage ich auch ganz deutlich: Jeder muss damit rechnen, jederzeit, dass diese Falle wieder zuschnappt.“

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Ob die Jugendlichen für weitere Beschädigungen verantwortlich seien, müssten die weiteren Ermittlungen zeigen. Rexforth: „Es wird ungemütlich werden.“ So würden beispielsweise auch Handy-Daten ausgewertet. Rexforth kündigte an, dass die Gemeinde ein Regress-Verfahren beabsichtige - vom Erfolg schien er allerdings selbst nicht überzeugt: „Wohin das führt, kann ich mir schon denken.“

Konzept für die Kamera-Überwachung

Für die Erarbeitung eines Konzepts zur Kamera-Überwachung an Schulhöfen sprach sich der Ausschuss einstimmig aus. Thomas Heiske (parteilos) und Ulrike Trick wiesen auf datenschutzrechtliche Bestimmungen hin: Die Daten müssten, wenn es keine Beschädigungen gebe, wieder zügig gelöscht werden. Gegen ein automatisches Gesichtserkennungssystem sprach sich Trick aus. Auch müssten die Zeiten, in denen die Kameras aktiv sind, auf die Stunden eingegrenzt werden, in denen die Schulhöfe nicht der Öffentlichkeit zur Verfügung stehen.

Mit Kameras, so Trick, könne man auch nicht Taten aufklären, „die von fremdem Feld aus begangen werden“. Am Hauptstandort der Grundschule Schermbeck wurden beispielsweise die Scheiben mit einer Zwille durchschossen. „Eine hundertprozentige Sicherheit gibt es damit auch nicht“, bestätigte Rexforth zum Kamera-Einsatz.

„Wollt ihr noch lange Partner sein?“

Doch dass die Gemeinde handeln muss, steht für Rexforth außer Frage. Bei den hohen Schadenssummen würden die Versicherungen „uns zwingen und die Frage stellen: Wollt ihr noch lange Partner sein?“

Einstimmig sprach sich der Ausschuss dafür aus, eine weitere Stelle (geringfügig beschäftigt) für die Überwachung des ruhenden Verkehrs auszuschreiben. Klaus Roth (BfB) fragte nach, ob man bei dann insgesamt drei solcher Stellen nicht vielleicht auch eine Halbtagsstelle anstelle von drei Minijobs einrichten könne.

Diese Überlegungen seien in der Verwaltung auch geführt worden, so Rexforth: Allerdings sei dies wesentlich teurer. Und im Krankheitsfall habe man bei einer halben Stelle auch das Vertretungsproblem. Finanzieren soll sich die neue Stelle durch Verwarnungs- und Bußgelder. Trick: „Solche Stellen tragen sich bekanntlich selbst.“

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