Wettrüsten im Schembusch

SCHERMBECK Was den beiden Kiliangilden bislang noch nicht gelungen ist, haben die Bewohner der Schembuschsiedlung sich in den letzten Jahren systematisch erarbeitet:

von Von Helmut Scheffler

, 13.07.2008, 16:29 Uhr / Lesedauer: 1 min
Ein grün-weißes Fähnchenmeer über dem Schembusch und Fahnen aller Größen in den Fenstern oder an den Hauswänden: Das dürfte es in dieser Form wohl kaum ein zweites Mal in Altschermbeck/Schermbeck geben.

Ein grün-weißes Fähnchenmeer über dem Schembusch und Fahnen aller Größen in den Fenstern oder an den Hauswänden: Das dürfte es in dieser Form wohl kaum ein zweites Mal in Altschermbeck/Schermbeck geben.

Obwohl sie unterschiedlichen Gilden angehören, versammeln sie sich am Freitag vor Kilian im Wendehammer ihrer Straße zur gemeinsamen Vorfeier.

Nicht immer so harmonisch

So harmonisch war`s jedoch nicht immer. Dass mit Petra Becker die Altschermbecker Königin der Saison 1996/97 mitten in ihrer Siedlung wohnte, hatten die Nachbarn ja noch einigermaßen weggesteckt, aber als die Königin anfing, eine riesige Fahne mit dem Altschermbecker Wappen stolz ans Haus zu hängen, war´s mit dem Verständnis schnell vorbei. Einer fand sich immer, der die Fahne „stahl“ und erst gegen reichliche flüssige Kost wieder herausrückte.

Als mit Ludger Zens ein weiterer Altschermbecker in den Schembusch zog, war man zwar noch immer in der Minderheit, aber die Fahne konnte nun diebstahlsicher an ein Tau gebunden werden, das von den Häusern Becker und Zens über die Straße gespannt worden war.

In dieser ausweglosen Situation, die Fahne der weniger stark geliebten Gilde aus dem täglichen Blickfeld entfernen zu können, ließ man sich etwas anderes einfallen: Es begann ein „Wettrüsten“ mit Fahnen und grün-weißen Fähnchengirlanden, wie es in dieser Form wohl einzigartig sein dürfte in ganz Schermbeck.

Gesellige Runde am Kilian-Freitag

Nach getaner Arbeit kehrte der große Durst ein, und so setzte man sich gemeinsam unter das Fahnenmeer, um zu feiern. Und so ist es bis heute geblieben. Inzwischen trifft man sich an jedem Kilian-Freitag in geselliger Runde auf offener Straße.

Und wenn - wie in diesem Jahr - der Wind gut steht, dann ist die Musik aus dem Festzelt am Rathaus ganz deutlich zu hören und verrät der „Kilianer-Eintracht“ im Schembusch, dass spätestens am nächsten Tag Kilian hüben und drüben wieder sorgsam getrennt gefeiert wird.

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