Um den Wolf geht es jetzt auch digital. (Symboldbild) © dpa
Wolf

Wölfin Gloria: Rat soll FDP-Forderung auf Entnahme unterstützen

Wölfin GW954f soll „entnommen“ werden: Das fordert die Schermbecker FDP und beantragt, dass der Schermbecker Rat dies unterstützt. Die Landesregierung antwortete indes auf eine Anfrage.

Die häufigen Wolfsrisse im Wolfsgebiet Schermbeck haben die Schermbecker FDP veranlasst, eine Resolution der Gemeinde Schermbeck zur Entnahme der Wölfin GW954f (= Gloria) zu beantragen. „Immer wieder kam es in den letzten Wochen und Monaten zu Nutztierrissen im Wolfsgebiet Schermbeck, bei denen die Wölfin GW954f den empfohlenen und von den Nutztierhalten umgesetzten Herdenschutz überwunden hat“, stellt der Ortsverbandsvorsitzende Simon Bremer in seinem Schreiben an den Bürgermeister fest.

Bremer verweist auf den neuen Landrat des Kreises Wesel, Ingo Brohl, der sich in einer persönlichen Stellungnahme für eine Entnahme der Wölfin ausgesprochen hat. Als Text für die Resolution schlägt Simon Bremer dem Gemeinderat vor: „Auch der Rat der Gemeinde Schermbeck unterstützt die Forderung einer Entnahme der Wölfin GW954f und fordert den Kreistag auf, sich ebenfalls für eine Entnahme einzusetzen. Zudem fordert der Rat der Gemeinde Schermbeck die Kreisverwaltung auf, die Entnahme der Wölfin zu genehmigen.“

Auf eine „Kleine Anfrage“ des Landtagsabgeordnete René Schneider mit dem Titel „Der Wolf, das Lamm, Murks: Landesregierung lässt klare Linien beim Umgang mit Wolf GW954f missen!“ hat nun die Landesregierung geantwortet. Schneider hatte darin unter anderem gefragt, was unter einem „intensivierten Wolfsmonitoring“, wie es für das Wolfsgebiet Schermbeck angekündigt wurde, zu verstehen sei. Es würden, so die Antwort, zusätzliche Nachweismethoden angewandt: Etwa die Suche nach Losung oder der Einsatz von Wildkameras. Zudem würden bei Nutztierrissen zusätzliche veterinärpathologische Untersuchungen durchgeführt.

Schneider hatte auch gefragt, wie der aktuelle Wolfsmanagementplan, der noch den Titel „Handlungsleitfaden für das Auftauchen einzelner Wölfe“ trägt, mit Blick auf Rudelbildungen überarbeitet werden müsse. Der Plan aus dem Jahr 2016 solle 2021 aktualisiert werden, so die Landesregierung: Aktuelle Förderrichtlinien und Zuständigkeiten, die Einbindung der Herdenschutzberatung und redaktionelle Änderungen aufgrund neuerer Literatur und Rechtsprechung seien dabei aufzunehmen.

300.000 Euro zusätzlich für Herdenschutzberatung

Auf Nachfrage Schneiders teilte die Landesregierung auch mit, dass im Haushalt 2021 zusätzliche 300.000 Euro eingeplant seien für die Aufstockung des Personals bei der Herdenschutzberatung der Landwirtschaftskammer. Wenn der Landtag zustimme, könne die Herdenschutzberatung personell ausgebaut werden.

„Wie auffällig oder auch dreist muss die Wölfin GW954f noch werden, bis sich das

Ministerium zur Entnahme entscheidet?“, hatte Schneider zudem gefragt. Voraussetzung für eine Ausnahme vom artenschutzrechtlichen Tötungsverbot, so die Regierung, sei unter anderem „das Fehlen zumutbarer Alternativen“. „Wegen möglicher Alternativen wurde bislang im Fall der Wölfin GW954f keine artenschutzrechtliche Ausnahme erteilt.

„Die flächendeckende Anwendung zumutbarer Herdenschutzmaßnahmen im Territorium der Wölfin GW954f in Schermbeck stellt eine solche Alternative dar“, so die Landesregierung, die auf die „Empfehlungen zum Schutz von Weidetieren und Gehegewild vor dem Wolf – Konkrete Anforderungen an die empfohlenen Präventionsmaßnahmen“ des Bundesamts für Naturschutz verweist. Als Hilfestellung für die Tierhalter könne auf den Sachverstand der Herdenschutzberatung bei der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen zurückgegriffen werden.

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Redaktion Dorsten
Berthold Fehmer (Jahrgang 1974) stammt aus Kirchhellen (damals noch ohne Bottrop) und wohnt in Dorsten. Seit 2009 ist der dreifache Familienvater Redakteur in der Lokalredaktion Dorsten und dort vor allem mit Themen beschäftigt, die Schermbeck, Raesfeld und Erle bewegen.
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Berthold Fehmer
Freier Mitarbeiter
Im Verlauf von mehr als vier Jahrzehnten habe ich das Zusammenwachsen von acht ehemals selbstständigen Gemeinden miterlebt, die 1975 zur Großgemeinde Schermbeck zusammengefügt wurden. Damals wie heute bemühe ich mich zu zeigen, wie vielfältig das Leben in meinem Heimatort Schermbeck ist.
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Helmut Scheffler

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