Wölfin soll nicht vergrämt oder erschossen werden - Entscheidung noch nicht endgültig

Wolf

Wölfin „Gloria“ soll nicht vergrämt oder gar erschossen werden. Damit lehnt der Kreis Wesel den Antrag eines Schäfers ab. Doch die Entscheidung ist noch nicht endgültig.

Schermbeck

, 09.03.2020, 13:30 Uhr / Lesedauer: 2 min
Wölfin Gloria soll nicht vergrämt oder erschossen werden.

Wölfin Gloria soll nicht vergrämt oder erschossen werden. © dpa

Kreis und Umweltministerium kommen zur Einschätzung, dem Antrag auf Entnahme und Vergrämung der als „Gloria“ bekannten Wölfin „zum jetzigen Zeitpunkt“ nicht stattzugeben. „Dieser Einschätzung ist eine intensive Überprüfung durch das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz (LANUV) zu den Umständen der zurückliegenden Nutztierverluste unter Beteiligung der Wölfin im Wolfsgebiet Schermbeck vorausgegangen“, so der Kreis in einer Mitteilung.

Landrat Müller sagt, man sei zur „vorläufigen Einschätzung“ gekommen, „dass eine Entnahme der Wölfin Gloria unter den gegebenen Umständen nicht zu rechtfertigen ist.“ Der Antragsteller könne nun dazu Stellung nehmen. „Erst nach Auswertung der möglicherweise in der Anhörung vorgebrachten Gesichtspunkte wird eine abschließende Entscheidung getroffen werden.“

Kreis will weitere Hilfen für Schäfer prüfen

Die konsequente Anwendung von Herdenschutzmaßnahmen sei eine zumutbare Alternative zur Entnahme bzw. Vergrämung, so der Landrat. Dazu werde der Antragsteller nun angehört und anschließend geprüft, „wo der Kreis weitere Hilfestellung, wie zum Beispiel für das nächtliche Aufstallen, leisten kann“.

Jeder Wolfsriss im Schermbecker Wolfsgebiet sei geprüft worden, so LANUV-Präsident Dr. Thomas Delschen. „Es wird dabei deutlich, dass die Tierhalter in Schermbeck ihren Herdenschutz immer weiter optimieren. Die ganz überwiegende Mehrzahl der Nutztierrisse fand nachweislich auf Weiden statt, an denen der Herdenschutz nicht den konkreten Empfehlungen des Bundesamtes für Naturschutz an die empfohlenen Präventionsmaßnahmen entsprach. Dies wurde uns durch die DBBW, der Dokumentations- und Beratungsstelle des Bundes für das Thema Wolf, bestätigt.“

Letzter Wolfsnachweis an Heiligabend

Zuletzt hatte es im Wolfsgebiet Schermbeck in den Nächten zum 19. Dezember 2019 und 24. Dezember 2019 Funde von getöteten Schafen auf Weiden gegeben. An ihnen wurde DNA der Wölfin nachgewiesen. Seither gab es keinen weiteren Nachweis. Allerdings hatte es Anfang 2019 in den Wintermonaten ebenfalls eine Phase gegeben, in der Gloria keine Schafe riss - vermutlich, weil die meisten im Stall den Winter verbrachten.

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Umweltministerin Ursula Heinen-Esser: „In Nordrhein-Westfalen ist künftig mit weiteren Wolfsansiedlungen zu rechen. Deswegen sind wir an die Europäische Kommission herangetreten, um die Förderrichtlinien Wolf zu notifizieren, damit die bestehenden Fördermöglichkeiten auch von den Berufsschäfern genutzt werden können. Zurzeit ist das noch nicht in ausreichendem Maße der Fall.“

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