Kein rauschendes Fest, aber wenigstens etwas: Der Aufstiegstag beim SC Berchum Garenfeld stand im Zeichen der Corona-Abstandsregeln. © Bernd Paulitschke
Jahresrückblick

Aufstieg in Corona-Zeiten – keine Bierdusche, keine „We-are-the-champions“-Gesänge

Wenn man Mannschaftssportler nach ihren schönsten Momenten im Sport fragt, dürfte von den meisten – sofern sie mal in den Genuss gekommen sind – das Wort „Aufstieg“ als Antwort kommen.

Ob in der untersten Kreisliga oder in leistungsambitionierten Ligen: Mit seinem Team einen Aufstieg zu feiern, ist normalerweise verbunden mit großen Emotionen. Da rotieren Jubelkreise, da gibt es Bier- oder Sektduschen und „We-are-the-Champions“-Sprechchöre – normalerweise.

Bei den heimischen Fußball- und Handballteams, die in diesem Jahr den Sprung in eine höhere Spielklasse geschafft haben, lief dies aber nicht so – 2020 war eben alles anders. Auch die Art und Weise eines Aufstiegs.

Aufstieg des SC Berchum/Garenfeld kam überraschend

So kam der Aufstieg in die Landesliga für die Fußballer des SC Berchum/Garenfeld eher überraschend. Denn zum Zeitpunkt des Abbruchs der nach 20 Spieltagen vorzeitig beendeten Saison 2019/20 standen die Berchum/Garenfelder in der Bezirksliga auf Rang zwei – eine Platzierung, die nicht zum Aufstieg berechtigt.

Dann aber zauberten die Verbandsfunktionäre eine Regelung zur Wertung der Saison aus dem Hut, die alle Beteiligten des Sportclubs jubeln ließ: Nicht nur die aktuellen Tabellenführer der jeweiligen Ligen sind aufgestiegen, auch die Hinrundenmeister durften das Aufstiegsticket buchen.

Größter Erfolg der Vereinsgeschichte

Und nach der Hälfte der Saison hatte Berchum/Garenfeld die Tabelle angeführt – der Weg zum größten Erfolg der Vereinsgeschichte war geebnet. Denn in der Landesliga hat der SC Berchum/Garenfeld noch nie um Punkte gespielt.

Und noch ein Schwerter Fußballteam ist in diesem Jahr aufgestiegen: Holzpfosten Schwerte 05 ist nach seinem einjährigen B-Liga-Intermezzo in die Kreisliga A zurückgekehrt.

Die Fußballer von Holzpfosten Schwerte 05 sind in die Kreisliga A zurückgekehrt. © Manuela Schwerte © Manuela Schwerte

Im Fall der „Pfosten“ gab es an der Berechtigung des Aufstiegs nichts zu rütteln, führten sie doch die Tabelle nach der Hinrunde an und standen auch zum Zeitpunkt des Saisonabbruchs oben.

Keine Annullierung der Saison – zum Glück für die HVE

Wechseln wir die Sportart: Auch im Handball konnte die Saison 2019/20 aus Corona-Gründen nicht zu Ende gespielt werden. Anfang März wurde letztmals um Punkte gespielt, danach war Schluss.

Und für die HVE Villigst-Ergste begann eine Zeit des Wartens. Dass die Villigst-Ergster als Tabellenführer der Landesliga in die Verbandsliga aufsteigen würden, war naheliegend. Aber sicher konnten sich die Villigst-Ergster nicht sein.

Denn zunächst war nicht klar, wie der Verband die vorzeitig beendete Saison werten würde – eine Annullierung der Spielzeit hätte das HVE-Team um den Lohn seiner Arbeit gebracht. Doch die Funktionäre entschieden anders. Mitte April stand der Aufstieg der Villigst-Ergster fest – auch in diesem Fall der größte Erfolg der Vereinsgeschichte.

Der Sprung der HVE-Männer in die Verbandsliga war nicht der einzige Schwerter Handball-Aufstieg des Jahres. Denn auch die beiden ersten Frauenmannschaften aus der Ruhrstadt spielen dank einer „Wild-Card“-Regelung, die sie in Anspruch nahmen, nun eine Liga höher – die HSG Schwerte/Westhofen in der Oberliga (auch das gab es noch nie) und die HVE Villigst-Ergste in der Verbandsliga.

Die HVE Villigst-Ergste ist in die Handball-Verbandsliga aufgestiegen. Hier jubeln die Villigst-Ergster nach dem Derbysieg gegen die HSG Schwerte/Westhofen im Januar – vor Corona. © Bernd Paulitschke © Bernd Paulitschke

Richtig feiern konnten auch diese Teams ihren sportlichen Erfolg nicht. Gefreut darüber haben sie sich trotzdem – verbunden mit der Hoffnung, möglichst bald im neuen Jahr wieder aktiv werden zu können. So wie sich das alle anderen Mannschaft auch wünschen.

Und die nächsten Aufstiege dürfen dann hoffentlich auch wieder gebührend gefeiert werden – mit Jubelkreis und Sekt- und Bierduschen.

Über den Autor
Redaktion Schwerte
Als Schwerter Sportredakteur seit 2000 auf den Sportplätzen und in den Hallen unterwegs – nach dem Motto: Immer sportlich bleiben!
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Michael Doetsch

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