Daniel Limberg war jahrelang die Nummer eins beim VfL Schwerte. © Oskar Neubauer
Fußball

Daniel Limberg hielt dem VfL Schwerte fast ein Jahrzehnt den Rücken frei

Er prägte die erfolgreiche Ära des VfL Schwerte in der Westfalenliga mit, erlebte aber auch schlechte Jahre am Schützenhof. Mit 39 Jahren gab Daniel Limberg ein Comeback im Tor. Heute ist er leidenschaftlicher Trainer.

Er war der Rückhalt des VfL Schwerte in der Verbandsliga (später Westfalenliga). Von 2002 bis 2011 stand Daniel Limberg als unangefochtene Nummer eins im Kasten der Blau-Weißen, nur unterbrochen von einem Intermezzo bei den Sportfreunden Oestrich (2007/08).

Aus der Jugend von Borussia Dortmund

Limberg stammt aus der Jugend von Borussia Dortmund, spielte ein halbes Jahr beim VfB Westhofen und kam über den Wuppertaler SV zum Schützenhof. Dort wurde er schnell heimisch und später auch Kapitän. Nach fünf Jahren und 133 Verbandsliga-Spielen für die Blau-Weißen, suchte er im Sommer 2007 die sportliche Herausforderung Oberliga bei den SF Oestrich-Iserlohn. Damals übrigens unter Trainer Oliver Ruhnert, dem heutigen Geschäftsführer Profifußball beim Bundesligisten Union Berlin.

Ein Jahr später kehrte „Limbo“, wie er von seinen Kumpels gerufen wird, nach Schwerte zurück. Trainer „Kiki“ Kneuper nahm ihn mit Kusshand wieder auf. 2011 war dann Schluss am Schützenhof. Nach dem Abstieg aus der Westfalenliga hatte er noch ein Jahr Landesliga drangehängt, ehe es ihn zum Westfalenligisten Westfalia Wickede zog.

Daniel Limberg kehrte 2016 als Co-Trainer von Jörg Silberbach (li.) zum Schützenhof zurück. © Bernd Paulitschke © Bernd Paulitschke

„Ich habe gute und schlechte Jahre des Vereins mitgemacht“, meinte Limberg über seine Ära am Schützenhof. Gern erinnert er sich zum Beispiel an die Saison 2004/05 mit Platz fünf in der Verbandsliga-Abschlusstabelle unter Trainer „Kiki“ Kneuper. „Da haben wir gegen fast alle Mannschaften gepunktet, die oben standen – Herne, Erkenschwick und wie sie alle hießen“, erinnert sich der Schlussmann – das waren noch Zeiten. Oder das Heimspiel gegen den SSV Hagen in derselben Saison vor rund 1000 Zuschauern, das die Schwerter mit 1:0 gewannen. Torschütze des goldenen Tores war damals Patrick „Patti“ Kunze.

Kunze ist mittlerweile Sportlicher Leiter beim VfR Sölde und dort auch für die A- und B-Jugend zuständig. Und Trainer der Sölder A-Junioren ist Daniel Limberg.

Nach drei Jahren in Wickede folgte der FC Brünninghausen. Dort fungierte er als Torwart-Trainer. „Sie wollten zwar, dass ich noch spiele“, erzählt „Limbo“, aber nach einem Achillessehnenriss und Knieproblemen war daran ernsthaft nicht mehr zu denken. „Da wurde es einfach Zeit aufzuhören“, meinte Limberg.

Daniel Limberg als Kapitän des VfL Schwerte zu Westfalenliga-Zeiten. © Oskar Neubauer © Oskar Neubauer

2019 gab Daniel Limberg aber doch noch ein überraschendes Torwart-Comeback – mit 39 Jahren. Da war er schon in Sölde. Im Bezirksliga-Team waren beide Torhüter ausgefallen. Der eine wegen eines Beinbruchs, der andere wegen einer ausgekugelten Schulter. Für vier Spiele half er vor der Winterpause aus. „Das erste Spiel war ganz gut, aber im zweiten hatte ich mir das Knie verdreht“, blickt er zurück. Er kämpfte sich aber die restlichen Partien noch durch.

Eine Rückkehr gab es auch nochmal beim VfL Schwerte. 2016 schlug Limberg als Co-Trainer bei den Blau-Weißen auf. Trainer war Jörg Silberbach. Doch an diese Zeit erinnert sich „Limbo“ nicht so gerne. Es gab einige Streitereien im Verein. Wenige Wochen vor Saisonende wurde er plötzlich vom damaligen Sportlichen Leiter Mirko Mustroph entlassen. „Das hat mich schon mitgenommen“, erzählt er. Es war kein schöner Abschied.

Als Co-Trainer gab Daniel Limberg ein kurzes Comeback beim VfL Schwerte. © Bernd Paulitschke © Bernd Paulitschke

Beim VfR Sölde ist er seit zweieinhalb Jahren Coach der A-Junioren. Doch auch Limberg hat natürlich mit der Corona-Pandemie zu kämpfen. In der Vorsaison stoppte der Abbruch sein Team. Die Möglichkeit noch in den Titelkampf in der Kreisliga einzugreifen, blieb verwehrt. Und in der aktuellen Saison gab es noch nicht viele Spiele. Wie und ob die Saison noch irgendwie halbwegs vernünftig gespielt werden kann, ist ungewiss. Aber er fühlt sich in Sölde wohl. „Es macht Bock hier. Das ist ein guter Verein“, erzählt er, „und ich wohne ja direkt hier.“

Den VfL Schwerte verfolgt Limberg auch weiterhin. Nach der Umgruppierung der Schwerter spielen beide Vereine, VfR Sölde und VfL Schwerte, mit der ersten Mannschaft in der Bezirksliga 8. Beim Duell im September gab es in Schwerte ein Wiedersehen mit alten Weggefährten. „Ich finde es gut, dass Dominik Buchwald da jetzt Trainer ist. Einer mit Stallgeruch“, sagt über seinen ehemaligen Teamkollegen.

Und keine Frage, Daniel Limberg würde dem VfL Schwerte auch wieder bessere Zeiten wünschen. Er hat schließlich diesen Verein mitgeprägt.

Über den Autor
Freier Mitarbeiter
Jörg Krause (Jahrgang 1967) ist seit Mitte der 1990er-Jahre als freier Mitarbeiter in der Schwerter Lokalsportredaktion unterwegs. Vor allem in Sachen Fußball ein wandelndes Lexikon.
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