In der Digitalkonferenz des Fußball- und Leichtathletikverbands Westfalen (FLVW) mit den Kreisvorsitzenden an diesem Wochenende geht es um die aktuelle Situation der Amateurfußballer in Zeiten der Pandemie. © Manuela Schwerte
Fußball

Der Kreisvorsitzende Horst Reimann vor der FLVW-Tagung: „Wir kriegen das hin“

Der FLVW bittet seine Fußball-Kreisvorsitzenden am Samstag zur obligatorischen Sitzung. Natürlich digital. Der Iserlohner Horst Reimann macht sich auf einen langen Tag am Computer gefasst.

So richtig gute Erinnerungen hat Horst Reimann, der Vorsitzende des Fußballkreises Iserlohn, nicht an die letzte Sitzung des FLVW. Die stand im August bereits im Zeichen der Maßnahmen der Corona-Pandemie, wurde in der großen Turnhalle der Sportschule Kaiserau unter Einhaltung aller Abstands- und Hygieneregeln abgehalten und sei nach Aussage des Kreisvorsitzenden schon anstrengend gewesen, besonders die Tonqualität in der großen Halle sei nicht die beste gewesen.

Horst Reimann erwartet einen langen Tag vor dem Computer

Jetzt am Samstag kommt der Fußball- und Leichtathletikverband Westfalen (FLVW) zu seiner letzten, obligatorischen Beratung mit den Fußballkreisen zusammen. Natürlich läuft alles digital. Horst Reimann wird also in seinem Arbeitszimmer sitzen, eine Thermoskanne mit Kaffee dabei haben und wie seine Kollegen aus den anderen Kreisen per Computer zugeschaltet sein.

„Das ist eine Premiere, einfach wird das sicherlich nicht“, glaubt Reimann. Wie lange das dauert? Das könne er nicht abschätzen. „Als Präsenzveranstaltung dauert es aber eineinhalb Tage“, gibt Reimann zu bedenken.

Es geht nicht nur um Corona, auch um den Etat

Beim Blick auf die Tagesordnung fällt auf, dass es nicht nur um die Folgen der Corona-Pandemie geht, obwohl das „natürlich das Hauptthema sein wird.“ Da ist sich Reimann sicher. Andererseits müssen die Kreisvorsitzenden auch über den Etat des kommenden Jahres entscheiden.

Und über die vereinfachte und nur auf einzelne Mannschaften bezogene Zulassung von Spielgemeinschaften. „Das Prinzip aus dem Jugendbereich, wo sich nur einzelne Mannschaften zu Spielgemeinschaften zusammenschließen, wollen wir auch auf den Seniorenbereich ausweiten“, so Reimann.

Kreisvorstand plädiert für 50-Prozent-Regel

Doch das Hauptthema der digitalen Zusammenkunft kann natürlich nur Corona heißen. Denn noch ist absolut nicht vorhersehbar, wie es weitergehen kann, so Reimann.

Horst Reimann, Vorsitzender des Fußballkreises Iserlohn, macht sich auf einen langen Tag vor dem Computer gefasst. © Fußballkreis Iserlohn © Fußballkreis Iserlohn

In Absprache mit seinen Vorstandskollegen geht Reimann von drei möglichen Szenarien aus: Entweder die Saison wird abgebrochen, oder sie wird komplett ausgespielt oder als dritte Möglichkeit mit der 50-Prozent-Regel gewertet.

Keine Lust mehr auf Blick in die Glaskugel

Die beiden ersten Punkte spielen in den Gedanken des Kreisvorsitzenden keine Rolle. „Andererseits bin es auch leid, immer und immer wieder in die Glaskugel zu schauen und darüber zu spekulieren, wann es denn weitergehen könne“, kommentierte der Kreisvorsitzende die aktuelle Situation: „Wer die Rede der Kanzlerin am Mittwoch gehört hat, der kann auch davon ausgehen, dass wir einen harten Lockdown nach Weihnachten erleben werden.“

Vorbereitungszeit von vier Wochen

Was das für den Fußball im Kreis Iserlohn bedeute, sei nach Aussage von Reimann auch klar. Ein Trainingsbeginn im Januar sei nicht realistisch: „Wenn alles gut geht und die Zahlen gehen nach einem möglichen harten Lockdown wieder runter, dann können wir eventuell im Februar mit dem Training und im März mit den Spielen beginnen.“

Reimann plädiert damit weiter für eine vierwöchige Vorbereitungszeit, während der Verband auch schon zwei Wochen Vorbereitungszeit ins Spiel gebracht hat. „Ich glaube nicht, dass sich die Spieler im Lockdown alle so fit halten, dass sie sofort wieder starten könnten. Deshalb sind mir die vier Wochen zur Vorbereitung wichtig, um Gefahren für die Gesundheit zu vermeiden“, argumentiert Reimann.

Re-Start im März würde reichen

Sollte im März der Re-Start erfolgen, wäre alles in Ordnung für Reimann: „Dann hätten wir drei Monate oder rund zwölf Spieltage Zeit, um zunächst die ausgefallenen Spiele nachzuholen und dann die restlichen Spiele der Hinrunde zu absolvieren. Würden wir die Saison bis Ende Juni verlängern, hätten wir sogar 16 Wochen Zeit. Der Kreisvorstand interpretiert die 50-Prozent-Regel so, dass jeder Verein einmal gegen den anderen Verein gespielt haben sollte. Wie wir das in den Kreisligen umsetzen, liegt dann an uns.“

Gehen die Zahlen hoch, ist alles möglich

Spielen die Zahlen verrückt und gehen im neuen Jahr wieder hoch, dann müsse man die Situation natürlich neu bewerten. Natürlich sei dann alles möglich, sogar der Abbruch der Saison, so Reimann: „Aber im Moment mache ich mir keine Sorgen, ich denke, wir kriegen das hin.“

Über den Autor
Freier Mitarbeiter
Ein waschechter Dortmunder, Jahrgang 1957. Vor dem Journalismus lange Jahre Radprofi, danach fast 30 Jahre lang Redakteur bei Dortmunder Tageszeitungen, seit 2015 bei den Ruhr Nachrichten, natürlich im Sport.
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Peter Kehl

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