Futsaltrainer Ronaldo Milani ist in der brasilianischen Metropole Sao Paulo geboren. © Bernd Paulitschke
Coronavirus

Der Präsident verharmlost Corona – das ist problematisch für die Brasilianer

Brasilien ist ein Land, das insbesondere im Frühjahr stark von der Pandemie betroffen war. Der Schwerter Futsaltrainer Ronaldo Milani berichtet, wie es nun in seiner Heimat läuft.

Ronaldo Milani ist in Sao Paulo geboren. 2010 kam er erstmals aus Brasilien nach Deutschland. Nach einer zwischenzeitlichen Rückkehr lebt er seit 2018 wieder hierzulande. Der Trainer der Holzpfosten-Futsaler hat ständigen Kontakt zu seiner Familie in einem Land, das insbesondere im Frühjahr besonders stark von der Pandemie betroffen war:

„Meine Eltern wohnen mittlerweile in Extrema, einer Stadt nördlich von Sao Paulo. Mein Vater hat hier eine kleine Brauerei, die er zunächst für vier Monate schließen musste.

Seitdem sie wieder geöffnet hat, kommen mal viele Kunden, mal ganz wenige. Bier gehört zu den Genussmitteln, die den Leuten Spaß machen. Aber nicht alle können sich das aktuell leisten. Meiner Familie geht es zum Glück gut. Und im Moment scheint die Lage in Brasilien etwas leichter zu sein als im Frühjahr.

Es gibt dort ein Ampelsystem, das sich an die Situationen anpasst. Und im Moment kann man in meiner Heimatstadt die Lage noch kontrollieren. Es gibt keinen Lockdown.

Problematisch ist ganz sicher, dass Brasiliens Präsident das Virus verharmlost hat – und dann war er selbst infiziert. Doch es wurden zu Beginn nicht so viele Maßnahmen getroffen und in der ersten Welle gab es bis zu 1000 Todesfälle täglich.

In Deutschland wird viel Rücksicht auf andere Personen genommen. Man macht die ganzen Maßnahmen nicht nur mit, weil man sich selbst, sondern auch andere schützen möchte. Mein Eindruck ist, dass in Brasilien manchmal anders herum gedacht wird. Das ist etwas schade.

Der Sport läuft aktuell übrigens sowohl bei den Profis als auch Amateuren mehr oder weniger normal – natürlich aber ohne Zuschauer.“

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