Ein Schwerter Bezirksligist erlebte in einem Flutlicht-Derby einen bitteren Abend, der sinnbildlich für eine verkorkste Saison stehen sollte. © Jens Lukas
Fußball

Derby-Hitparade: Ein bitterer Abend gegen die Ex als Spiegelbild einer Abstiegs-Saison

Eigentlich hatte das Team im Schwerter Flutlicht-Derby alle Karten in der Hand. Doch der Bezirksligist stellte sich nicht clever genug an - wie so oft in der Saison, in der der Klub abstieg.

Freitagabend, Flutlicht, Lokalduell gegen den Ex-Verein, da ist jeder Sportler bis in die Haarspitzen motiviert. Dann spielt es auch keine Rolle, ob das Duell in der Bundesliga oder Bezirksliga stattfindet.

Dieses Gefühl hatte Alexander Hueck am 6. November 2015 als sein Team, der VfB Westhofen, am Schützenhof gastierte. Für den Kapitän der Gäste war es ein Duell gegen die Ex, schließlich schnürte Hueck vor seiner Zeit in Westhofen die Schuhe für den VfL Schwerte.

Alexander Hueck gewann selten mit dem VfB Westhofen

„Für mich war es kein besonderes Spiel. Ich will immer gewinnen und besonders die Derbys, das waren immer geile Duelle“, so Hueck. Doch dieser Freitagabend sollte ein Spiegelbild der Saison für den VfB sein, denn Siege gab es in der Spielzeit 2015/2016 zu wenig.

Die Mannschaft von Trainer Michael Kalwa war in den meisten Spielen nicht immer das schlechtere Team, doch die guten Auftritte wurden nicht mit Punkten belohnt, sodass am Ende der Saison der Abstieg in die Kreisliga A anstand.

Shakehands vor dem Anpfiff des Bezirksliga-Derbys: Die Kapitäne Mirko Mustroph (li., VfL Schwerte) und Alexander Hueck (re., VfB Westhofen) mit Schiedsrichter Dominic Tillmann (Breckerfeld), der mit der fairen Partie keine Probleme hatte. © Paulitschke © Paulitschke

„Die Saison und die Lokalduelle haben echt Bock gemacht, auch wenn wir leider die Klasse nicht halten konnten. Wir haben immer knapp und unglücklich verloren, das war echt bitter“, erinnert sich Hueck.

Eine unglückliche Niederlage sollte es auch gegen den VfL Schwerte setzen, obwohl es zu Beginn nicht danach aussah. Zur Pause führten die Gäste durch ein Kopfballtor von Jonathan Zunda mit 1:0.

Alexander Hueck gleicht per Kopf aus gegen den VfL Schwerte

Innerhalb von fünf Minuten drehten die Gastgeber das Spiel und führten mit 2:1, doch der VfB hatte in Person von „Ali“ Hueck die passende Antwort parat. Eine Freistoßflanke köpfte der Kapitän persönlich eine Viertelstunde vor Schluss zum 2:2-Ausgleich ins Netz.

„Es war geil, dass wir Mentalität bewiesen haben und nach dem Rückstand zurückgekommen sind. Ich hatte ein gutes Timing beim Kopfball und diesmal passte er gut. Ich war schon kopfballstark, aber kein Torgarant“, meint der 31-Jährige.

Dies dürfte hauptsächlich an seiner Position gelegen haben, denn der defensive Mittelfeldspieler wurde von Trainer Kalwa zum Innenverteidiger umgeschult. „Die Umstellung hat gut geklappt, aber leider habe ich mir eine Knieverletzung zugezogen und war einige Zeit raus. Unser Saisonstart war dann nicht gut und es zog sich durch die Saison“, fügt der BVB-Fan hinzu.

Derby-Niederlage symbolisch

Wie ein roter Faden zogen sich gute Leistungen und unglückliche Niederlagen durch die Saison. So war es auch auf dem Schützenhof. Die Gäste drangen auf den Siegtreffer und ließen sich dann in der 90. Minute auskontern.

Ein Fehler im Mittelfeld führte dazu, dass VfL-Stürmer Fatih Yetimoglu von der Mittellinie alleine auf das VfB-Gehäuse zulaufen konnte und mit seinem zweiten Treffer des Abends den 3:2-Endstand besorgte.

„Das war mega ärgerlich. Auch auf den Rängen herrschte richtige Derbystimmung und dann fangen wir uns so einen Gegentreffer“, hadert Hueck noch heute.

Die Derbystimmung sei in der aktuellen Zeit nicht mehr so intensiv, beschreibt der Verteidiger und nennt auch Gründe: „Die Derbys sind nicht mehr so intensiv wie früher, weil die Typen fehlen, die solche Spiele anheizen. Auch das Zuschauerinteresse ist nicht mehr so groß und das wirkt sich auf das Spielfeld aus, denn angeheizte Zuschauerstimmung auf den Tribünen überträgt sich leicht auf uns Spieler.“

Und so durften an diesem Freitagabend im November die VfL-Spieler und -Fans den Derbysieg bejubeln, während sich Alexander Hueck mit seinem Team nach dem Spiel fragte, warum sie trotz guter Leistung wieder einmal mit leeren Händen dastanden.

Über den Autor

Ahaus, Heek und Legden am Abend

Täglich um 18:30 Uhr berichten unsere Redakteure für Sie im Newsletter über die wichtigsten Ereignisse des Tages.

Informationen zur Datenverarbeitung im Rahmen des Newsletters finden Sie hier.

Lesen Sie jetzt