Bei diesen Mannschaften zappelte der Ball in den vergangenen zehn Jahren besonders häufig im Netz. © Jens Lukas
Fußball-Bezirksliga

Derby-Hitparade: Jeder Schuss ein Treffer – und ein Kantersieg der Superlative

Häufig hat es in der Vergangenheit Kantersiege gegeben, wenn sich zwei heimische Bezirksliga-Rivalen gegenüberstanden. Ein so eindeutige Resultat wie am 18. August 2019 aber hat es noch nie gegeben.

Am 25. November 2017 spielte Borussia Dortmund gegen den FC Schalke 04 in einem legendären Revierduell gegeneinander. Zwischen der 12. und 25. Minute schoss der BVB vier Tore, woraufhin der ehemalige S04-Coach Domenico Tedesco den 4. Offiziellen fragte, ob das Spiel nach 70 Minuten beendet werden könne. Schließlich war bei den Gastgebern jeder Schuss ein Treffer.

Ein ähnliches Szenario folgte fast zwei Jahre später im Garenfelder Waldstadion, wo sich der heimische Sportclub und der SC Hennen am 18. August 2019 gegenüberstanden. Nach gut einer halben Stunde stand es 1:1 – keiner der Beteiligten rechnete in diesem Moment mit einem rekordverdächtigen Endergebnis.

15 Mal Torjubel in rot: Der SC Berchum/Garenfeld traf gegen den SC Hennen nach Belieben – sehr zum Verdruss des Hennener Kapitäns Haris Elezovic (re.).

Doch zwischen der 32. und 44. Minute gelangen den Berchum/Garenfeldern fünf Treffer – wie im oben beschriebenen Revierderby war jeder Schuss ein Treffer. Zur Pause führten die Platzherren mit 6:1 – eigentlich die Vorentscheidung, aber Comebacks sind nicht nur in der Bundesliga möglich.

An diesem Tag aber nicht – im Gegenteil: Dreifachtorschütze Christian Deuerling meinte: „Wir hatten keinen Riesentag. Ich würde eher sagen, dass Hennen einfach nicht anwesend war. Aber irgendwann hat es für uns auch keinen Spaß mehr gemacht.“

Erst recht keinen Spaß hatten auch die „Zebras“ irgendwann mehr: „Je höher es wurde, desto mehr hat man sich geschämt. Ich habe so etwas lange nicht erlebt, und es kam für mich in dieser Form auch unerwartet“, erinnert sich der Sportliche Leiter, Marvin Horn.

Bei einem Pausenstand von 6:1 für Berchum/Garenfeld werden auch die Halbzeitansprachen der beiden Trainer Fabian Kampmann (Berchum/Garenfeld) und Holger Stemmann (Hennen) unterschiedlich gewesen sein. Deuerling konnte sich erinnern: „Unser Trainer meinte, wir sollten nicht nachlassen, weiter nach vorne spielen und etwas für unser Torverhältnis tun. Mitleid hatten wir nicht, aber bei uns ließ auch die Konzentration irgendwann nach.“

Marvin Horn fügte hinzu: „Ich hatte keine Hoffnung mehr auf ein positives Ergebnis, sondern wollte nur kein Debakel. Wir wollten uns halbwegs aus der Affäre ziehen, aber es war ein Vollversagen von allen.“ Ein Vollversagen konnten die Schalker seinerzeit abwenden, denn Naldo köpfte in der Nachspielzeit den 4:4-Ausgleich.

In Garenfeld hieß es dagegen beim Schlusspfiff 15:1 für die Gastgeber – von einem Comeback der „Zebras“ keine Spur. Doch auch für den SC Hennen wurde nach dem Spiel alles wieder gut. Eine Woche später gewann er mit 7:0 gegen – und es stand ja in der Rückrunde auch noch die zweite Begegnung mit Berchum/Garenfeld auf dem Programm.

„Wir wollten im Rückspiel ein anderes Gesicht zeigen und wussten, dass wir besser sind das 1:15 im Hinspiel es aussagt – und das sollte sich auch bestätigen“, sagt Marvin Horn. So gewann Hennen im Naturstadion mit 2:0 und revanchierte sich damit für das Hinspieldebakel – da war dann auch in Hennen die Fußballwelt wieder in Ordnung.

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