Erline Nolte (r.), hier nach einem Weltcuprennen mit ihrer Namensvetterin Laura Nolte aus Unna (mit der sie nicht verwandt oder verschwägert ist) vor gut einem Jahr, hat für die deutschen Pilotinnen bei der WM in Altenberg die Daumen gedrückt. Laura Nolte holte die Bronzemedaille. © picture alliance/dpa
Interview

Die Bob-WM nur vor dem Fernseher: Blutet da nicht das Herz, Erline Nolte?

Im sächsischen Altenberg geht am Wochenende die Bob-Weltmeisterschaft zu Ende. Erline Nolte, Schwerter Olympia-Teilnehmerin 2018, hat vor dem Fernseher mitgefiebert.

Der Abschluss der eigenen aktiven Karriere als Zweierbob-Anschieberin, wie ursprünglich mal geplant, war die WM im eigenen Land für Erline Nolte nicht. Die 31-Jährige hatte ihre Laufbahn im vergangenen Jahr beendet. Nicht mehr selbst am Start zu sein, ist aber offenbar kein Problem für Nolte, wie sie im Gespräch verrät.

Erline, wie sehr hat Ihr Herz geblutet, als sie die WM in Altenberg verfolgt haben?

Überhaupt nicht – das ist tatsächlich so. Das Einzige, was mich sehr traurig macht, ist, dass ich die WM von Zuhause aus verfolgen muss, da wegen Corona keinerlei Zuschauer erlaubt sind. Aber es juckt gar nicht in den Fingern, nochmals selber am Start stehen zu wollen.

Aber als Zuschauer wären Sie wahrscheinlich schon gerne in Altenberg dabei gewesen…

Klar, ich wäre gerne hingefahren und hätte gerne einige Freundinnen und natürlich auch meinen Freund (Pilot Christoph Hafer, Anm.d.Red.) angefeuert. Ich hatte Bundestrainer René Spieß noch gefragt, ob es vielleicht eine Möglichkeit gibt, dabei zu sein – aber keine Chance. Aus Gründen des Infektionsschutzes darf niemand an der Bahn sein, der nicht unmittelbar mit der WM etwas zu tun hat. Und ich finde, das ist auch okay so. Aber schade ist es natürlich trotzdem.

Also haben Sie die WM aus der Distanz verfolgt – und waren mit dem Abschneiden der deutschen Frauenteams im Zweierbob vermutlich zufrieden, oder?

Auf jeden Fall – die Plätze zwei, drei, vier und sechs zeigen, dass die Leistungsdichte bei den Frauen in Deutschland enorm hoch ist. Gefreut hat mich vor allem die Silbermedaille von Ann-Christin Strack als Anschieberin von Kim Kalicki. Und schade, dass es für Mariama Jamanka nicht etwas mehr geworden ist als der sechste Platz. Diese beiden haben mich jahrelang in meiner Karriere begleitet und sind richtig gute Freundinnen geworden.

Ihr Karriere-Ende im Herbst 2020 haben Sie seinerzeit hauptsächlich mit den körperlichen Strapazen begründet. Wie geht es Ihrem Körper heute ohne den Bobsport?

Sehr gut. Man wacht morgens ohne Schmerzen auf. Das ist ein richtig gutes Gefühl. Und auch mental ist alles gut – es war für mich genau der richtige Zeitpunkt, um aufzuhören.


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Redaktion Schwerte
Als Schwerter Sportredakteur seit 2000 auf den Sportplätzen und in den Hallen unterwegs – nach dem Motto: Immer sportlich bleiben!
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Michael Doetsch

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