Das Spiel gegen Teutonia Riemke am 10. Oktober, hier eine Szene mit Jonas Mag (li.), war die zweite und vorerst letzte Verbandsliga-Partie der HVE Villigst-Ergste. © Bernd Paulitschke
Handball

Die Sehnsucht nach der Verbandsliga und der Kiste Bier nach dem Training

Den Handballern geht es nicht anders als den Aktiven fast aller anderen Sportarten: Der Spielbetrieb ruht. Bis mindestens zum Jahresende, so hat es der Handballverband Westfalen verkündet.

Seit vergangenem Freitag steht fest, dass 2020 kein Ball mehr geworfen wird. Damit haben die Verantwortlichen des Handballverbandes Westfalen (HVW) auf die unverändert hohen Corona-Infektionszahlen reagiert. So bleibt den Mannschaften, die in einer dem HVW zugeordneten Ligen spielen, nichts Anderes übrig, als sich mit der misslichen Situation zu arrangieren.

Das gilt auch für die HVE Villigst-Ergste. Die Freude war groß im HVE-Lager, als Mitte April der Aufstieg in die Verbandsliga amtlich war – eine Spielklasse, in der noch nie ein HVE-Männerteam um Punkte gespielt hat. „Aber so richtig hat die Verbandsliga für uns noch gar nicht begonnen“, sagt HVE-Trainer Tobias Genau.

Nach dem 24:23-Sieg setzt Corona ein Stoppschild

Denn schon nach zwei Saisonspielen setzte Corona ein Stoppschild – der 24:23-Erfolg gegen Teutonia Riemke am 10. Oktober war die vorerst letzte Partie der Villigst-Ergster.

Dass die Saison nicht mehr in diesem Kalenderjahr fortgesetzt wird, kommt für Genau nicht überraschend. „Damit musste man rechnen“, sagt der Trainer, „wenn man sieht, was mittlerweile sogar in der Bundesliga los ist.“ Auch in der höchsten Spielklasse der Handballer hat es mittlerweile die ersten Spielabsagen wegen Corona gegeben – den umfangreichen Hygieneschutzmaßnahmen zum Trotz.

Tobias Genau: „Wir nehmen es so, wie es kommt“

Stellt sich für Genau und sein Team die Frage, wie es mit der Verbandsligasaison 2020/21 weitergeht. Der Coach hat keine Antwort auf diese Frage. „Wir nehmen es so, wie es kommt. Aber ich möchte nicht in der Haut der Leute stecken, die dies zu entscheiden haben“, so Genau.

Dass die Saison in komplettem Umfang zu Ende gespielt werden kann, glaubt Genau nicht. „Auch wenn ich schon Aussagen gehört habe, dass es genug Puffer nach hinten gibt: Es geht frühestens im Januar wieder los, und dann ist noch fast eine ganze Hinrunde zu absolvieren. Ich glaube nicht, dass man das aufholen kann“, meint der HVE-Trainer. Er gehe aber schon davon aus, „dass der Verband versuchen wird, irgendwie die Saison zu retten.“

HVE-Trainer Tobias Genau, hier im Gespräch mit Kapitän Philipp Koch. © Bernd Paulitschke © Bernd Paulitschke

Vielleicht mit einer Einfachrunde. Aber je nach weiterer Entwicklung der Pandemie sei es irgendwann sicherlich auch eine Option, die Saison gar nicht werten und dann möglicherweise im September 2021 neu zu beginnen.

Vorerst jedenfalls sind die Villigst-Ergster zur handballerischen Tatenlosigkeit verurteilt. Das heißt aber offenbar nicht, dass die Spieler auf der faulen Haut liegen. „Die Jungs haben ein paar Fitness-Hausaufgaben bekommen – bis vor ein paar Tagen mussten wir ja davon ausgehen, dass es vielleicht schon im Dezember weitergehen könnte“, erklärt der Trainer.

Kein Ersatz für das „echte“ Training

Ein Ersatz für das „echte“ Training könne dies aber natürlich nicht sein, sagt Genau. „Das, wofür man den Mannschaftssport macht, das Gemeinschaftsgefühl und nach dem Training bei einer Kiste Bier zusammenzusitzen, das bleibt zurzeit komplett auf der Strecke. Deswegen ist es für uns alle wichtig, dass es irgendwann wieder losgeht“, meint der HVE-Trainer.

Wann immer das sein wird – es wird wohl noch ein bisschen dauern, bis die HVE Villigst-Ergste so richtig in ihre erste Verbandsligasaison durchstarten und dann weitere Siege in dieser Spielklasse feiern kann. Gemeinsam, bei einer Kiste Bier.

Über den Autor
Redaktion Schwerte
Als Schwerter Sportredakteur seit 2000 auf den Sportplätzen und in den Hallen unterwegs – nach dem Motto: Immer sportlich bleiben!
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Michael Doetsch

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