Ein ehemaliger Schwerter Trainer war bei den Schwerter Stadtmeisterschaften besonders erfolgreich. © Bernd Paulitschke
Fußball

Ehemaliger Schwerter Trainer schwärmt noch heute vom „genialen“ Verein

Dieses Kapitel in seiner Trainergeschichte wird unvergessen bleiben und seinen ehemaligen Verein trägt er weiter im Herzen. Mit seinem jetzigen Verein will er gerne noch aufsteigen.

Am Ende der Saison 2015/16 und dem Abstieg in die Kreisliga war Schluss an der Wasserstraße. Zuvor war er fast zehn Jahre Trainer beim VfB Westhofen. Damit dürfte er wohl der Rekord-Trainer in Westhofen sein.

Absolute Ausnahme im Fußball

Zehn Jahre bei einem Verein – das ist schon eine absolute Ausnahme im Fußball. Und so ist es nicht verwunderlich, dass Michael Kalwa diese Zeit immer im Herzen trägt. „Ich bin da schon bei einem feinen Verein gelandet“, blickt er zurück. Ab und zu telefoniert er oder schreibt per WhatsApp mit alten Weggefährten, „aber bei dreimal Training unter der Woche und dem Spiel sonntags bleibt wenig Zeit“, berichtet er.

Trainer bei Brackel 61

Denn im Trainergeschäft ist „Kalli“, wie er meistens gerufen wird, nach wie vor – beim A-Ligisten Dortmunder Löwen Brackel 61, der in der Parallelstaffel der Westhofener spielt.

Michael Kalwa als Trainer beim VfB Westhofen. © Bernd Paulitschke © Bernd Paulitschke

Aus Brackel war Michael Kalwa auch nach Westhofen gekommen – allerdings vom SV Brackel 06, für den er als Trainer der A-Jugend sowie zweiter und erster Mannschaft tätig war. Als Spieler kickte Kalwa für Borussia Dortmund (Jugend und Amateure) sowie für die Sportfreunde Oestrich und den TuS Eving-Lindenhorst.

Michael Kalwa mit dem Sieger-Shirt beim Titelgewinn der Schwerter Stadtmeisterschaft 2010. © Bernd Paulitschke © Bernd Paulitschke

Am 17. Oktober 2006 übernahm er den VfB. Haften bleiben aus der Westhofener Zeit natürlich vor allem die Erfolge. Allein viermal gewannen die Westhofener unter seiner Regie die Stadtmeisterschaft, zweimal das Hospiz-Turnier des Nachbarn ETuS/DJK Schwerte und 2008 den Iserlohner Kreispokal.

In der Bezirksliga waren der dritte (2008/09) und vierte Rang (2010/11) die Topplatzierungen. Nach der Spielzeit 2011/12 musste der VfB Westhofen den bitteren Abstieg hinnehmen. Platz zwölf reichte nicht zum Klassenerhalt, da im Zuge Ligenverkleinerung ein vermehrter Abstieg stattfand. Zwei Jahre später feierte Westhofen die Rückkehr in die Bezirksliga. Weitere zwei Jahre später endete die Ära Kalwa an der Wasserstraße mit dem erneuten Abstieg.

So ganz aber noch nicht, denn Kalwa sprang sogar noch kurzfristig für zweieinhalb Monate bei der zweiten Mannschaft ein, als dort Not am Mann war.

Fast zehn Jahre war Michael Kalwa Trainer beim VfB Westhofen. © Bernd Paulitschke © Bernd Paulitschke

„Dieses Kapitel bleibt unvergessen und ich werden noch in 20, 30 Jahren von dieser Zeit erzählen“, meint Michael Kalwa. „Die Fahrten zum Training hat man gar nicht gemerkt. In den 30 Minuten konnte ich abschalten“, erinnert er sich.

Seit der Saison 2017/18 ist er Trainer bei den Dortmunder Löwen in Brackel, die damals gerade in die A-Liga aufgestiegen waren. Dort ist er nun im vierten Jahr tätig und will auch noch mindestens eine Saison dran hängen. Fast 26 Jahre ist er Trainer. „Ich will nicht mehr ewig Trainer sein“, meint der 50-Jährige, aber er würde zu gerne noch mit dem Verein aufsteigen.

Michael Kalwa als Trainer bei den Dortmunder Löwen Brackel 61. © Folty © Folty

„Wir haben eine gute Truppe zusammen, die in der Bezirksliga bestehen kann. Das war vor zwei, drei Jahren noch nicht so“, erzählt er. Im Vorjahr musste er Alstedde den Vortritt lassen. In diesem Jahr hat er Gahmen vor der Brust. Aber diese Saison sei durch Corona völlig neben der Spur. An einer kompletten Saison hat er große Zweifel. Es laufe auf die ominöse 50-Prozent-Regel hinaus. „Es gibt keine faire Entscheidung. Vom Gefühl her ist die Saison jetzt schon für den A…“, sagt Kalwa.

In diesen Zeiten bleibt dann schon mal Zeit, die alten Kontakte nach Westhofen aufleben zu lassen. Und wenn es irgendwie geht, fährt er auch noch die 30 Minuten zum VfB, so wie bei der 100-Jahr-Feier in 2019. „Ein genialer Ort und ein genialer Verein“, denkt Michael Kalwa immer gerne an Westhofen.

Über den Autor
Freier Mitarbeiter
Jörg Krause (Jahrgang 1967) ist seit Mitte der 1990er-Jahre als freier Mitarbeiter in der Schwerter Lokalsportredaktion unterwegs. Vor allem in Sachen Fußball ein wandelndes Lexikon.
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