Dominik Buchwald bleibt auch in der Saison 2021/22 der Trainer des VfL Schwerte. Zur aktuellen Spielzeit, die momentan Corona-bedingt unterbrochen ist, hat Buchwald eine klare Meinung. © Manuela Schwerte
Interview

Ein Fußballtrainer spricht Klartext: „Das ist jetzt schon eine irreguläre Saison“

Unabhängig davon, wann und wie es mit der zurzeit unterbrochenen Saison weitergeht, wird Dominik Buchwald (39) auch 2021/22 der Trainer des Fußball-Bezirksligisten VfL Schwerte sein.

Dominik Buchwald wird dann in sein drittes Trainerjahr am Schützenhof gehen. Nachdem die Vereinsführung der Blau-Weißen die Verlängerung der Zusammenarbeit offiziell bekannt gegeben hat, haben wir mit dem Trainer gesprochen.

Herr Buchwald, seitens der Vereinsführung hieß es, die Vereinbarung über eine weitere Zusammenarbeit sei völlig komplikationslos gewesen. War das von Ihrer Seite auch so?

Erstmal sind wir zufrieden damit, wie es in dem halben Jahr gelaufen ist, bis Corona kam. Wir haben eine wesentlich bessere Mannschaft auf die Beine gestellt als in der Saison davor. Die Mannschaft hat Fortschritte gemacht, ich sehe eine Entwicklung. Mir ist wichtig, dass auch die Bedingungen gegeben sind, um noch besser zu werden – ich will als Trainer ja auch eine Perspektive haben. Das haben wir in den Gesprächen mit dem Vorstand abgeklopft – und dann war es wirklich eine unproblematische Entscheidung, dass ich weitermache.

Was halten Sie denn mittelfristig mit dem VfL Schwerte für möglich?

Schwer zu sagen. Natürlich möchte ich nicht fünf Jahre lang in der Bezirksliga um die Plätze fünf bis acht spielen. Aber richtig mittelfristig denke ich eigentlich nicht, sondern schaue eher von Saison zu Saison.

Außer Ihnen als Trainer hat auch Kamal Hafhaf als Sportlicher Leiter verlängert. Gilt das auch für das Betreuerteam?

Auch Marc Hendric Rohmann als Mannschaftsbetreuer und André Boden als Physiotherapeut machen weiter. Bei Yannis Schwarze und Marvin Waldschmidt (spielender Co-Trainer und Co-Trainer, Anm.d.Red.) ist meines Wissens noch keine endgültige Entscheidung gefallen. Mein Wunsch ist aber, in der jetzigen Konstellation weiterzumachen.

Bei diesen Personalien reden wir von der Saison 2021/22. Die laufende Spielzeit aber ist momentan Corona-bedingt unterbrochen. Wie gehen Sie als Trainer mit der aktuellen Situation um?

Dass wir im Dezember nicht mehr spielen werden, war schon abzusehen, bevor die Entscheidung offiziell bekannt gegeben wurde. Deshalb hatten wir den Spielern schon die Gelegenheit gegeben, etwas Abstand zu gewinnen. Wer Interesse hatte, für den hatte Yannis Schwarze ein Programm ausgearbeitet. Ansonsten hält sich jeder so fit, wie er es selbst möchte.

Was glauben Sie, wann und wie es mit der Saison weitergeht?

Ich kann es nicht einschätzen. Ich frage mich nur, ob das, was letztlich entschieden wird, auch Sinn macht. Wenn ich zum Beispiel kürzlich den Vorschlag eines Funktionärs gehört habe, der meinte, es könnte schon Mitte Januar mit der Saison wieder losgehen, dann stellt sich für mich schon die Frage: Wie weltfremd muss man sein?

Was wäre denn Ihr Vorschlag?

Es wäre auf jeden Fall klug, eine möglichst lange Pause zu machen. Ich sehe es nämlich definitiv als Problem an, zu früh wieder anzufangen. Wenn Amateurfußballer monatelang kein Training haben, sind vier Wochen Vorbereitungszeit auf die weitere Saison definitiv zu wenig – erst recht, wenn es Englische Wochen gibt. Vor Mitte/Ende März sollte die Saison nicht wieder aufgenommen werden. Und dann muss man sich eben ein Szenario überlegen, dass man das Saisonende nach hinten verschiebt und auch noch im Sommer spielt. Ich finde, in diesen Zeiten muss man kreativ sein.

Macht Ihnen diese Saison unter den gegebenen Rahmenbedingungen eigentlich noch Spaß?

Für mich ist es jetzt schon eine irreguläre Saison. Gerade wir als VfL Schwerte haben in den ersten acht Wochen der Saison kaum ein reguläres Spiel gehabt – du bereitest dich bis Freitag auf einen Gegner vor, dann kommt kurzfristig die Spielabsage. Richtig Freude kommt da nicht auf.

Über den Autor
Redaktion Schwerte
Als Schwerter Sportredakteur seit 2000 auf den Sportplätzen und in den Hallen unterwegs – nach dem Motto: Immer sportlich bleiben!
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Michael Doetsch

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