Den wohl größten Senkrechtstarter des Bundesliga-Aufsteigers VfL Bochum hat einst ein heimischer Trainer entdeckt. © dpa

Ein Schwerter Fußball-Trainer entdeckte Bochums Senkrechtstarter

Der VfL Bochum ist nach elf Jahren wieder in der 1. Bundesliga. Und ein Schwerter Coach kann sich auf seine Fahnen schreiben, etwas dazu beigetragen zu haben.

Was hat ein Fußball-Trainer vom SC Berchum/Garenfeld mit dem Aufstieg des VfL Bochum zu tun? Gar nicht so wenig, wie das Beispiel eines Bochumer Stammspielers zeigt.

Denn vor vier Jahren war Fabian Kampmann noch Coach der Junioren U16/17 des VfL. Und kein Geringerer als der Entdecker von Armel Bella-Kotchap, dem 19-jährigen Senkrechtstarter des neuen Erstligisten. Kampmann hatte den Deutsch-Kameruner vom MSV Duisburg zum VfL Bochum geholt. Mittlerweile ist der Innenverteidiger mit 5 Millionen Euro der wertvollste Spieler der Bochumer.

Am Sonntag direkt Bella-Kotchap und Pause Grave gratuliert

Kampmann hat noch am Sonntagabend direkt zum Handy gegriffen und eine Whatsapp verschickt, als der VfL Bochum elf Jahre nach dem letzten Bundesliga-Abstieg ins Fußball-Oberhaus zurückkehrt. „Ich habe Armel sofort eine Nachricht geschickt. Und natürlich auch Ersatzkeeper Paul Grave, der ja auch aus meiner damaligen Junioren-Mannschaft stammt. Beide sind unglaublich gute Jungs“, erzählt Kampmann: „Der Kontakt zu meinen Ex-Schützlingen ist nie abgerissen. Ich weiß, wo alle gerade spielen.“

Fabian Kampmann, Trainer des SC Berchum/Garenfeld. © Bernd Paulitschke © Bernd Paulitschke

Die Bindung sei unheimlich eng gewesen, sieben Tage in der Woche habe man sich gesehen, sei mehrmals im Jahr ins Trainingslager gefahren, so Kampmann. Nach einem Jahr war dann Schluss in Bochum. Die Doppelbelastung sei zu groß geworden. Er sei eigentlich immer unterwegs gewesen, kaum zu Hause bei der Familie.

Der 36-Jährige war schon damals Lehrer in Hamm, dazu kam sein Nebenjob als Nachwuchstrainer in Bochum. Und zuhause meldete sich Nachwuchs an. „Natürlich hatte ich ursprüngliche Gedanken, dass aus dem Trainerjob noch mehr wird. Aber ich bin froh, wie es gelaufen ist. Bei Berchum/Garenfeld fühle ich mich ultraglücklich, ich wohne in Ergste, nur fünf Minuten vom Platz entfernt. Das ist einfach perfekt“, zieht Kampmann eine absolut erfreuliche Bilanz.

Und dennoch war das eine Jahr beim VfL eine Zeit, die prägt, die Wirkung hinterlässt. „Ein außergewöhnliches Jahr“, so Fabian Kampmann, „für das ich meiner Frau noch heute dankbar bin, dass ich das machen durfte. Sie war damals im Referendariat und unsere Tochter war zuhause. Ich durfte in dieser Zeit den Nachwuchs des VfL Bochum trainieren.“

Kampmann vergleicht den VfL Bochum mit OSC Lilles

Dass sein Herz noch immer für den VfL schlägt, spürt man in jedem Satz. Kampmann vergleicht Bochum mit dem OSC Lilles, dem neuen französischen Meister, der sogar Paris St. Germain in die Schranken verwies: „Der VfL Bochum ist einfach gigantisch, ein ursprünglicher Verein, absolut bodenständig.“

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Ein waschechter Dortmunder, Jahrgang 1957. Vor dem Journalismus lange Jahre Radprofi, danach fast 30 Jahre lang Redakteur bei Dortmunder Tageszeitungen, seit 2015 bei den Ruhr Nachrichten, natürlich im Sport.
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Peter Kehl

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