Tennis

Ein Schwerter in der Weltrangliste: Zwei Spielausfälle sorgen dafür

Ein Schwerter Tennisspieler in der Weltrangliste? Kaum zu glauben. Aber die Nummer eins des TC Rot-Weiß Schwerte ist tatsächlich im Ranking des Internationalen Weltverbandes zu finden.
Ein Turniersieg in Venlo zum Abschluss der Sommersaison wurde mit Platz 2führt © Bernd Paulitschke

Einen vorderen Platz in der Rangliste nimmt er nicht ein. Aber dass der Spitzenspieler des Tennisclubs Rot-Weiß Schwerte überhaupt im Ranking des Internationalen Weltverbandes ITF aufgeführt ist, verdient schon Anerkennung.

Auf Platz 202 der aktuellen Herren-35-Rangliste des ITF, auf der knapp 1200 Spieler aufgeführt sind, ist Oliver Manz gelistet. Den Weg dorthin ebnete sich Manz durch einen Turniersieg der kuriosen Art.

Oliver Manz: „Bock“ auf ein internationales Turnier

Für das „International-Seniors-Open“-Turnier im niederländischen Venlo hatte sich der neunfache Schwerter Stadtmeister zum Abschluss der Freiluftsaison angemeldet. „Ich hatte einfach Bock, mal ein internationales Turnier zu spielen“, erzählt Manz. Die Wahl fiel auf Venlo, was auch Manz‘ in Mönchengladbach wohnende Patentante freute, die er auf diesem Weg besuchen konnte.

Was ihn in sportlicher Hinsicht in Venlo erwartete, konnte der 34-Jährige im Vorfeld des Turniers nicht einschätzen – außer, dass er es mit ausländischen Gegnern zu tun bekommen würde. So weit die Theorie, denn sein zugeloster Erstrundengegner aus den Niederlanden trat zum Match nicht erst an – Manz zog kampflos in die zweite Runde ein, in der ein US-Amerikaner als Gegner wartete.

Ein überforderter US-Boy als Gegner

Schon beim Einspielen zu diesem Match stellte sich aber heraus, dass die Tennis-Fähigkeiten des US-Boys nicht annähernd an die des Schwerters herankamen. „Ganz ehrlich – ich habe keine Ahnung, warum er sich so ein Turnier angetan hat“, rätselte Manz nach dem 6:1-6:1-Sieg gegen den hoffnungslos unterlegenen Kontrahenten.

In der dritten Runde dann dasselbe Spielchen wie zu Turnierbeginn: Wieder wäre ein Niederländer der Gegner gewesen, wieder trat er nicht an. So zog Oliver Manz kampflos ins Finale seines ersten ITF-Turniers ein, in dem er dann endlich gefordert wurde.

Per Netzroller zum Turniersieg

Gegen Thomas Wühlinghaus aus Kempen am Niederrhein, der mit seinem Team ein paar Wochen vorher in die Herren-30-Bundesliga aufgestiegen war, gewann Manz nach verlorenem ersten Satz (4:6) und glatt gewonnenem zweiten Durchgang (6:0) mit 10:8 im Match-Tiebreak des dritten Satzes – nicht ohne eine Portion Glück, wie Manz zugab. Allein im Match-Tiebreak seien die Hälfte seiner Punkte durch Netzroller zustande gekommen, erinnert sich der Schwerter, „das war mir fast schon ein bisschen peinlich.“

So aber stand unter dem Strich, dass Manz die Sommersaison mit einem internationalen Turniererfolg beendet hat – mit einem Weltranglisteneintrag als Belohnung.

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