Sarah Müller (3.v.li.) absolviert ihr Freiwilliges Soziales Jahr beim VV Schwerte, für den sie auch in der ersten Mannschaft um Oberliga-Punkte spielt. © Foto: Manuela Schwerte
Volleyball

Ein Zufallsprodukt: Sarah Müller hat einen Fulltime-Job beim Verein ihres Herzens

Auch jetzt hat Sarah Müller einen Fulltime-Job. Trotz Lockdown. Trotz Arbeit von zu Hause. 40 Stunden kommen da bei ihr bisweilen wöchentlich schon mal zusammen.

Dabei hat die 20-jährige Volleyballerin derzeit nicht einmal einen herkömmlichen Job. Sie absolviert ihr Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) beim Verein ihres Herzens, dem VV Schwerte.

Im Frühjahr hat Sarah Müller ihr Abitur gemacht

Diese Konstellation ist das Resultat eines Zufalls. Im Frühjahr machte Müller ihr Abitur. Als sie kurz danach eines Tages einen Beitrag des Volleyballvereins in seiner Instagram-Story sieht, entsteht ihr Plan für die Zeit nach dem Schulabschluss.

In seinem Post sucht der Verein seinerzeit Interessierte fürs FSJ. „Da ich liebend gerne Volleyball spiele und mich die Aufgabe gereizt hat“, erzählt Sarah Müller, „habe ich mich gemeldet.“ Seit Anfang August ist sie die FSJlerin – für ein ganzes Jahr.

Sarah Müller ist dem VV Schwerte verbunden, seitdem sie acht Jahre ist. Damals fing sie mit dem Volleyball an, heute spielt sie nunmehr selbst für die 1. Damen in der Oberliga.

Sarah Müller: „Habe es zunächst unterschätzt“

In ihrem Verein hat sie es in ihrer neuen Rolle besonders mit der Trainingsplanung und -durchführung zu tun. „Ich habe das zunächst echt ein bisschen unterschätzt“, gesteht sie. „Bislang kannte ich das Training und Drumherum immer nur aus der Perspektive einer Spielerin.“ Nun ist sie selbst verantwortlich dafür, mit Eltern, Spielern und Vereinsverantwortlichen zu kommunizieren.

Müller hat erst kürzlich einen viertägigen Trainerlehrgang als Teil des FSJ absolviert. Sie leitet nun selbst vier Trainingsgruppen, ist Mannschaftsverantwortliche bei der U12, U13 und U14 sowie bei der jüngsten Seniorinnen-Mannschaft, den Damen 4. Das erklärt auch ihr hohes Arbeitspensum.

Dabei bekommt sie durchgehend große Unterstützung seitens des Vereins, worüber Sarah Müller sehr dankbar ist. Sie schöpft eine Menge Freude aus ihrem Einsatz für den VVS. Auch wenn dieser Aufwand seit November ausschließlich digital läuft.

Athletik, Mobilisierung und Koordination

Über die Video-Plattform Zoom treffen sich Sarah Müller und ihre Teams seitdem zu virtuellen Trainingseinheiten, in denen Athletik, Mobilisierung und Koordination von zu Hause aus trainiert werden. Für die Jüngsten organisiert die Schwerterin zudem Quiz-Fragen, um ihnen auch übers Internet Theoriegrundlagen adäquat näherzubringen. Abends ist sie dann selbst noch Spielerin, die mit ihren Mannschaftskolleginnen über Zoom trainiert.

„Mir macht es sehr viel Spaß, mit den Kindern zusammenzuarbeiten“, sagt Sarah Müller. Sie könne sich sehr gut vorstellen, einmal im pädagogischen Bereich zu arbeiten. „Das hat sich durch das FSJ definitiv verstärkt.“

Bis Juli 2021 ist Müller noch im Einsatz für den VVS. Bis dahin hat sie noch eine Menge geplant. Aktuell werkelt sie an ihrem Jahresprojekt, einem Sommercamp fürs nächste Jahr. Sie hofft, dass ihre aufwendigen Organisationen und Planungen auch pandemiebedingt umgesetzt werden können. Und dass sie bald wieder in die Halle darf. Dort macht ihr der Fulltime-Job als FSJlerin nämlich am meisten Spaß.

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