Erst legt Corona das Team lahm, jetzt muss der Trainer gehen - warum das denn?

Brad Tapper wurde als Trainer der Iserlohn Roosters entlassen. © Iserlohn Roosters/Jonas Brockmann
Lesezeit

Wie keinen anderen Klub in der Deutschen Eishockey-Liga (Penny-DEL) hat die Iserlohn Roosters die Pandemie getroffen. Nicht weniger als 25 Positiv-Fälle in der Mannschaft und deren Umfeld zur Jahreswende hatten dafür gesorgt, dass die letzten Partien mit Roosters-Beteiligung abgesagt werden mussten – die Iserlohner konnten schlicht und ergreifend keine spielfähige Mannschaft stellen.

Die Folge: Weil die Konkurrenz im Tabellenkeller fleißig punktete, rutschten die Roosters in der Tabelle ab und sind aktuell Tabellenletzter. Aufgrund dieser prekären sportlichen Situation sah sich die Vereinsführung zum Handeln gezwungen – und entließen am Samstag (8. Januar) den Trainer. „Die Iserlohn Roosters haben Brad Tapper mit sofortiger Wirkung von seinen Aufgaben als Headcoach freigestellt“, heißt es in der offiziellen Pressemitteilung des Vereins.

Vier Siege aus den letzten 14 Spielen

Zu besagter sportlicher Talfahrt – in den vergangenen 14 Spielen gelangen den Sauerländern lediglich vier Siege – kommt eine unklare Perspektive bezüglich des weiteren Saisonverlaufs. So erklärt Christian Hommel, Sportlicher Leiter der Sauerländer: „Unser Team benötigt eine neue Ansprache und neue Impulse. Die Entscheidung basiert auf einer Analyse der Spiele aus den vergangenen Wochen und der Perspektiven für diese Saison. Leider gibt es seitens der Liga nach wie vor keine Signale bezüglich des weiteren Saisonverlaufs, sodass wir uns darauf einstellen müssen, unsere Situation schnellstmöglich zu verbessern. Wir hatten bereits vor unserer Corona-Situation die wenigsten Punkte der Liga und sind der Überzeugung, dass in der bisherigen Konstellation keine Trendwende herbeizuführen gewesen wäre.“

Hommel betont ausdrücklich seine Wertschätzung für Brad Tapper und dessen Arbeit: „Ich bedauere diese Entscheidung zutiefst. Nicht nur, dass ich einen Trainer entlassen muss, sondern auch, dass ich einem Freund sagen muss, dass unsere gemeinsame Reise an diesem Punkt endet.“ Brad Tapper sei ein Trainer gewesen, der die Roosters gelebt habe.

Klubchef Brück: „Faktenlage spricht eindeutige Sprache“

Auch Roosters-Clubchef Wolfgang Brück sagt: „Brad Tapper hat sehr gute Arbeit geleistet und stets eine tadellose Einstellung vorgelebt, weshalb diese Entscheidung uns auch mit Blick auf unsere gemeinsamen erfolgreichen Zeiten sehr schwerfällt. Aber letztlich spricht die Faktenlage eine deutliche Sprache. Wir stehen auf dem letzten Tabellenplatz und würden nach derzeitigem Stand der Dinge aus der DEL absteigen. Eine andere Perspektive bietet sich aktuell nicht, deshalb haben wir diese Entscheidung zu Gunsten des Clubs getroffen“, fügt er an.

Wer Brad Tappers Nachfolge antritt, ist noch nicht bekannt. In der offiziellen Mitteilung heißt es dazu: „Die Roosters werden zeitnah eine neue Personalie für die Besetzung der Headcoach-Position präsentieren.“