Alle Fußballer sind froh, dass der Ball wieder rollt. Aber in Sachen Testspiele besteht noch keine Eile - auch wenn manch einer das anders sieht. © Jens Lukas
Meinung

Erste Testspiele sind geplant – Die Verletzungsgefahr spielt wohl keine Rolle mehr

Verletzungsgefahr nach der langen Corona-Pause? Für manch einen Vereinsverantwortlichen scheint das plötzlich kein Thema mehr zu sein. Das ist befremdlich, meint unser Autor.

Auf welchen Sportplatz man auch kommt, wo die Fußballer wieder ohne pandemie-bedingte Kontaktbeschränkungen trainieren dürfen, fällt dieser eine Satz immer wieder: „Endlich geht es wieder los.“ Der Ball rollt also wieder – und man darf sich wundern. Nicht darüber, dass die Klubs das Mannschaftstraining wieder aufgenommen haben. Denn das ist völlig okay so. Die rapide gesunkenen Inzidenzzahlen machen es möglich.

Für Verwunderung muss dagegen das Tempo sorgen, mit dem die Verantwortlichen mancher Vereine die ersten Testspiele absolvieren wollen. Erinnern wir uns: Das Gezeter war groß, als der westfälische Verband vor ein paar Wochen mal in Lockdown-Zeiten die Idee zur Diskussion stellte, die unterbrochene Saison nach einer zweiwöchigen Vorbereitungszeit fortsetzen zu wollen. Da sei die Verletzungsgefahr nach einer so langen Pause doch viel zu groß. Mindestens vier Wochen Vorbereitungszeit müssten es sein, bevor man in den Wettkampfmodus zurückkehren könne, hieß es aus dem Lager der Vereine.

Auch seriöse Sportwissenschaftler warnen

Nun aber scheint die Verlockung, sich wieder mit anderen Mannschaften zu messen, größer zu sein als die erwähnte Verletzungsgefahr, vor der übrigens auch seriöse Sportwissenschaftler eindringlich warnen. Landesligist SC Berchum/Garenfeld hätte schon am vergangenen Wochenende allzu gerne sein erstes Testspiel absolviert, das dann aus organisatorischen Gründen aber wieder abgesagt werden musste. Ausgerechnet Berchum/Garenfeld – als Hagener Verein durfte der SC erst noch später das „echte“ Training wiederaufnehmen als die Klubs aus den benachbarten Kommunen.

Spätestens am kommenden Wochenende aber wird es dann so weit sein – verbunden mit der Frage: Wozu die Eile? Diese Frage stellt sich erst recht vor dem Hintergrund, dass der Verband den Saisonauftakt nochmal um zwei Wochen nach hinten verschoben hat und der Startschuss zur neuen Spielzeit somit erst am 29. August fällt.

Damit bleibt doch genug Zeit, ausreichend Testspiele zu absolvieren – auch ohne die Spieler der nicht von der Hand zu weisenden Verletzungsgefahr auszusetzen, die für manch einen plötzlich kein Thema mehr zu sein scheint.

Über den Autor
Redaktion Schwerte
Als Schwerter Sportredakteur seit 2000 auf den Sportplätzen und in den Hallen unterwegs – nach dem Motto: Immer sportlich bleiben!
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Michael Doetsch

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