34 Mal sind die Schwerter Hallenfußball-Stadtmeisterschaften bisher über die Bühne gegangen. Die 35. Auflage fällt Corona zum Opfer. © Manuela Schwerte
Hallenfußball-Stadtmeisterschaften

Fitgespritzt zum überraschenden Titelgewinn: „Es war total kurios“

Sieben verschiedene Sieger in den vergangenen zehn Jahren - bei den Schwerter Hallenfußball-Stadtmeisterschaften war Abwechslung in der jüngeren Vergangenheit Trumpf.

Nur der SC Berchum/Garenfeld und Holzpfosten Schwerte 05 mit drei sowie zwei Titelgewinnen standen zwischen 2011 und 2020 mehr als einmal ganz oben auf dem Siegerpodest. Ansonsten gab es immer unterschiedliche Stadtmeister.

Zu den Überraschungssiegern im zurückliegenden Jahrzehnt gehört auch die SG Eintracht Ergste. Mit dem Aufstieg in die Bezirksliga gelang den Ergster Fußballern im Jahr 2016 der größte Erfolg ihrer Geschichte – in einer überkreislichen Liga hatten die Ergster zuvor noch nie um Punkte gespielt.

In der Halle triumphierte die Eintracht aber schon ein Jahr zuvor. Als A-Kreisligist holte das Ergster Team 2015 in der Alfred-Berg-Sporthalle durch einen 3:1-Endspielsieg gegen den klassenhöheren Geisecker SV den Titel.

Trainer Detlev Brockhaus in der Zuschauerrolle

Trainer der Ergster war damals Detlev Brockhaus, der sich damals jedoch in der Halle auf die Zuschauerrolle beschränkte. Dominik Buchwald, heute Trainer des VfL Schwerte, war vor sechs Jahren noch in Diensten der Ergster und feierte am Schluss mit seinen Schützlingen.

So bejubelte die SG Eintracht Ergste vor sechs Jahren ihren Stadtmeistertitel. © Bernd Paulitschke © Bernd Paulitschke

Einer von ihnen war Tim Schöps, vor dessen geistigem Auge der Turniersieg auch heute noch ziemlich präsent ist. Als „total kurios“ bezeichnet Schöps den Triumph der Eintracht. Denn die Vorzeichen hatten damals nicht unbedingt für die SGE gesprochen.

Mit David Flamme und seinem Bruder Benny sei er erst am Abend vor dem Turnier aus dem Skiurlaub zurückgekommen, erzählt Tim Schöps. Zu allem Überfluss war er beim Snowboardfahren gestürzt und hatte sich eine Steißbeinprellung zugezogen.

Eigentlich wollte Tim Schöps absagen

„Ich habe mich damals von Ronny Kosina fitspritzen lassen“, erzählt Schöps. Dass er damals nicht im Vollbesitz seiner Kräfte war, hatte aber auch noch einen anderen Grund: „Wir haben uns damals bei Benny noch richtig einen gezwitschert“, erzählt Tim Schöps launig, „und jeder, der mal ein Bierchen zu viel getrunken hat, der weiß, wie man sich dann fühlt.“ So hatte er sich eigentlich vom Turnier abmelden wollen, erzählt Schöps.

Das hat er dann aber doch nicht getan – und wurde stattdessen zu einem der Hauptdarsteller des späteren Stadtmeisterteams. „Das Ganze hat eine unheimliche Eigendynamik gekriegt“, erinnert sich der heute 36-Jährige.

Neunmeterschießen führt ins Halbfinale

Dass die Ergster im Laufe des Turniers ein bisschen Glück hatten, gehört auch zur Wahrheit. So musste um den Einzug ins Halbfinale ein Neunmeterschießen entscheiden. „Ich hab‘ meinen Neunmeter im Knick versenkt – da wusste ich: Hier kann jetzt alles gehen“, erzählt Tim Schöps.

Sein Bruder Benny traf dann in jenem Halbfinale gegen den VfL Schwerte kurz vor Schluss – der Kreisliga-A-Underdog stand im Finale gegen Geisecke. Hier brachte Timo Feist die Eintracht in Führung, die Julian Hüser für die „Kleeblätter“ egalisierte – jener Hüser, der ein paar Minuten später eine Zeitstrafe wegen Reklamierens aufgebrummt bekam. Hüser hatte sich über Tim Schöps‘ Spielweise beschwert, der häufig mit dem Rücken zum Tor arbeitete. „Geschickt, aber nicht immer ganz regelgerecht“, wie es damals im Spielbericht der Ruhr Nachrichten hieß.

„In Geisecke hab‘ ich mir damals keine Freunde gemacht“

„In Geisecke habe ich mir damals sicher keine Freunde gemacht“, weiß Tim Schöps, „aber anschließend in der Keule war das wieder vergessen. Da haben alle zusammen gefeiert – das war damals noch so“, sagt Schöps.

Auf dem Parkett hatten Tim Baltzer und Philipp Überacker vorher den 3:1-Endstand hergestellt – der Weg zum ersten und bis heute auch einzigen Hallenstadtmeistertitel der SG Eintracht Ergste war geebnet.

2019 holte Tim Schöps (re.), hier mit André Kötter, mit der SG Eintracht Ergste den Stadtmeistertitel der Alten Herren. © Manuela Schwerte © Manuela Schwerte

Und auch für Tim Schöps war es der erste Stadtmeistertitel. „Dafür musste ich erst nach Ergste gehen – mit Westhofen, VfL und ETuS hatte es in den Jahren davor nicht geklappt“, sagt Tim Schöps lachend.

Und weil er 2015 auf den Geschmack gekommen war, legte der 36-Jährige in den vergangenen beiden Jahren nach: 2019 und 2020 wurde Tim Schöps mit der SG Eintracht Ergste noch zweimal Hallenstadtmeister – wenn auch „nur“ bei den Alten Herren.

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Michael Doetsch

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