Amateurfußballer im Lockdown - die Verbandsfunktionäre haben ein Datum genannt, aber die Hängepartie ist immer noch nicht beendet. © Jens Lukas
Meinung

Funktionäre setzen ein Zeichen – aber die Hängepartie beenden sie damit nicht

Die westfälischen Fußball-Funktionäre haben sich festgelegt: Vor dem 1. April wird die Saison definitiv nicht fortgesetzt. Konkrete Veränderungen bewirkt dieses vermeintliche Signal aber nicht.

Für alle, die es immer noch nicht glauben wollten, haben die Funktionäre des Fußball- und Leichtathletikverbandes Westfalen (FLVW) ein deutliches Zeichen gesetzt: Vor dem 1. April wird im westfälischen Amateurbereich definitiv nicht gekickt, haben die Herrschaften ganz offiziell verkündet.

Rein inhaltlich ist diese Nachricht keine Überraschung. Denn angesichts der nach wie vor geltenden Lockdown-Maßnahmen zur Bekämpfung der Infektionen (mindestens bis zum 14. Februar) und angesichts der allgemeinen politischen Corona-Großwetterlage haben ohnehin nur die Super-Optimisten unter den Fußballfreunden daran geglaubt, dass die Wiederaufnahme des Spielbetriebs nicht mehr allzu weit entfernt ist.

Von einem Abbruch und der Annullierung der zurzeit unterbrochenen Saison wollen die Verbandsverantwortlichen aber immer noch nichts wissen – auch wenn die Stimmen danach mit zunehmender Dauer der ungewollten Zwangspause immer lauter werden.

Aus FLVW-Sicht aber ist es noch zu früh, einen Haken an die Spielzeit 2020/21 zu machen – hauptsächlich aus juristischen Gründen. „Würde der FLVW bereits jetzt die Saison abbrechen, obwohl der Wettkampfbetrieb zum Beispiel im Frühjahr wieder möglich ist, wäre der Verband rechtlich angreifbar“, schreibt der Verband auf seiner Internetseite. Das ist nachvollziehbar.

Weiter heißt es: Die Voraussetzungen, mindestens 50 Prozent der Spiele pro Liga zu absolvieren und somit die Saison werten zu können, seien gegeben – mit dem nicht ganz unwesentlichen Zusatz „nach aktuellem Stand“.

Dass sich dieser aktuelle Stand – je nachdem, wie sich die Pandemie entwickelt – ruckzuck ändern kann, liegt auf der Hand. Zunächst mal aber bleibt es bei der Hängepartie für die Vereine, daran ändert auch die verkündete Festlegung auf den 1. April als frühestmöglichem Re-Start-Termin nicht.

Mit anderen Worten: Die Klubs dürfen darauf hoffen, dass die Saison doch noch wieder aufgenommen wird. Oder sie müssen es befürchten – je nach Sichtweise.

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Redaktion Schwerte
Als Schwerter Sportredakteur seit 2000 auf den Sportplätzen und in den Hallen unterwegs – nach dem Motto: Immer sportlich bleiben!
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Michael Doetsch
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