Noch bis Samstag muss Markus Paszehr in seinem Hotelzimmer bleiben, ehe er vor Ort von den Australian Open berichten kann. © Markus Paszehr
Post aus der Quarantäne

„Hier sein zu dürfen, ist für mich alles andere als selbstverständlich“

Der Schwerter Markus Paszehr ist für Eurosport als Berichterstatter des Tennisturniers Australian Open im Einsatz. Noch bis Samstag sitzt er aber in strenger Quarantäne auf seinem Hotelzimmer.

Markus Paszehr aus Schwerte berichtet für Eurosport von den Australian Open. Für die Ruhr Nachrichten schreibt der 27-Jährige Journalist, wie es ihm in der Quarantäne ergeht:

Hallo liebe Schwerter. Ich hoffe, Euch geht es in diesen schwierigen Tagen gut. Gesundheit steht zurzeit an erster Stelle und beim Wort „Quarantäne“ denke ich vor allem an die vielen Menschen, die sich 14 Tage zuhause aufhalten müssen, weil sie sich mit dem Coronavirus infiziert haben. Ich schreibe Euch auch aus einer Quarantäne, die aber unter einem völlig anderen Vorzeichen steht: Ich bin freiwillig hier!

„Hier“ – das ist Melbourne, Australien. Als freiberuflicher Sportjournalist bereite ich mich gerade für meinen Auftraggeber Eurosport auf die Australian Open vor. Dass dieses Tennis-Grand-Slam-Turnier stattfinden kann, ist einer unglaublichen Energieleistung der australischen Regierung und dem Veranstalter Tennis Australia zu verdanken. Es ist ein absoluter Wahnsinn, was für ein Aufwand hinter einem solchen Event in diesen Zeiten steckt.

Auch Designer-Masken müssen dran glauben

Am 13. Januar stieg ich in Frankfurt in den Flieger nach Doha, Katar. Die Bedingung: ein negativer PCR-Test. In Doha ging es dann per Charterflug (maximale Auslastung 25 Prozent) nach Melbourne. Dort angekommen, wurden wir in einem abgetrennten Hangar empfangen. Wir mussten die Masken vom Flug entsorgen – ja, auch die ein oder andere Designer-Maske einiger Spieler musste dran glauben – und wurden desinfiziert. Für unsere Koffer wurden wir einzeln im Hangar aufgerufen.

Ich kann Euch nicht sagen, wie oft ich in den letzten Tagen meine Passnummer angeben und wie viele Dokumente ich unterschreiben musste. Nachdem jeder von uns zig dieser Erklärungen unterschrieben hatte, ging es per Shuttle Bus (maximale Auslastung 25 Prozent) ins Hotel.

Auch Mies und Krawietz sind beeindruckt

Es gibt drei akkreditierte Quarantäne-Hotels in Melbourne. Für mich ging es ins „View Hotel“. Im Shuttle traf ich auf unsere Grand-Slam-Sieger im Doppel Andreas Mies und Kevin Krawietz. Auch die waren merklich beeindruckt von dem betriebenen Aufwand: Alle Beteiligten der Australian Open müssen 14 Tage in Quarantäne, die Spieler dürfen am Tag fünf Stunden das Hotel verlassen.

Um 4 Uhr morgens Ortszeit und nach insgesamt 32 Stunden Reise war ich also endlich am Hotel angekommen. Einen kleinen Moment musste ich mich allerdings noch gedulden: Wir wurden jeder einzeln ins Hotel aufgerufen. Nach weiteren 30 Minuten Wartezeit im Bus ging es endlich Richtung Zimmer.

Sicherheitspersonal im Schutzkittel

Wir durften auf dem Weg dorthin nichts anfassen. Das Öffnen von Türen, das Betätigen des Aufzuges und alles Erdenkliche wurde von Sicherheitspersonal mit Schutzkittel, Maske und Handschuhen durchgeführt.

Es mag für einige übertrieben klingen, aber genau diese Strenge macht Australien zu einem fast coronafreien Land. Weniger als 50 Fälle im ganzen Land erlauben ein „normales“ Leben mit geöffneten Bars, Restaurants und ohne Maskenpflicht. Nun hier sein zu dürfen, ist für mich alles andere als selbstverständlich. Entsprechend leicht fällt es mir, diese Regeln zu respektieren.

Wie die Regeln in der Quarantäne sind und wie ich die 14 Tage durchstehe, schreibe ich Euch in den nächsten Tagen. Bleibt gesund, liebe Grüße aus Lockdown Under.

P.S: Wer Interesse an meinem Alltag in der Quarantäne hat, findet auf meinem Instagram-Profil einen Blog.

Über den Autor
Redaktion Schwerte
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Michael Doetsch

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