Ein Foto mit Symbolcharakter: Michael Kalwa wurde am 26. Oktober 2006 als neuer Trainer des VfB Westhofen vorgestellt - mit einem Trikot mit der Rückennummer 10. Nach fast zehn Jahren endete dann die Ära Kalwa beim VfB. © Bernd Paulitschke
Fußball

Michael Kalwas Ära beim VfB Westhofen: Zehn Jahre – die zehn wichtigsten Ereignisse

Fast zehn Jahre war Michael Kalwa Trainer der ersten Mannschaft des VfB Westhofen und ist damit wohl der Rekordtrainer an der Wasserstraße. Von Oktober 2006 bis zum Ende der Saison 2015/16. Wir haben die zehn wichtigsten Ereignisse während seiner Ära beim VfB zusammengetragen.

Unter Michael Kalwa absolvierte der VfB Westhofen 286 Meisterschaftsspiele – 224 in der Bezirksliga und 62 in der Kreisliga A. Hinzu kommen aber noch zahlreiche Pokal- und Turnierspiele – mit zahlreichen Erfolgen.

Besonders gerne erinnert sich Michael Kalwa an das Jahr 2008. Im Mai gewann Westhofen zunächst den Iserlohner Kreispokal mit einem 1:0-Finalsieg gegen den favorisierten Landesligisten BSV Menden und sorgte für eine faustdicke Überraschung. In der heimischen Ruhrwaldkampfbahn stand es nach 90 Minuten 0:0. Die Entscheidung musste in der Verlängerung fallen. Und hier wurde die Kalwa-Elf für eine starke Leistung belohnt. Stefan Miller erzielte in der ersten Hälfte der Verlängerung das goldene Tor.

So jubelte der VfB Westhofen nach dem Gewinn des Kreispokals 2008. Kapitän Dawid Sappich hatte das gute Stück gerade in Empfang genommen. © Oskar Neubauer © Oskar Neubauer

In der Vorbereitung auf die neue Saison gewann der VfB dann als erste Schwerter Mannschaft das Hospitz-Turnier des Nachbarn ETuS/DJK Schwerte durch einen 2:0-Erfolg gegen Westfalia Wickede und holte den nächsten Pott. Im Halbfinale hatte zunächst erneut der BSV Menden das Nachsehen. Im Finale köpfte der eingewechselte Robert Krzemien nach einer Ecke zum 1:0 ein. Für die Entscheidung sorgte dann Adrian Kolodziej. Garant für den Erfolg war Torwart Yahor Lushchylin, der im gesamten Turnier nicht zu überwinden war.

Westhofener Siegesjubel: Das VfB-Team freute sich 2008 nach dem 2:0-Endspielsieg über den Gewinn des Schwerter Hospizturniers in Schwerte-Ost. © Bernd Paulitschke © Bernd Paulitschke

Und nur zwei Wochen später jubelte der VfB an derselben Stelle, der damals noch Viktor-Hötter-Kampfbahn, erneut. Im Endspiel der Stadtmeisterschaft konnte der Gastgeber ETuS/DJK Schwerte mit 4:2 bezwungen werden. Das Finale vor rund 600 Zuschauern hatte jede Menge Unterhaltungswert. Adrian Kolodziej, Dennis Aumüller und Damian Kus besorgten eine scheinbar sicher 3:0-Halbzeitführung. Doch die „Östlichen“ kamen zurück. Björn Hertelt und Fabian Kimm verkürzten und der VfB musste nach der Ampelkarte gegen Stefan Miller eine halbe Stunde in Unterzahl agieren. Erst Christoph Ferenc erlöste den VfB nach einem Konter.

Und wieder jubelt der VfB Westhofen 2008 nach dem 4:2-Finalsieg der Stadtmeisterschaft gegen den ETuS/DJK Schwerte vor 600 Zuschauern. © Oskar Neubauer © Oskar Neubauer

Bei den Schwerter Stadtmeisterschaften gelang 2009 die Titelverteidigung. Die Kalwa-Elf schlug im Endspiel letztlich verdient den Geisecker SV mit 2:1. Erneut führte Westhofen zur Halbzeit – durch das 1:0 von Stefan Miller. Christoph Ferenc erhöhte in der 70. Minute auf 2:0. Erst in der 87. Minute konnte Matthias Woort für Geisecke verkürzen. Zu spät – am Ende gehörte der Jubel dem alten und neuen Titelträger Westhofen.

Ausgelassener Jubel beim VfB Westhofen – zum zweiten Mal in Folge setzte sich die Mannschaft von Trainer Michael Kalwa 2009 die Krone der heimischen Fußballer auf. Selbst Bürgermeister Heinrich Böckelühr (re.) ließ sich nicht vom Mitfeiern abhalten. © Oskar Neubauer © Oskar Neubauer

Und 2010 gelang dann sogar der Hattrick. Mit einem 4:2-Sieg im Endspiel über den SC Hennen holte die Kalwa-Elf den dritten Titel in Folge. Dabei gelangen alle drei Streiche gegen die Bezirksliga-Rivalen. Die Blitz-Führung durch Stefan Miller konnte Hennen durch Benny Meyer egalisieren. Westhofen ging noch vor der Pause in Führung, als Sascha Rosengarth aus kürzester Entfernung einköpfte. Dann machten Alexander Hueck und Bruder Daniel Hueck den Sack zu, ehe die „Zebras“ per Handelfmeter durch Torjäger Matijas Markovic noch verkürzen konnten. 26 Treffer erzielte die Elf von Trainer Michael Kalwa in sechs Turnier-Spielen.

Hattrick perfekt: Der VfB Westhofen holte zum dritten Mal in Folge die Stadtmeisterschaft – der überdimensionale Wanderpokal blieb im Vereinsheim an der Wasserstraße. © Bernd Paulitschke © Bernd Paulitschke

Zuvor war dem VfB Westhofen 2010 aber noch ein weiterer Triumph gelungen. Das Hospiz-Turnier des ETuS/DJK Schwerte gewann der VfB 2010 auch ein zweites Mal, als der damalige Landesligist FC Brünninghausen mit 2:0 bezwungen wurde. Westhofen zeigte sich in bestechender Frühform und entzauberte das Landesliga-Spitzenteam im Endspiel. Da staunte selbst der eigene Trainer: „Dass die Jungs nach den zwei knüppelharten Wochen, die wir hinter uns haben, zu solch einer Leistung fähig sind, damit war nicht zu rechnen“, zog Michael Kalwa damals den imaginären Hut vor der Leistung seiner Schützlinge. Routinier Guido Silberbach und Dennis Augustin sorgten für die beiden Treffer zum letztlich verdienten Turniersieg. Der VfB blieb ohne jegliches Gegentor.

Der VfB Westhofen konnte 2010 zum zweiten Mal das Benefizturniers zu Gunsten der Schwerter Hospizinitiative des ETuS/DJK Schwerte gewinnen. Im Finale wurde der klassenhöhere FC Brünninghausen mit 2:0 bezwungen. © Bernd Paulitschke © Bernd Paulitschke

In der Bezirksliga waren der dritte (2008/09) und vierte Rang (2010/11) die Topplatzierungen. Nach der Spielzeit 2011/12 musste der VfB Westhofen den bitteren Abstieg hinnehmen. Platz zwölf reichte nicht zum Klassenerhalt. Der Verband verringerte unter anderem die 16 Bezirksligen auf zwölf. Somit fand ein vermehrter Abstieg statt. Letztlich erwischte es den VfB ohne selbst ins Geschehen eingreifen zu können. An seinem spielfreien Wochenende wurde der Abstieg besiegelt. Weil sich die TSG Herdecke und der VfB Schwelm im direkten Vergleich 2:2-unentschieden trennten, waren diese beiden Teams bei jeweils sieben Punkten Vorsprung an den letzten beiden Spieltagen nicht mehr einzuholen.


Enormes Verletzungspech

„Wir hatten enormes Verletzungspech. So ist uns nötige Qualität weggebrochen. Es haben sich Baustellen summiert, die sich zum Schluss nicht mehr lösen lassen konnten. Beim Training standen mir teilweise nur acht Leute zur Verfügung. Zum Schluss konnten wir den Kreislauf, der sich gebildet hatte, nicht mehr durchbrechen“, zog Kalwa sein Fazit.

2012 musste Michael Kalwa den Abstieg in die Kreisliga mit dem VfB Westhofen hinnehmen. © Oskar Neubauer © Oskar Neubauer

Der direkte Wiederaufstieg gelang zwar nicht, aber zwei Jahre später feierte Westhofen die Rückkehr in die Bezirksliga. Durch einen etwas holprigen 3:0-Sieg über Sarajevo Bosna am drittletzten Spieltag machten die Westhofener den Aufstieg in die Bezirksliga letztlich perfekt. Ein Eigentor des Gegners kurz nach der Pause ebnete den Erfolg. Stefan Miller machte dann mit einem Doppelpack in der Schlussphase alles klar. „Es gab auch schon andere schöne Tage hier in Westhofen. Aber klar, man steigt ja nicht jedes Jahr auf. Wir haben die ganze Saison hart gearbeitet, und der Aufstieg ist jetzt die Belohnung dafür“, freute sich Michael Kalwa im Mai 2014 über die Rückkehr in die Bezirksliga.

Meisterjubel: Der VfB Westhofen machte am drittletzten Spieltag der Kreisliga A mit dem 3:0-Sieg gegen Sarajevo Bosna nach zweijähriger Abstinenz die Rückkehr in die Bezirksliga perfekt. © Bernd Paulitschke © Bernd Paulitschke

Meistermacher Michael Kalwa hatte 2014 noch weiteren Grund zur Freude. Denn bei den Stadtmeisterschaften jubelte der Club aus dem Schwerter Westen unter Kalwa ein viertes Mal. Mit einem 3:0-Erfolg im Endspiel über den VfL Schwerte setzte sich der VfB unter teilweise strömenden Regen vor rund 300 Zuschauern die Krone auf. Nach einer torlosen ersten Hälfte brachte Stefan Miller sein Team nach dem Wechsel auf die Siegerstraße. Mit zwei Treffern sorgte er für die Vorentscheidung. Mustafa Cona war noch mit dem 3:0 zur Stelle.

Der VfB Westhofen holte mit dem 3:0-Endspielsieg über den VfL Schwerte den Stadtmeistertitel 2014. Der vierte Triumph unter Trainer Michael Kalwa war perfekt. © Bernd Paulitschke © Bernd Paulitschke

Weitere zwei Jahre später endete die Ära Kalwa an der Wasserstraße mit dem erneuten Abstieg. Am 8. Mai stand nach einem 3:3 gegen den VfL Schwerte der Gang in die Kreisliga fest. Zweimal hatte Westhofen geführt und eines ihrer besseren Saisonspiele gezeigt, aber es reichte nicht. Überhaupt waren die Chancen auf den Klassenerhalt nur noch rechnerischer Natur.

Im Mai 2016 musste der VfB Westhofen den bitteren Abstieg in die Kreisliga A hinnehmen. © Manuela Schwerte © Manuela Schwerte

„Verletzungspech, kurzfristige Abgänge, fehlende Fitness und Durchschlagskraft – das sind so Schlagwörter, die uns den Nerv geraubt haben. Auf entscheidenden Positionen und in entscheidenden Momenten fehlte uns die Erfahrung und Coolness – zumindest über 90 Minuten. Obwohl einige Spiele knapp ausgingen, stimmte bei uns das Verhältnis von Toren und Gegentoren nicht,“ so Kalwa. „Es sind da in personeller Hinsicht unglaublich viele unglückliche Dinge zusammengekommen.“

Der VfB Westhofen wollte nach dem Abstieg ein neues Kapitel aufschlagen und beendete die Ära – nach fast zehn Jahren.

Über den Autor
Freier Mitarbeiter
Jörg Krause (Jahrgang 1967) ist seit Mitte der 1990er-Jahre als freier Mitarbeiter in der Schwerter Lokalsportredaktion unterwegs. Vor allem in Sachen Fußball ein wandelndes Lexikon.
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