In Aktion: Tillmann Röller (li.) voll konzentriert in Markkleeberg. © Franzi Bischof
Kanu

Motivation war weg – aber Tillmann Röller meldet sich mit einem Sensations-Coup zurück

Tillmann Röller ist wieder da. Nach seinem U23-Nationalmannschafts-Aus hat sich der Schwerter Slalomkanute in der Disziplin Boater Cross im sächsischen Markkleeberg für die WM und EM qualifiziert.

Tillmann Röller ist eines der Aushängeschilder des Kanu- und Surf-Vereins Schwerte (KVS), das in den vergangenen Jahren nationale und internationale Titel bei den Junioren sammelte. Dann kam Corona, verbunden mit dem Ausscheiden aus dem Bundeskader – eine schwierige Zeit für Tillmann Röller, der aber nie an ein Karriereende gedacht hatte, stattdessen jetzt mit einem sensationellen Coup auf sich aufmerksam machte: Im sächsischen Markkleeberg bei Leipzig hat sich der Schwerter für die U23-Nationalmannschaft in der Disziplin Boater Cross qualifiziert.

Im Corona-Winter war die Motivation weg

Der Corona-Winter war wohl die härteste Zeit für Tillmann Röller seit seinen ersten Paddelschlägen im Alter von sieben Jahren. „Ich habe mich aufs Wasser geschleppt, die Motivation war nicht da, nachdem ich aus dem Kader geflogen bin“, gesteht Röller. Kein Bundeskader-Status hieß in Corona-Zeiten auch kein Training, der Kraftraum des KVS war ebenso gesperrt wie die Strecke in Hohenlimburg.

Im Boater Cross geht es etwas rauer zu, wie man hier unschwer erkennen kann.
Im Boater Cross geht es etwas rauer zu, wie man hier unschwer erkennen kann. © Kanu- und Surfverein Schwerte © Kanu- und Surfverein Schwerte

Doch der 19-Jährige hat wieder Tritt gefunden, hat das Boot gewechselt und ist ganz kurzfristig vom klassischen Kanuslalom zum Boater Cross übergewechselt. Ein kluger Schachzug: Bei der ersten Qualifikation zur Nationalmannschaft LK und U23 im Boater Cross (CSLX) in Markkleeberg bei Leipzig hat Tillmann Röller es in die U23-Nationalmannschaft geschafft.

Eine Leistung, die umso höher zu bewerten ist, da in Markkleeberg nur ein freier Startplatz ausgefahren wurde, die übrigen Plätze waren gesetzt für die Nationalmannschaft im Kanuslalom. Für Röller, der in den vergangenen Wochen sein Abitur gemacht hat, gibt es keinen großen Unterschied zwischen Kanuslalom und dem Boater Cross, auch als Canoe Slalom Extreme bekannt. „Es geht halt etwas rauer zu, mehrere Boote starten gleichzeitig in einem Heat. Es geht natürlich auch um die beste Taktik“, erklärt Röller. Der Schwerter hatte sich in je zwei Vorläufen für das Halbfinale qualifiziert, das er gewann. Im Finale wurde Röller Dritter hinter zwei LK-Athleten, war damit aber bester U23-Kanute und sicherte sich so den einzigen freien Startplatz in der Nationalmannschaft.

Es läuft wieder für Tillmann Röller, der damit auch einen Startplatz bei der Weltmeisterschaft und bei der Europameisterschaft in der Tasche hat. Bereits kurz nach dem Rennen in Markkleeberg setzte sich Röller zusammen mit seinem KVS-Teamkameraden Yannick Volke ins Auto und fuhr nach Südtirol zum Wildwasserrennen „King of the Alps“. Auf der Passer in Meran findet dort eines der härtesten Wildwasserrennen Europas statt.

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Ein waschechter Dortmunder, Jahrgang 1957. Vor dem Journalismus lange Jahre Radprofi, danach fast 30 Jahre lang Redakteur bei Dortmunder Tageszeitungen, seit 2015 bei den Ruhr Nachrichten, natürlich im Sport.
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Peter Kehl

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