Die Zahl der Spielerwechsel, hier Florian Kliegel und Jonas Hudek vom Geisecker SV, bleibt in den Testspielen auf vier pro Mannschaft begrenzt. © Bernd Paulitschke
Fußball

Nur vier Spielerwechsel – oder geht doch mehr? NRW-Politiker klärt auf

Die Interpretationen des westfälischen Fußballverbandes und des Landessportbundes zur Corona-Schutzverordnung gehen auseinander. Ein Experte leistet nur Aufklärung, wer recht hat.

Die Trainer der Fußballmannschaften, die sich am kommenden Sonntag mit weiteren Testspielen für die in sechs Wochen beginnende Saison in Form bringen wollen, würden nur allzu gerne möglichst viele Spielerwechsel vornehmen – so wie das in der Saisonvorbereitung eigentlich üblich ist.

Wie viele Spieler darf man einsetzen?

In Corona-Zeiten aber ticken die Uhren anders. Kontaktsport mit bis zu 30 Personen ist derzeit möglich, sagt die aktuelle Fassung der Corona-Schutzverordnung des Landes NRW.

Das heißt: Mehr als 30 Spieler dürfen bei einem Testspiel nicht eingesetzt werden – oder doch? Es herrscht Unsicherheit darüber, wie viele Spieler am Ball sein dürfen.

FLVW-„Vize“: 30 als maximale Anzahl auf dem Platz

Denn Anfang dieser Woche hatte Manfred Schnieders in seiner Funktion als Vizepräsident des Fußball- und Leichtathletikverbandes Westfalen (FLVW) die „30“ als die maximale Anzahl der Spieler interpretiert, die gleichzeitig auf dem Platz stehen dürfen.

„Die ‚30‘ bezieht sich auf die Personen, die aktiv am Spiel auf dem Platz beteiligt sind. Bei einer Auswechslung ändert sich die Anzahl der Personen auf dem Spielfeld logischerweise nicht. Eine Mannschaft kann also beliebig viele Spieler einsetzen“, so Schnieders.

Der Landessportbund liegt richtig

Das sieht man beim Landessportbund (LSB) anders. „Auf der Homepage steht klar geschrieben, dass ein Spieler nicht mit mehr als 29 anderen Sportlern auf dem Feld in Kontakt geraten darf. Das würde bedeuten, dass beide Trainer nur maximal viermal wechseln dürfen“, heißt es seitens des LSB.

Aber welche Auffassung ist denn nun maßgebend Für das Land NRW sorgt Markus Leßmann, Abteilungsleiter aus dem Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales, für Aufklärung. Gegenüber der Recklinghäuser Zeitung hat der Politiker klargestellt: „Richtig ist die Interpretation des Landessportbundes. Wenn eine Gruppe in einem Event Sport ohne Abstandsgebot macht, sind nicht mehr als 30 Teilnehmer erlaubt.“

Schiedsrichter ist kein Kontaktsportler

Zu den Kontaktsportlern zählen beim Fußball laut Leßmann aber nicht die Schiedsrichter und die Trainer. „Zwar können Schiedsrichter auch mal angerempelt werden, doch das passiert beim Joggen auch“, sagt der Experte für die Corona-Schutzmaßnahmen.

Damit dürfte feststehen, dass am Sonntag nur vier Spielerwechsel pro Mannschaft möglich sind – auch wenn die Trainer es gerne anders hätten.

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