Der Fußball-Platz eines A-Ligisten blieb am Sonntag leer. © Bernd Paulitschke
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Platz 4: Fußball-Team reist an und fährt gleich wieder – wegen Corona

Ein außergewöhnliches Jahr geht zu Ende. Wir blicken zurück und präsentieren nochmal die zehn am besten geklickten Geschichten des Schwerter Sportjahrs 2020 - täglich bis zum 31. Dezember.

Platz vier im Ranking der am meisten gelesenen Artikel des Schwerter Sportjahres war der Bericht über ein kurioses Nichtantreten einer Fußballmannschaft zu einem Kreisliga-A-Spiel. Der Artikel stammt vom 26. Oktober.

Alles war angerichtet für ein Kreisliga-A-Spiel. Dann bekam das angereiste Team eine Info, die sie stutzig machte und reiste gleich wieder ab. Der Staffelleiter hat schon entschieden.

Als aktueller Tabellenzweiter hat die Reserve des SC Hennen bis jetzt eine richtig gute Saison gespielt. Nach vier Siegen in Folge hätte die Mannschaft von Trainer Kevin Lehmann ihre Siegesserie nur allzu gerne fortgesetzt. Ab 12.45 Uhr hätten die „kleinen Zebras“ im Naturstadion gegen den Tabellenzwölften DJK SG Bösperde gespielt.

Bösperde fährt eine Stunde vor Spielbeginn

Doch dazu kam es nicht. Knapp eine Stunde vor dem geplanten Spielbeginn packten die Bösperder ihre Sachen und traten die Heimreise an. Der Grund: Wegen des Corona-Verdachtfalls im Kreise der Hennener „Ersten“ wollten die Bösperder aus Angst vor einer möglichen Infektionsgefahr nicht antreten.

Staffelleiter Krauthausen sagte am Samstagabend ab

Die Vorgeschichte: Das Bezirksliga-Spiel der Hennener „Ersten“ gegen die Sportfreunde Hüingsen, das nach dem Spiel der zweiten Mannschaft um 15 Uhr hätte stattfinden sollen, war wegen besagten Verdachtfalls am Samstagabend von Staffelleiter Michael Krauthausen abgesetzt worden.

Als die Bösperder dann am Sonntag vor Ort davon erfuhren, sei dies nach Aussage des Abteilungsvorsitzenden Patrick Hafrung der ausschlaggebende Punkt dafür gewesen, beim Kreisvorsitzenden Horst Reimann um eine Spielverlegung zu bitten. Trainer und ein Großteil der Mannschaft seien sich einig gewesen, dass man unter diesen Voraussetzungen nicht spielen wolle, so Hafrung.

Kreisvorsitzender Reimann war selbst vor Ort

Horst Reimann war selbst in Hennen vor Ort. „In einem vernünftigen Gespräch“, so Hafrung, habe man sich dann mit den Kreisvorsitzenden und den Hennenern darauf geeinigt, nicht zu spielen.

Allerdings hatten die Bösperder auch schon am Freitag, also unabhängig von besagtem Corona-Verdachtfall, bei Horst Reimann um eine Spielverlegung gebeten. „Aufgrund der allgemein hohen Fallzahlen“, wie Hafrung erklärt.

Dieser Bitte um Verlegung habe er jedoch nicht zugestimmt, „weil es keinen konkreten Anlass dazu gab“, erklärt der Kreisvorsitzende. Durch den Verdachtsfall bei der Hennener „Ersten“, der sich übrigens mittlerweile als negativ herausgestellt hat, habe sich die Sachlage dann am Sonntag aber anders dargestellt.

Marco Vorländer: „Ein gewisses Unverständnis“

Und was sagen die Hennener Verantwortlichen? „Ein gewisses Unverständnis“ gebe es schon, sagt Marco Vorländer, Fußball-Vorsitzender des SC Hennen. Denn die Bösperder Bedenken hält er für unbegründet. „Erste und zweite Mannschaft benutzen unterschiedliche Duschräume und Kabinen, hatten also in der ganzen Wochen keinen Kontakt miteinander“, erklärt Vorländer.

Obwohl die Spieler der zweiten Mannschaft wegen des kurzfristigen Spielausfalls „mächtig gefrustet“ gewesen seien, habe man sich seitens der Hennener Vereinsführung aber trotzdem entschlossen, die Spielverlegung zu akzeptieren – auch vor dem Hintergrund, dass man mit der ersten Mannschaft schon zweimal in den vergangenen drei Wochen ein Spiel wegen eines Corona-Verdachtsfall absagen musste, wie Vorländer erklärt.

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Michael Doetsch

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