34 Mal sind die Schwerter Hallenfußball-Stadtmeisterschaften bisher über die Bühne gegangen. Die 35. Auflage fällt Corona zum Opfer. © Manuela Schwerte
Hallenfußball-Stadtmeisterschaft

Premiere vor zehn Jahren: Eine Erfolgs-WG ebnet den Weg zu einer Fußballparty

Die Stadtmeisterschaft 2011 brachte eine Premiere, aber auch einen hochverdienten neuen Titelträger hervor. Eine kongeniale Wohngemeinschaft führte einen A-Kreisligisten zum Triumph.

Zwölf Jahre in Folge war der Titel unter dem Hallendach entweder zum Schützenhof an den VfL Schwerte oder an den Geisecker SV zum Buschkampweg gegangen. Auch 2011 wanderte der Siegerpokal zum Buschkampweg, aber diesmal waren es nicht die „Kleeblätter“, die sich die Hallenkrone aufsetzten.

Holzpfosten Schwerte 05, damals noch „Untermieter“ der Geisecker, wurde vor zehn Jahren erstmals Hallenfußball-Stadtmeister – und dies völlig verdient. Denn über das gesamte Turnier hinweg erwiesen sich die „Pfosten“ als beste Mannschaft und setzten im Endspiel das Sahnehäubchen oben drauf.

Nach dem 7:3-Endspielsieg gegen den ETuS/DJK Schwerte kannte der Jubel im Holzpfosten-Lager vor zehn Jahren keine Grenzen. © Archiv © Archiv

Der Reihe nach: Bereits in der Vorrunde hatten sie ihre Gruppe mit vier Siegen und 14:5 Toren dominiert. Auch in der Zwischenrunde wurden sie Gruppensieger und leisteten sich lediglich ein 1:1 gegen den VfB Westhofen.

In der Parallelgruppe musste der VfL Schwerte bereits die Segel streichen. Den Titelverteidiger Geisecker SV konnten die Holzpfosten dann in einem dramatischen Halbfinale mit 5:4 nach Verlängerung niederringen. Damit war der Weg frei zu einem Gala-Auftritt im Endspiel.

Gegner im Finale war ausgerechnet der ETuS/DJK Schwerte, auf dessen Platz die „Pfosten“ heute beheimatet sind. Mit 7:3 gab es den bis dahin höchsten Endspiel-Sieg in der Geschichte des Turniers, mit dem sich die Holzpfosten die Krone aufsetzten.

Einer der Garanten des Erfolges: Phillip Oldenburg wurde mit neun Treffern der Torschützenkönig der Hallenfußball-Sttadtmeisterschaft 2011.

Angefeuert von ihren zahlreichen Anhängern, feierten die Holzpfosten eine regelrechte Fußball-Party. Zwei Hauptdarsteller waren Phillip Oldenburg, mit neun Treffern der Torschützenkönig der Titelkämpfe 2011, und Florian Riesewieck, der mit acht Toren zweitbester Schütze war und der nach dem Turnier zum Hallen-„Spezi“ gekürt wurde.

Phillip Oldenburg: „In den Holzpfosten-Flow gespielt“

Phillip Oldenburg blickt zurück: „Ich kann mich noch gut erinnern, zumal ich damals mit Flo zusammengewohnt habe.“ Oldenburg und Riesewieck bildeten damals in Dortmund eine Wohngemeinschaft. Der Torschützenkönig lässt den Turnierverlauf Revue passieren: „Wir wussten, dass wir in der Halle gute Möglichkeiten haben. Und dann haben wir uns in den Holzpfosten-Flow gespielt. Der Glaube wurde von Spiel zu Spiel größer.“

Zudem habe man sich auf die Fans verlassen können. „Das war super. Die Unterstützung hat uns ja nie so richtig gefehlt. Das hat uns ausgezeichnet und hat viel geholfen“, erzählt Oldenburg.

Das Endspiel gegen den klassenhöheren ETuS/DJK wurde zu einem wahren Triumphzug. Oldenburg brachte seine Mannschaft in Führung, Joel Ahrens ließ den zweiten Treffer folgen und nochmal Oldenburg stellte auf 3:0. Dominic Pütz legte einen Doppelpack nach und war dabei sogar mit einem Flugkopfball erfolgreich – der A-Ligist spielte sich in einen Rausch und war nicht mehr zu stoppen.

Holzpfosten-Fans jubelten frenetisch

„Bei uns hat einfach alles geklappt. Das war schon cool – einfach Wahnsinn“, kommen Oldenburg bei den Erinnerungen die Glücksgefühle wieder hoch. Jeder Pass wurde nun von den Fans frenetisch bejubelt. Auch Riesewieck machte noch sein Endspiel-Tor zum 6:1 und Ahrens erzielte sogar noch seinen zweiten Treffer. Die Party war da längst im Gange.

Und heute? Seine Fußball-Karriere hat Phillip Oldenburg 2019 nach einem Kreuzbandriss beendet. „Ich hätte gern dieses Jahr noch ein Spiel gemacht“, meint er. Doch die Corona-Pandemie lässt ja momentan nichts zu. „Und jetzt bin ich auch zu lange raus.“

Und die „Erfolgs-WG“ existiert auch schon lange nicht mehr. Während Florian Riesewieck nach Köln gezogen ist, wohnt Oldenburg in Düsseldorf, wo er in der Sportredaktion bei der Rheinischen Post arbeitet.

Den Kontakt nach Schwerte hält er aber noch aufrecht. Und wenn die nächste Hallen-Stadtmeisterschaft stattfindet, wird der Torschützenkönig von 2011 auch gerne wieder dabei sein. Wenn auch nur noch als Zuschauer.

Über den Autor
Freier Mitarbeiter
Jörg Krause (Jahrgang 1967) ist seit Mitte der 1990er-Jahre als freier Mitarbeiter in der Schwerter Lokalsportredaktion unterwegs. Vor allem in Sachen Fußball ein wandelndes Lexikon.
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