Beachvolleyball

Schwerter Freudentränen bei der Nationalhymne nach dem Gewinn der Bronzemedaille

Besser hätte der Saisonhöhepunkt kaum laufen können: Mit der Bronzemedaille kehrten Hannah Mohr und Lisa Kienitz von der Deutschen Beachvolleyball-Meisterschaft der Altersklasse U19 zurück.
Strahlende Gesichter nach einem starken Turnier: Lisa Kienitz (li.) und Hannah Mohr vom VV Schwerte. © Tom Schulte

Das schleswig-holsteinische Ostseebad Laboe war die Stätte des Triumphes der beiden Talente des Volleyballvereins Schwerte. Die 32 bundesweit besten Jugend-Beachteams waren dort am Start, darunter auch Nationalteams und von Bundesstützpunkten geförderte Spielerinnen – und die beiden Schwerterinnen Hannah Mohr und Lisa Kienitz.

Der Weg für die beiden nach Laboe war lang. 13 Jugend- und Damenturniere spielten sie im Vorfeld und sammelten die notwendigen Ranglistenpunkte, die zur Teilnahme an einer Deutschen Meisterschaft berechtigen. „Die Mädchen haben dort neben Ranglistenpunkten wichtige Erfahrungen und Wettkampfhärte gesammelt, die für ein solches Mammutturnier wie eine Deutsche Meisterschaft über vier Tage unbedingt notwendig sind“, erklärt Trainerin Sabine Rott.

Einwöchiges Trainingslager auf Föhr

Ein einwöchiges Trainingslager auf Föhr rundete die Vorbereitung ab. Dort erreichte die Mädchen auch die Nachricht, dass sie sich neben den eine Woche vorher ausgetragenen U18-Titelkämpfen auch für die U19-„Deutsche“ in Laboe qualifiziert hatten. „Hannah und ich konnten unser Glück kaum fassen, als wir die Nachricht des Deutschen Volleyballverbandes erhalten haben“, schildert Lisa Kienitz die Freude.

Lisa Kienitz (li.) und Hannah Mohr hatten in Laboe allen Grund zur Zufriedenheit. © Tom Schulte © Tom Schulte

Für die Westdeutsche Meisterschaft wurde der Sommerurlaub abgebrochen und das Team holte sich in Bottrop souverän den Titel des Westdeutschen Meisters. An gleicher Stelle folgten dann die erwähnte U18-DM, die das Schwerter Duo etwas unglücklich auf dem 18. Platz abschloss. „Aber mit Blick auf Laboe haben wir da gemerkt, dass noch etwas mehr gehen könnte, wenn wir uns auf unsere Stärken konzentrieren“, erinnert sich Hannah Mohr.

Ruhig und gelassen dem Druck standgehalten

Das Turnier in Laboe startete mit einer vermeidbaren Niederlage (16:21, 20:22), so dass in dem zweiten Gruppenspiel schon direkt ein gewisser Druck entstand. Dieses gewann das VVS-Team klar (21:18, 21: 9), so dass das noch ausstehende dritte Spiel in der Gruppe schon entscheidenden Charakter für den weiteren turnierverlauf hatte. Gegner war an ein auf Platz 7 gesetztes Team, das bis dahin einen starken Eindruck hinterlassen hatte. Doch ruhig und gelassen hielten die Schwerterinnen dem Druck stand und holten das Match im Tiebreak (16:21, 21:18, 15:13)

Als Gruppenzweiter der Vorrunde traf man in einer Zwischenrunde zur Qualifikation für das Achtelfinale auf ein drittplatziertes Team aus einer anderen Vorrundengruppe. Auf dem Centercourt spielten Hannah Mohr und Lisa Kienitz einen nahezu perfekten ersten Satz (21:8), bekamen im zweiten Durchgang aber Probleme, sich auf die Windverhältnisse einzustellen, der auch prompt verloren ging (18:21). Der anschließende Tiebreak war nichts für schwache Nerven, aber ging knapp nach Schwerte (15:13) – das Achtelfinale am zweiten Turniertag war erreicht.

Gegner aus einem Bundesleistungsstützpunkt

Dort wartete mit dem Gespann van der Veen/Beutel ein Team aus einem Bundesleistungsstützpunkt, das zum Kreis der Jugendnationalmannschaft zählt. Davon unbeeindruckt, blieben Hannah und Lisa aber ihrer Taktik treu – das Turnier hatte eine erste dicke Überraschung, da die Schwerterinnen das an Position 4 gesetzte Topteam aus dem Turnier warfen (21:16, 13:21, 15:12).

Die Bronzemedaillengewinnerinnen in Aktion: Lisa Kienitz (li.) und Hannah Mohr. © Tom Schulte © Tom Schulte

Im Viertelfinale traf das VVS-Team auf ein Team aus Mecklenburg-Vorpommern. Erneut ging es über drei Sätze, in denen sich beiden Schwerterinnen mit 21:13, 15:21 und 15:9 durchsetzten. Damit stand der Einzug in das am Sonntag stattfindende Halbfinale fest, womit die für die Organisation verantwortlichen Eltern nicht gerechnet hatten – das Hotel war nur bis Samstag gebucht.

Gegen den späteren Turniersieger chancenlos

Im Halbfinale gegen die amtierende Deutschen U20- und U18-Meister sowie späteren Turniersieger waren die Schwerterinnen – wie alle anderen Teams – chancenlos, so dass die Konzentration dem „kleinen“ Finale galt. Dort war das an Platz 3 gesetzte Geschwisterteam Winkler/Winkler aus Bayern der Gegner – und der Schwerter Jubel kannte nach dem Zwei-Satz-Sieg keine Grenzen (21:19, 21:17). Bei der Siegerehrung mit Nationalhymne flossen Tränen der Freude angesichts der starken Leistungen der beiden VVS-Spielerinnen.

„Hannah und Lisa haben gezeigt, dass man auch in Heimatvereinen wie beim VVS eine gute Ausbildung als Grundlage bekommt. Die beiden haben sich mit Disziplin, Engagement und Liebe zu ihrem Sport durchgekämpft und sind nun das drittbeste Team ihrer Altersklasse in Deutschland“, ordnete die stolze Trainerin Sabine Rott den Erfolg ihrer Schützlinge ein.

Über Unterstützung und Glückwünsche gefreut

Und Lisa Kienitz ergänzt: „Hannah und ich können noch gar nicht glauben, was alles passiert ist. Wir sind überglücklich und werden noch einige Zeit brauchen, um die vergangenen Turniertage zu verarbeiten. Wir haben uns sehr über die Unterstützung unserer Teamkameradinnen in Schwerte und die vielen Glückwünsche gefreut.“

Der neue Lokalsport-Newsletter für das Münsterland

Immer dienstags und freitags um 18:30 Uhr das Wichtigste aus dem Lokalsport direkt in Ihr E-Mail-Postfach.

Informationen zur Datenverarbeitung im Rahmen des Newsletters finden Sie hier.