Friedhelm Spey (l.), Staffelleiter der Futsal-Regionalliga West, schlug vor, das Spiel mit dem verbliebenden Schiedsrichter fortzusetzen. © FLVW
Futsal-Regionalliga

Spielabbruch: Futsal-Schiedsrichter erfährt in der Halbzeit, dass er in Quarantäne muss

Drei Partien in der Futsal-Regionalliga West fanden unmittelbar vor dem landesweiten Sport-Lockdown noch statt. Doch eine Begegnung wurde zur Halbzeit abgebrochen. Der Grund war ungewöhnlich.

Am letzten Oktober-Wochenende, unmittelbar vor dem landesweiten Sport-Lockdown, fanden noch drei Partien in der Futsal-Regionalliga West statt. Doch eine Begegnung wurde zur Halbzeit abgebrochen. Die Holzpfosten Schwerte hatten spielfrei, aber in Bonn, Minden und Düsseldorf wurde noch um Punkte gespielt. In Düsseldorf führte der heimische Post-Sportverein Düsseldorf gegen die Black Panthers Bielefeld mit 5:1. In der Halbzeitpause wurde es kurios.

„In der Halbzeitpause bekam einer der beiden Schiedsrichter die Nachricht, dass er sich aufgrund eines Kontakts zu einer positiv auf Corona getesteten Person in Quarantäne begeben muss“, erklärt Staffelleiter Friedhelm Spey. Eine Freundin der Freundin des Unparteiischen war betroffen.

Nun wurde reichlich telefoniert. Der Schiedsrichterobmann plädierte für einen Abbruch. „Es war ein Drittkontakt und die Beteiligten waren schon eine Stunde zusammen. Ich habe den Vorschlag gemacht, das Spiel mit dem verbliebenen Schiedsrichter fortzusetzen“, berichtete Spey. Auf diesen Vorschlag wollten sich die Bielefelder aber nicht einlassen und so wurde die Partie letztlich abgebrochen.

Sportgericht muss entscheiden

Spey hat den Vorfall an das WDFV-Sportgericht abgegeben, welches nun über Wertung oder Neuansetzung entscheiden muss. „So einen Fall hat es noch nicht gegeben. Normal ist bei einem Abbruch eine Mannschaft der Verursacher“, meint Spey. Derzeit holt das Sportgericht die Stellungnahmen der Beteiligten zu dem Vorfall ein. Beide Teams stecken im Tabellenkeller mit jeweils drei Punkten.

Wie die Saison generell weiter geht, da kann auch Spey derzeit wenig zu sagen. Die Spiele für den November sind zunächst einmal abgesetzt.

„Der Terminkalender ist eng. Und ich kann nicht Spiele in der Woche ansetzen., sodass Minden mal eben nach Bonn fährt“, erzählt Spey. Hinzu kämen die Abstellungen für die Nationalmannschaft. Hier sind Sennestadt und Köln betroffen. Deren Spiele muss er dann jeweils absetzen. „Ich hoffe auf eine Saisonverlängerung.“ Diese gäbe dem Staffelleiter etwas mehr Luft.

Ob im Dezember noch gespielt werden kann, wird sich vielleicht in der kommenden Woche entscheiden, wenn die Bundeskanzlerin erneut mit den Ministerpräsidenten tagt.

Über den Autor
Freier Mitarbeiter
Jörg Krause (Jahrgang 1967) ist seit Mitte der 1990er-Jahre als freier Mitarbeiter in der Schwerter Lokalsportredaktion unterwegs. Vor allem in Sachen Fußball ein wandelndes Lexikon.
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