Sieht gute Perspektiven beim VfB Westhofen. Trainer Lothar Huber © Foto: Manuela Schwerte
Fußball

VfB Westhofen ist nach Saison-Abbruch erleichtert – Die Perspektive lautet Landesliga

Die Fußball-Saison ist annulliert. Für Lothar Huber, Trainer des VfB Westhofen, eine überfällige Entscheidung. Der Aufstieg des VfB sei damit aber nur aufgeschoben, wie der Ex-BVB-Profi sagt.

Lothar Huber ist als Freund klarer Worte bekannt. Und die findet er auch, wenn es um den Corona-bedingten Saisonabbruch geht, den der Fußball- und Leichtathletik-Verband Westfalen (FLVW) am Wochenende beschlossen hatte. „Ich bin froh, dass das Thema endlich vom Tisch ist. Dieses Hickhack ging über Monate und wurde immer wieder rausgezögert. Jetzt können sich die Jungs und auch wir als Trainer uns auf die neue Situation einstellen”, zeigt sich der Ex-BVB-Profi alles andere als traurig darüber, dass die Saison nicht in irgendeiner Form zu Ende gebracht wird: „Ich atme tief durch, dass wir jetzt endlich Klarheit haben. Es gibt solche Härtefälle im Sport – und die muss man einfach akzeptieren.”

Nur fünf Spiele ausgetragen – davon vier gewonnen

Dabei hätte es vielleicht in dieser Saison schon zum angestrebten Bezirksliga-Aufstieg gereicht für den VfB Westhofen. Fünf Spiele hatte der A-Kreisligist bestritten, ehe im Oktober der Spielbetrieb zunächst eingestellt wurde. Vier davon hatte der VfB gewonnen, nur die letzte Partie am 5. Spieltag beim SC Dorstfeld endete 1:1. „Und da”, so Huber, „haben wir den Ausgleich in der 90. Minute kassiert. Das war wirklich Pech.” Es lief also bestens für den VfB. Andererseits hätten die Westhofener ein echtes Mammutprogramm vor der Brust gehabt, hätte sich der Verband auf die zunächst angestrebte 50 Prozent-Regel geeinigt.

„Bei uns im Kreis Unna wurden die Spiele ja noch früher abgesagt als im Dortmunder Bereich, deshalb haben wir nur fünf Partien bestritten, drei weniger als die Konkurrenz aus Dortmund. Und diese drei Nachholspiele hätten wir zuerst absolvieren müssen. Wie hätte das funktionieren sollen. Sicherlich nur dann, wenn wir den Rest der Saison immer mittwochs und sonntags gespielt hätten. Aber die Jungs müssen ja auch noch arbeiten und hätten sicherlich nicht immer zur Verfügung gestanden”, fragte der 68-Jährige , der seit Sommer 2020 den VfB Westhofen gemeinsam mit Christoph Pajdzik trainiert.

Froh, endlich Klarheit über den weiteren Saisonverlauf zu haben. © David Inderlied © David Inderlied

Aus Trainersicht wären auch die vom FLVW angedachten zwei Wochen als Vorbereitungszeit viel zu kurz gewesen. „Die Jungs haben ja fast fünf Monate pausiert und nicht nur vier Wochen. Da kann man nicht einfach nach 14 Tagen Vorbereitung wieder in den Spielbetrieb einsteigen”, hätte Huber mehr Schaden als Nutzen von der Regelung erwartet.

Jetzt geht der Blick nach vorn – auch wenn noch längst nicht feststeht, wann wieder trainiert werden kann. „Der Großteil der Mannschaft, also bislang 17 von insgesamt 23 Spielern, haben bereits signalisiert, dass sie in der kommenden Saison wieder dabei sind”, so Huber, der zudem mit einigen potenziellen Neuzugängen im Gespräch ist, aber erst Grünes Licht geben wolle, wenn alles „hundertprozentig unter Dach und Fach” sei.

Aufstieg ist nur verschoben – über kurz oder lang in die Landesliga

Auch das Trainerteam Huber/Pajdzik hat bereits Anfang Dezember verlängert, zunächst für die Saison 2021/22, optional sogar noch für die Spielzeit danach, wie VfB-Präsident Jürgen Rump sagte. Das alles steht für Kontinuität. Denn wohin der Weg des VfB Westhofen über kurz oder lang führen soll, auch daraus macht Lothar Huber kein Geheimnis.

„Ich habe von Anfang an gesagt, dass auch ich als Trainer eine Perspektive brauche, wohin der Weg führt. Der Aufstieg ist ja nunmal der Reiz am Trainerjob. Das längerfristige Ziel unserer jungen Mannschaft ist die Landesliga, vielleicht auch höher”, so Huber: „Denn in Westhofen stimmt alles. Das Stadion ist klasse, die Zuschauerzahlen sind gut, das Umfeld ist ausgezeichnet besetzt mit kompetenten Leuten.”

Über den Autor
Freier Mitarbeiter
Ein waschechter Dortmunder, Jahrgang 1957. Vor dem Journalismus lange Jahre Radprofi, danach fast 30 Jahre lang Redakteur bei Dortmunder Tageszeitungen, seit 2015 bei den Ruhr Nachrichten, natürlich im Sport.
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Peter Kehl

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