Kevin Großkreutz gibt den Ton an: 2011 wurde Großkreutz mit dem BVB Deutscher Meister. Zum Kader gehörte damals auch der Schwerter Lasse Sobiech (2. Reihe rechts hinter der Meisterschale). © picture alliance / dpa
Fußball

Was Lasse Sobiech über seinen ehemaligen Mitspieler Kevin Großkreutz sagt

Dass BVB-Ikone Kevin Großkreutz zum Sechstligisten TuS Bövinghausen wechselt, hat für Schlagzeilen gesorgt. Der Schwerter Lasse Sobiech hatte zwei gemeinsame Jahre mit Großkreutz beim BVB.

In ziemlich genau drei Monaten ist es zehn Jahre her, dass Borussia Dortmund den Gewinn der Deutschen Meisterschaft feierte. Mittendrin: Kevin Großkreutz, der nun seine Profikarriere mit 32 Jahren beendet hat.

Auch Lasse Sobiech, gebürtiger Schwerter, der beim VfL auf dem Schützenhof das Fußball-ABC gelernt hat, gehörte damals zum Meisterkader des BVB. Was sagt Sobiech zu dem doch etwas ungewöhnlichen Schritt des schwarz-gelben Publikumslieblings, künftig in der Westfalenliga zu kicken?

Lasse Sobiech: „Er will Spaß haben, ist doch okay“

„Ich kann ihn verstehen“, sagt Sobiech, „er hat in seiner Karriere viel erreicht. Die letzten Profistationen waren dann wohl nicht mehr so, wie er sich das vorgestellt hat. Und nun will er noch Spaß haben mit seinen Kumpels, das ist doch okay“, meint Sobiech.

Zusammen auf dem Platz gestanden hat der Schwerter mit Großkreutz nicht – Sobiech stand zwar manchmal dicht vor einem Profieinsatz im BVB-Trikot, zu dem es dann letztlich aber nicht kam. Was er aber über seinen ehemaligen Mitspieler sagen kann, ist, „dass er auf jeden Fall authentisch ist. Kevin spielt nicht irgendeine Rolle. Er ist so, wie er ist: lustig – und sicher auch ein bisschen chaotisch.“

Keine konkreten Gedanken ans Karriereende

Für Sobiech selbst, der vor ein paar Tagen 30 geworden ist, steht das Ende der Profikarriere noch nicht allzu weit oben auf der Prioritätenliste. „Ich mache mir schon immer mal wieder Gedanken darüber. Aber zurzeit bin ich sportlich noch ambitioniert und möchte auch über die aktuelle Saison hinaus so hoch wie möglich spielen“, sagt der Schwerter.

Seit dieser Saison ist Sobiech für den FC Zürich am Ball, an den der 1. FC Köln ihn ausgeliehen hat. Auf Anhieb hat sich der Innenverteidiger bei seinem Klub gut zurechtgefunden und hat es mittlerweile auch schon auf drei Saisontore in zwölf Spielen gebracht – allesamt per Kopf. Zuletzt traf er beim 4:1-Sieg im Prestigeduell gegen den FC Basel am 23. Januar.

Lasse Sobiech hat sich beim Schweizer Erstligisten FC Zürich auf Anhieb gut zurechtgefunden. © Keystone-SDA/FCZ © Keystone-SDA/FCZ

Dass Sobiech auf Anhieb zu einem Topspieler der ersten Schweizer Liga avancierte, dokumentiert auch das Ranking einer Abstimmung über die besten Spieler der Liga. hier findet sich Lasse Sobiech unter den besten drei Innenverteidigern der Liga wieder.

Rückschlag gegen das Schlusslicht Vaduz

Und auch mannschaftlich läuft es nicht schlecht für die Züricher, auch wenn die überraschende 0:1-Niederlage am Mittwochabend gegen Schlusslicht Vaduz ein empfindlicher Rückschlag war – vielleicht auch, weil Lasse Sobiech angeschlagen war und nicht mitspielen konnte. Mit einem Sieg wäre Zürich auf Rang zwei geklettert, so aber steht das Sobiech-Team in der aktuellen Tabelle auf Platz fünf.

Und was passiert nach der laufenden Saison? Geht es dann zurück zum 1. FC Köln, bei dem Sobiech noch bis zum Sommer 2022 unter Vertrag steht? Oder liegt Sobiechs Zukunft weiterhin in Zürich? „Ich schließe nichts aus, es ist nichts entschieden“, sagt der Schwerter.

Im Sommer 2020 war die Botschaft klar

Natürlich verfolgt er die Entwicklung der Kölner aufmerksam – ob das Team aus der Domstadt in die 2. Liga absteigt oder den Klassenerhalt in der höchsten Liga schafft, dürfte Einfluss darauf haben, wie es mit Lasse Sobiech sportlich weitergeht. „Im vergangenen Sommer war die Botschaft relativ klar, dass sie in Köln nicht mehr mit mir planen“, sagt Sobiech – da war der Schritt nach Zürich ganz sicher nicht verkehrt, um wieder Spielpraxis zu bekommen.

Die Frage, ob sich die Lage im Sommer 2021 noch genauso darstellen wird, ist zum jetzigen Zeitpunkt nicht seriös zu beantworten. Und wenn es auf eine Verlängerung des Engagements in Zürich hinauslaufen sollte, wäre das eine Alternative, mit der Lasse Sobiech gut leben könnte. Denn Zürich ist ohne Zweifel eine Stadt mit hoher Lebensqualität – auch wenn derzeit wie überall anders auch in der Schweiz wegen der Corona-Beschränkungen das öffentliche Leben weitgehend lahm liegt.

„Ich hatte das Glück, zu einem Zeitpunkt hierhin zu kommen, als die Geschäfte noch offen waren. Da konnte ich die Stadt schon ein bisschen kennenlernen, sie ist traumhaft. Und ich freue mich jetzt schon, darauf, wenn Corona vorbei ist, in den See zu springen“, verrät Lasse Sobiech – hört sich ganz so an, als hätte sich der Schwerter in der größten Stadt der Schweiz richtig gut eingelebt.

Über den Autor
Redaktion Schwerte
Als Schwerter Sportredakteur seit 2000 auf den Sportplätzen und in den Hallen unterwegs – nach dem Motto: Immer sportlich bleiben!
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Michael Doetsch

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