Ex-BVB-Profi Lothar Huber ist der Trainer des A-Ligisten VfB Westhofen. © Manuela Schwerte
Fußball-Kreisliga A

Westhofener Trainer Lothar Huber hat vor 44 Jahren Bundesliga-Geschichte geschrieben

Vor ziemlich genau einem Jahr hat der VfB Westhofen mit Ex-BVB-Profi Lothar Huber einen prominenten Mann als neuen Trainer präsentiert. Nach wie vor ist Huber ein gefragter Mann.

Weit über die Schwerter und auch Dortmunder Stadtgrenze hinaus hat der Name des 68-Jährigen immer noch einen guten Klang. Und weil der heutige Westhofener Coach im Januar 1977 als Aktiver in einem historischen Bundesligaspiel eine Hauptrolle spielte, widmete ihm der Kicker in seiner jüngsten Ausgabe eine Doppelseite.

In der Rubrik „Geschichte & Geschichten“ ist dort ein Interview mit Huber erschienen, in dem es hauptsächlich um die Partie des BVB am 15. Januar vor 44 Jahren gegen den Hamburger SV geht. Das Spiel endete damals mit einem 4:4-Unentschieden.

BVB hat viermal einen Rückstand egalisiert

Das Besondere dabei: Es ist die einzige Partie in der Historie der höchsten deutschen Spielklasse, in der eine Mannschaft viermal einen Rückstand egalisierte. Denn der BVB lag mit 0:1, 1:2, 2:3 und 3:4 hinten, schaffte aber jedes Mal den Ausgleich – bis zum 4:4-Endstand.

Und Lothar Hubers Anteil daran? Zunächst unterlief ihm ein Eigentor zum 2:3, das er dann aber mit dem Elfmetertor zum 4:4-Endstand kurz vor Schluss wieder glattbügelte.

Lothar Huber hat 329 Spiele für den BVB absolviert

Natürlich hat Lothar Huber den kuriosen Spielverlauf nicht vergessen – auch wenn er sagt: „Ich habe auch noch ganz andere Spiele in Erinnerung.“ Der Mann, der von 1974 bis 1986 für den BVB die rechte Außenbahn beackert hat und in 329 Erst- und Zweitligaspielen für die Schwarz-Gelben 46 Tore erzielte, hat eben viel erlebt in seiner Karriere – neben dem Aufstieg in die 1. Bundesliga 1976 auch zwei Jahre später das 0:12 bei Borussia Mönchengladbach. Über diese Bundesliga-Rekordniederlage hüllt jeder BVB-Fan am liebsten den Mantel des Schweigens.

Aber auch besagtes 4:4 gegen den HSV gehörte zu den Partien der Kategorie, die man nicht vergisst. „Was machst du denn da?“ habe er nach seinem Eigentor nur gedacht, erzählt Huber. Und dass er vor dem Elfmeter zum 4:4-Ausgleich ganz sicher gewesen sei, „dass ich den reinmache“.

Ein doppelseitiges Interview mit Lothar Huber ist im Kicker erschienen. © Michael Dötsch © Michael Dötsch

Am Schluss des Interviews kommt dann auch noch der VfB Westhofen zur Sprache. „Wir wollen aufsteigen und hoffen, bald wieder auf dem Platz stehen zu dürfen“, sagt Huber zu seinem Trainer-Engagement beim VfB.

Natürlich sei eine Prognose schwierig, weil niemand wisse, wie sich die Corona-Lage entwickelt. Aber die Meinung, die einige Schwerter Trainerkollegen in dieser Woche geäußert haben, die sich einen Abbruch und eine Annullierung der zurzeit unterbrochenen Saison wünschen, teilt Lothar Huber nicht.

Annullierung wäre „einfach schade für die Jungs“

„Die Saison komplett zu Ende zu spielen, wird nicht funktionieren – darüber müssen wir uns keine Gedanken machen. Aber ich würde es sehr begrüßen, wenn es noch möglich wäre 50 Prozent der Spiele zu absolvieren und die Saison dann zu werten“, so der Ex-Profi. Alles Andere wäre „einfach schade für die Jungs.“

Natürlich spielt bei dieser Sicht der Dinge auch der gelungene Saisonstart eine Rolle. Mit vier Siegen und einem Unentschieden steht der VfB in der Dortmunder Kreisliga A1 gut da. Auf der anderen Seite bleibt Lothar Huber mit all seiner Erfahrung gelassen. „Wenn es mit der Saison wegen Corona nicht weitergehen sollte, dann wäre das eben so – wir können es ohnehin nicht beeinflussen. Dann würden wir eben in der nächsten Saison einen neuen Anlauf nehmen.“ Weiterhin mit Lothar Huber als Trainer – ein Mann, der nach wie vor gefragt ist.

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Redaktion Schwerte
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Michael Doetsch

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