Es ist schwer für die Klubs, neue Juniorenspieler kennenzulernen. © Bernd Paulitschke
Jugendfußball

Wie kommt man an gute Jugendspieler ohne Probetraining? „Ein Höchstmaß an Unsicherheit“

Wie kann man Kids bei der Stange halten und gleichzeitig neuen Nachwuchs in den Verein bekommen, ohne ein Probetraining abzuhalten? Vor dieser Aufgabe steht der SC Berchum/Garenfeld.

Seit mehr als eine Woche ist klar. Der FLVW hat die Saison annulliert, es gibt weder Auf- noch Absteiger. Ist damit alles gut? Nicht unbedingt. Der Verband habe maximal lange mit der Entscheidung gewartet, um die Saison doch noch zu Ende zu spielen, erklärte Patric Poggenpohl, Jugendleiter des SC Berchum/Garenfeld. Jetzt feilt der SC an Perspektiven der ambitionierten Jugendteams. In Zeiten von Corona gar nicht so einfach.

Der Saisonabbruch kam nach starkem Saisonstart ungelegen

Vor einem Jahr haben die D- und C-Junioren, auch aufgrund der coronabedingten Saisonabbrüche, den Sprung in die Bezirksliga geschafft. Nach einem mehr als vielversprechenden Saisonstart (D-Junioren Rang 3, D-Junioren Platz 4) kam der aktuelle Saisonabbruch sportlich eher ungelegen. Neben den Aufsteigern standen aber auch die ehrgeizigen A- und B-Junioren gut da, als der Spielbetrieb eingestellt wurde.

„Die Situation ist äußerst schwierig“, so Poggenpohl, der nicht nur die aktuellen Spieler bei der Stange halten, sondern auch neue hinzugewinnen muss. „Früher, also vor Corona, hat man sich bei den Spielen getroffen, sei dann evtl. auch mit den Eltern über den Platz gegangen und hat die Philosophie des Klubs erläutert, etwas über das familiäre Umfeld, über unsere Ausbildung erzählt. Das alles fällt jetzt aus. Stattdessen machen wir Werbung in den Sozialen Medien, auf unserer Homepage. Unter Strich bleibt aber ein Höchstmaß an Unsicherheit.“

Den Schwung in die nächste Saison retten

Um den Schwung in die nächste Saison zu retten, geben die Verantwortlichen alles. „Trainer, Mannschaftsbetreuer und die Jugendkoordinatoren geben ihr Bestes, um mit den Spielern in Kontakt zu bleiben, sie zu motivieren und für ein weitere Perspektive in unserem Verein zu begeistern“, sagt Jugendleiter Poggenpohl. „Dabei müssen wir auch auf dem Radar haben, dass unsere exzellente Jugendarbeit andere Vereine neugierig auf unsere Talente macht. Abgänge zu höherklassigen Teams müssen wir berücksichtigen. Wir arbeiten schon seit Monaten an gezielten Verstärkungen, um unser Ziel, mit allen Jugendmannschaften überkreislich präsent zu sein, zu realisieren.“

Die Perspektiven in Berchum/Garenfeld waren nie besser

„Die Perspektiven waren mit neuen Strukturen, Verzahnung der Jugend mit dem Seniorenbereich, zusätzlichen Sponsoren und zwei neuen Kleinbussen nie besser“, ergänzt der zweite Jugendleiter Ingo Schulze. „Da aktuell kein Probetraining möglich ist, stehen wir aber vor einer echten Herausforderung“, sagt Christoph Schmidt, Jugendkoordinator A-, B- und C- Jugend.

Wer Interesse an einer der Jugendmannschaften des SC Berchum/Garenfeld hat, findet auf der Homepage den richtigen Ansprechpartner. (www.sc-bg.de)

Über den Autor
Freier Mitarbeiter
Ein waschechter Dortmunder, Jahrgang 1957. Vor dem Journalismus lange Jahre Radprofi, danach fast 30 Jahre lang Redakteur bei Dortmunder Tageszeitungen, seit 2015 bei den Ruhr Nachrichten, natürlich im Sport.
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Peter Kehl

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