Über 40 Jahre wurde in der Westhofener Halle Rettelmühle Tennis gespielt - demnächst auch noch? © Michael Dötsch
Tennis

Wird in der Halle Rettelmühle jemals wieder Tennis gespielt? Es ist unklar

Mehr als 40 Jahre lang flogen in der Westhofener Tennishalle Rettelmühle gelbe Filzbälle über die Netze. Coronabedingt ist dies seit mehr als einem halben Jahr nicht mehr der Fall.

Aber wie sieht es in der Rettelmühle aus, wenn die Pandemie-Entwicklung irgendwann mal wieder Hallentennis zulassen wird? Die Antwort kurz und bündig zusammengefasst: Man muss ein großes Fragezeichen setzen – auch wenn es noch Hoffnung auf eine zumindest zeitlich befristete Lösung im Sinne der Sportart gibt.

Rückblende: Im Frühjahr 2020 hatte sich mit Thorsten Horz ein Käufer für die Halle gefunden, der sie mit zwei Geschäftspartnern erworben hatte. Der Plan: Man wollte in die Halle investieren, die dann für die Tennisspieler aus Schwerte und Umgebung in neuem Glanz erstrahlen sollte. Doch Corona durchkreuzte diese Pläne. „Wir haben die Reißleine gezogen“, gab Thorsten Horz Ende Juli schweren Herzens bekannt – die geplanten Renovierungsmaßnahmen waren Makulatur.

Bis zum Beginn des Lockdowns im Herbst

In den Wochen danach wurde in der Rettelmühle nur noch in abgespeckter Form aufgeschlagen und retourniert – bis zum Beginn des Lockdowns im Herbst 2020.

Ein Blick ins Innere der Westhofener Tennishalle Rettelmühle. © Bernd Paulitschke © Bernd Paulitschke

Seitdem sind die Tennishallen in NRW gemäß der Coronaschutzverordnung geschlossen – im Gegensatz zu den benachbarten Bundesländern Hessen und Niedersachsen, wo Hallentennis unter Einhaltung eines Hygienekonzeptes weiterhin möglich war und ist.

Mittlerweile haben Horz und seine Partner die Halle weiterverkauft. Neuer Inhaber ist seit Anfang des vergangenen Monats der Geschäftsführer eines Unternehmens für Industrie- und Kraftwerksreinigung mit Sitz in Bedburg (Rhein-Erft-Kreis). Sonderlich auskunftsfreudig hat sich dieser uns gegenüber bisher nicht gezeigt. Auf die Mail-Anfrage, wozu er die Halle zu nutzen gedenkt, haben wir jedenfalls keine Antwort bekommen.

TGW-Angebot an den neuen Besitzer

Dass das Unternehmen in einer tennis-fernen Branche unterwegs ist, muss aber offenbar nicht zwingend bedeuten, dass die Tennis-Tage in der Rettelmühle gezählt sind. Denn die Tennisabteilung der TG Westhofen, deren Mitglieder in den vergangenen Jahren ein Hauptnutzer der Courts in der Rettelmühle waren, stehen im Austausch mit dem neuen Besitzer. „Wir haben ihm ein Angebot gemacht und sind nun gespannt, wie er darauf reagiert“, sagt TGW-Abteilungsvorsitzender Heiner Möller.

Die Erfahrungswerte vergangener Jahre, die vor allem Eckard Köster als langjähriger Sportlicher Leiter der Westhofener Tennishalle beisteuern konnte, seien die Grundlage für dieses Angebot gewesen, verrät Möller. Mit Detailplanungen werde man sich dann gegebenenfalls später beschäftigen – je nachdem, ob der Daumen des neuen Inhabers nach oben geht oder nicht. „Aber sicher ist, dass wir kein finanzielles Risiko eingehen“, sagt Heiner Möller.

Nach der Vorstellung der Westhofener solle die Vereinbarung „am liebsten über mindestens zwei Jahre mit der Möglichkeit einer Verlängerung“ laufen, erklärt der Vorsitzende – und wartet nun gespannt darauf, ob der potenzielle Vertragspartner sich mit den Vorstellungen der TG Westhofen anfreunden kann. Damit das Kapitel Tennis in der Halle Rettelmühle vielleicht doch noch nicht geschlossen werden muss.

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Redaktion Schwerte
Als Schwerter Sportredakteur seit 2000 auf den Sportplätzen und in den Hallen unterwegs – nach dem Motto: Immer sportlich bleiben!
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Michael Doetsch

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