Bei den Hallenstadtmeisterschaften 2014 konnte sich ein Verein erstmals in der Vereinsgeschichte in die Siegerliste eintragen. © Manuela Schwerte
Hallenfußball-Stadtmeisterschaften

„Zum ersten Mal in der Vereinsgeschichte, einfach unglaublich“

Nach einer 25-jährigen Turniergeschichte gab es bei den Schwerter Hallenfußball-Stadtmeisterschaften 2011 und 2012 überraschende Sieger. Auch 2014 konnte sich ein Verein zum ersten Mal auf den Hallenthron emporschwingen.

Die Stadtmeisterschaft 2014 brachte erneut eine Überraschung hervor. Schon die Endspielkonstellation hatte wohl kaum jemand auf den Zettel. Und so richtig schien im Finale auch zunächst niemand nach der Krone greifen zu wollen.

Die rund 500 Zuschauer in der Alfred-Berg-Sporthalle warteten gespannt auf den Showdown zwischen dem SC Berchum/Garenfeld und den Holzpfosten Schwerte. Doch es passierte lange nichts. Beide Teams tasteten sich minutenlang ab. Erst nach fünf Minuten gab es erste Schüsse auf das Tor der „Pfosten“. Vladimir Kunz und Hüseyin Iskanli konnten den besten Torwart des Turniers, Daniel Otto, jedoch nicht überwinden.

Die Tribüne war gut gefüllt. Die Holzpfosten-Anhänger hofften im Finale auf den Sieg ihres Teams. © Bernd Paulitschke © Bernd Paulitschke

Die wie gewohnt lautstark angefeuerten Holzpfosten gaben sogar erst nach 14 Minuten durch Phillip Oldenburg ihren ersten Torschuss ab. „Es war ein sehr taktisch geprägtes Finale“, meinten beide Trainer nach dem Spiel unisono. 0:0 hieß es nach der regulären Spielzeit – in einem Hallenendspiel, kaum zu glauben.

Leonardo Fazio, später auch zum Hallen-Spezi gewählt, brach in der Verlängerung den Bann. Der Führungstreffer für die Berchum/Garenfelder war das Signal, welches dieses Spiel so dringend benötigte. Nils Klems brachte die Holzpfosten mit dem 1:1 wieder ins Rennen.

In den letzten beiden Spielminuten wurde dann Vladimir Kunz mit zwei Toren zum Matchwinner für den Vorjahresfinalisten aus Garenfeld. Oliver Manz gelang Sekunden vor Schluss nur noch das 2:3, dann brach der Kollektivjubel beim SC Berchum/Garenfeld aus. Zum ersten Mal in der Vereinsgeschichte war der Sportclub Schwerter Hallenstadtmeister.

Zum ersten Mal in der Vereinsgeschichte konnte der SC Berchum/Garenfeld den Siegerpokal emporrecken. © Bernd Paulitschke © Bernd Paulitschke

Erfolgstrainer Frank Henes wusste um die Bedeutung. „Dass wir gewonnen haben, hat es in der Historie noch nie gegeben – das ist ganz toll für den Verein. Ich glaube, wir haben nicht unverdient gewonnen, weil wir vielleicht ein bisschen mehr Chancen hatten als die Holzpfosten“, meinte er. Sein Gegenüber Marvin Waldschmidt musste dies anerkennen. „Dass wir durch zwei individuelle Fehler in Rückstand geraten sind, ist ärgerlich. Aber Garenfeld ist ein verdienter Gewinner“, gab er fair zu Protokoll.

Der Bezirksliga-Aufsteiger aus Garenfeld war ungeschlagen durch das Turnier gegangen. Nur im Halbfinale hatte der SC das Glück auf seiner Seite. In der Neuauflage des Vorjahresfinales hatte sich die Henes-Truppe nach Neunmeterschießen gegen den Titelverteidiger ETuS/DJK Schwerte durchgesetzt.

Neunmeterschießen muss entscheiden

Dabei schien sich Ergün Yildirim zum Matchwinner aufgeschwungen zu haben. Erst rettete er gegen Marcel Katrakazos hinten, dann war er vorne zum 1:0 für die „Östlichen“ zur Stelle. Doch Iskanli glich für den SC in der Schlussphase noch aus. In der Verlängerung brachte dann Fazio die Berchum/Garenfelder in Front, doch Izzet Ceylan glich in letzter Sekunde noch aus. Im Neunmeterschießen parierte ETuS/DJK-Keeper André Haberschuss zweimal, doch sein Gegenüber Patrick Stein konnte gleich drei Schüsse abwehren – der Titelverteidiger war entthront.

Jubel beim SC Berchum/Garenfeld nach dem Sieg nach Neunmeterschießen im Halbfinale gegen den Titelverteidiger ETuS/DJK Schwerte. Vladimir Kunz (3.v.re.) sollte im Finale zum Matchwinner werden. © Bernd Paulitschke © Bernd Paulitschke

Im zweiten Halbfinale durften die Holzpfosten Schwerte nach einem 4:1-Sieg über den Geisecker SV den Finaleinzug bejubeln. Mit einem Doppelpack waren Christoph Ferenc und Phillip Oldenburg die Torschützen. Das zwischenzeitliche 1:1 durch Damian Wielgosz war zu wenig für die „Kleeblätter“.

Den Trostpreis mit Platz drei holte sich der ETuS/DJK dank eines 3:2-Sieges gegen den Geisecker SV. Ergün Yildirim und Sercan Oege brachten die „Östlichen“ zweimal in Führung. Damian Wielgosz, der mit 13 Treffern Torschützenkönig wurde, uns Caner Kavraz glich jeweils aus. Auf das 3:2 durch Dennis Frohn fand Geisecker dann keine Antwort mehr.

Ehrungen (v.li.): Daniel Otto (Holzpfosten) als bester Torwart, Damian Wielgosz (Geisecke) als bester Torschütze und Leonardo Fazio (Berchum/Garenfeld) als bester Spieler bekamen Pokale. © Bernd Paulitschke © Bernd Paulitschke

Doch auf dem Siegerpokal fand letztlich ein völlig neuer Name einen Platz. Mit dem SC Berchum/Garenfeld trug sich der achter Titelträger in der Historie des Turniers ein. Zum großen Matchwinner wurde Vladimir Kunz, der in der Verlängerung zweimal traf. Und der Held des Endspiels konnte sein Glück kaum fassen.

Erst seit vier Monaten wieder fit

„Es ist fantastisch! Stadtmeister! Zum ersten Mal in der Vereinsgeschichte, einfach unglaublich! Ich war ein Jahr verletzt und bin erst seit vier Monaten wieder fit. Heute der Mannschaft mit zwei Toren zu helfen, ist der Hammer“, sprudelte es aus Vladimir Kunz heraus

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Freier Mitarbeiter
Jörg Krause (Jahrgang 1967) ist seit Mitte der 1990er-Jahre als freier Mitarbeiter in der Schwerter Lokalsportredaktion unterwegs. Vor allem in Sachen Fußball ein wandelndes Lexikon.
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