Jannemien Panzlaff (li.) und Zoe Jakob fahren am Wochenende die „Quali“ in Markkleeberg. © Manuela Schwerte
Kanuslalom

Zwei Schwerterinnen machen Jagd auf Nationalmannschafts-Tickets

Normalerweise tummelt sich an diesem letzten April-Wochenende ganz Kanuslalom-Deutschland in Markkleeberg. Wegen Corona ist die „Quali“ in diesem Jahr aber ziemlich abgespeckt.

Nein, ein ganz normaler Wettkampf ist es sicherlich nicht. „Natürlich sind es wegen Corona besondere Umstände. Aber wir dürfen nicht meckern und sind froh, dass wir überhaupt fahren können“, sagt Zoe Jakob.

Die 20-jährige Slalomfahrerin des Kanu- und Surf-Vereins Schwerte (KVS) ist seit Anfang der Woche im sächsischen Markkleeberg, ebenso wie ihre Mitstreiterin Jannemien Panzlaff (18). Die beiden vertreten am Wochenende die KVS-Farben bei den nationalen Qualifikationsrennen im Kanupark Markkleeberg, bei denen in den Kategorien Leistungsklasse und U23 die Tickets für die Nationalmannschaft vergeben werden.

150 namentlich erfasste Personen

Die Wettkämpfe, an denen nur Aktive teilnehmen, die einem Bundeskader angehören, gehen unter strikter Einhaltung eines Hygienekonzeptes über die Bühne. Dieses Konzept beinhaltet unter anderem, dass nur 150 namentlich erfasste Personen (Aktive, Betreuer, Kampfrichter und Offizielle des Deutschen Kanuverbands) vor Ort sein dürfen – also keine Zuschauer. Zudem sind die Qualifikationsrennen für den Nachwuchs (Jugend und Junioren), die normalerweise auch Teil der letzten April-Wochenendes in Markkleeberg sind, ausgegliedert und um einen Monat nach hinten verschoben worden.

So sind es nur Jakob und Panzlaff, die sich aus Schwerte gen Sachsen aufgemacht haben, um sich im Canadier-Wettbewerb (C1) mit sechs Konkurrentinnen zu messen. Auf dem Plan stehen jeweils ein Rennen am Freitag, Samstag und Sonntag. Jede Athletin hat ein Streichrennen, die Addition der beiden anderen Resultate ergibt dann am Schluss das Gesamt-Ranking.

Nominierungskriterien sind kompliziert

Und mit welchen Aussichten steigen die beiden Schwerterinnen ins Boot? „Ich bin ganz entspannt, weil ich weiß, dass ich gut trainiert habe“, sagt Zoe Jakob. Generell sei eine Prognose wegen der besonderen Umstände aber schwierig. Aber mit einer erneuten U23-Nationalmannschafts-Nominierung liebäugelt Jakob schon. Generell sind die Nominierungskriterien für die Nationalteams, die dann im weiteren Saisonverlauf an den Europa- und Weltmeisterschaften teilnehmen dürfen (sofern diese Titelkämpfe stattfinden), recht kompliziert, weil von den acht C1-Starterinnen sieben noch im U23-Bereich startberechtigt sind.

Von diesen ist Jannemien Panzlaff nach ihrem Aufrücken aus dem Juniorinnenbereich in ihrem ersten U23-Jahr eine der Jüngsten. Sie hat sich vorgenommen, „möglichst gut zu fahren und nah dran an den Besten zu sein“, sagt Panzlaff wenige Tage vor ihrem 19. Geburtstag.

Ob es ihr und Zoe Jakob gelingt, die sportlichen Ziele in die Tat umzusetzen? Am Sonntagmittag wird diese Frage beantwortet sein – nach drei Wettkampftagen, die irgendwie anders sind als die Markkleeberger „Quali“-Wochenenden der vergangenen Jahre.

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Redaktion Schwerte
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Michael Doetsch

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