49 Hilferufe an Schulpsychologen kamen aus Schwerte

Schuljahr 2013/14

Lernprobleme, Mobbing, Schulverweigerung - die Gründe, warum Lehrer, Schüler und Eltern die Beratung von Schulpsychologen in Anspruch nehmen, sind vielfältig. Die Zahlen für das vergangene Schuljahr zeigen, dass die Arbeit der Beratungsstelle im Kreis Unna nach wie vor wichtig ist. Auch aus Schwerte kamen Anfragen.

SCHWERTE/KREIS UNNA

, 18.02.2015, 18:18 Uhr / Lesedauer: 2 min

424 Mal waren die sechs Schulpsychologen der Beratungsstelle im Kreis demnach im Schuljahr 2013/14 im Einsatz. Ihr Rat war in verschiedenen Bereichen gefragt. So kamen 102 Anfragen von Lehrern, die selbst Hilfe bei der Gesprächsführung oder beim Umgang mit einzelnen Schülern suchten. In 255 Fällen bezogen sich die Anfragen auf einzelne Schüler, die unabhängig vom Lehrer Probleme hatten. Außerdem unterstützten die Psychologen acht Schulen nach einem Todesfall. Und nicht zuletzt wurden sie um Hilfe gebeten, wenn von Schülern Drohungen ausgingen.

Die meisten Anfragen kamen dabei aus der Stadt Unna mit 101 Beratungen, auch Schwerte liegt im oberen Drittel mit 49 Anfragen. Zur Einordnung: In Schwerte gibt es 5083 Schüler, das macht 9,4 Anfragen je 1000 Schüler, die zweithöchste Quote im Kreis.

"Kommt an allen Schulen gleichermaßen vor"

"Das Hauptproblem sind Teilleistungsstörungen der Schüler", sagt Schulpsychologin Karin Irmscher, die bei der Schulpsychologischen Beratungsstelle des Kreises für die Schulen in Schwerte, Holzwickede und Fröndenberg zuständig ist. Gerade in den Grundschulen seien es Schwierigkeiten beim Erlernen des Lesens, Schreibens oder Rechnens, die den Löwenanteil ausmachen würden. Aber auch Schule schwänzen, Leistungsverweigerung und Mobbing sind Themen, die den Schulpsychologen immer wieder begegnen. "Das kommt an allen Schulen gleichermaßen vor", erzählt Irmscher.

Und auch das Cybermobbing, das zunächst eher an weiterführenden Schulen Thema war, hält mehr und mehr auch an den Grundschulen Einzug. "Die meisten Grundschüler haben mittlerweile ein Smartphone", so Irmscher. Die Technik ist nicht aufzuhalten - umso wichtiger sei die Aufklärungsarbeit. "Viele Lehrer und Eltern wissen nicht, wie sie reagieren müssen", so Irmscher. Vor allem von Grundschullehrern kämen viele Anfragen. Deshalb gebe es mittlerweile Fortbildungsangebote zum Cybermobbing für Lehrer - wodurch diese sensibilisierter seien und genauer hinschauen würden.

Keine besondere Häufung bei einer Schulform

Auffallend ist die Verteilung der Beratungen auf die einzelnen Klassenstufen. Die Zahl der Anmeldungen aus den sechsten Klassen ist mit 51 die größte. Bedeutet das, dass die Sechstklässler am häufigsten Probleme haben? "Das ist eher Zufall", meint Irmscher. Dass viele Anfragen aus dem Bereich der Grundschulen kommen, liege zudem schlicht an der Tatsache, dass diese Schulform die meisten Schulen hat. Mehr Stress durch die Umstellung auf G8 mache sich aber nicht unbedingt bemerkbar.

Abgesehen davon können aber Faktoren wie der Stundenplan für den Stresspegel der Schüler verantwortlich sein - viele Freistunden, ein damit einhergehender langer Schultag und wenig Freizeit können Stress verursachen. Und auch der Druck, der von Eltern ausgeübt wird, kann belastend sein. Stets wichtig sei, dass sie ihr Kind genau beobachten - und sich an die Lehrer wenden, wenn ihnen Veränderungen am Kind auffallen, so Irmscher. "Ich wünsche den Eltern, dass sie einen guten Kontakt zur Schule halten."

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