Abschneiden und mitnehmen: In Schwerte gibt es jetzt „Kräuter to go“

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Das Kräuterbeet im Vorgarten von Carsten Rieck und Anja Lorenz ist dicht bepflanzt. Aber sie wollen es nicht für sich alleine haben, sondern lieber teilen. Viele Schwerter haben Hemmungen.

Holzen

, 14.07.2020, 14:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Minze, Oregano, verschiedene Sorten Thymian, Rosmarin, Majoran – eigentlich haben Carsten Rieck und Anja Lorenz in ihrem Vorgarten alles, was einen guten Kräutergarten ausmacht. Aber sie würden am liebsten alles davon abgeben.

Seit etwa zwei Wochen sind die Beete im Vorgarten an der Friedrich-Hegel-Straße in Holzen neu gestaltet. Das Kräuterbeet und kleinere Obstbäume sind frisch gepflanzt worden. Wer davorsteht, blickt aber zuerst auf die große Wildblumenwiese, die rot, gelb und lila blüht und haufenweise Hummeln und Schmetterlinge trägt.

„Wer etwas braucht, soll es sich einfach abschneiden.“

Doch zurück zum Kräuterbeet: Der Tagesvater und seine Lebensgefährtin wollen, dass alle Schwerter von der Frische in ihrem Vorgarten profitieren. „Es ist ein Kräutergarten to go“, erklärt Carsten Rieck. „Wer ein paar Stengel frische Kräuter braucht, der darf sich hier einfach etwas abschneiden.“

An der Friedrich-Hegel-Straße 90 gibt es frische Kräuter zum Mitnehmen.

An der Friedrich-Hegel-Straße 90 gibt es frische Kräuter zum Mitnehmen. © Aileen Kierstein

Seit einem Jahr wohnt das Paar in dem Haus an der Friedrich-Hegel-Straße 90. Hinten im Garten gab es schon lange ein Kräuterbeet und auch verschiedene Beerensträucher und Bäume. „Wenn die Kinder davorstehen, mit großen Augen beobachten, wie alles wächst und dann hier und da probieren – das ist so toll, das wollten wir gerne allen ermöglichen“, sagt der 44-Jährige. Der Traum: „Wir schauen aus dem Küchenfenster und sehen naschende Kinder im Vorgarten an den Stachel- und Johannisbeeren.“

Aber im begehbaren Vorgarten soll es eben nicht nur im Kinder gehen. Alles sei für alle gedacht.

Kräuterbeet für die Allgemeinheit wird noch nicht angenommen

Doch bislang sei noch niemand auf das Angebot eingegangen, so Anja Lorenz: „Es war noch niemand hier, das ist natürlich schade. Wahrscheinlich muss sich das Konzept erst etablieren, bevor es akzeptiert wird. Immerhin muss man ja offensiv auf unser Grundstück laufen. Aber das sollen bitte alle gerne machen!“

So sieht die Wildblumenwiese vor dem Haus von Carsten Rieck und Anja Lorenz aus.

So sieht die Wildblumenwiese vor dem Haus von Carsten Rieck und Anja Lorenz aus. © Aileen Kierstein

So könne man die Kräuter teilen und müsse nicht für die kleinen benötigten Mengen in den Supermarkt gehen. Mit verschiedenen Tafeln und bunten Kreideschriftzügen in der Einfahrt soll der Vorgarten noch einladender wirken.

Die Insektenwiese vorne am Gehweg hingegen , die habe schon ordentlich polarisiert, berichtet Carsten Rieck. Immer wieder blieben Leute stehen, um Hummeln und Schmetterlinge zu beobachten. Anderen hingegen sei die eingesäte Mischung zu wild für einen Vorgarten.

„Wenn jetzt das Kräuterbeet ähnlich viel Aufmerksamkeit bekäme, wären wir glücklich“, so Rieck. „Wir geben nicht auf und sind uns sicher, dass wir im kommenden Jahr dann einige Besucher hier haben werden.“

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