Die Reihe der „Abständchen"-Konzerte des Marienkrankenhauses mit der Gruppe &Band endete am vierten Adventssonntag am Klinik-Standort Schützenstraße. © Manuela Schwerte
Marienkrankenhaus Schwerte

„Abständchen“-Reihe: Auf dem Lkw kamen Weihnachtslieder zu den Kranken

Kein Besuch, kein Liedersingen, kein Gottesdienst: Die Coronakrise belastet die Patienten des Marienkrankenhauses im Advent. Als Ausgleich spielte die Gruppe &band draußen vor den Fenstern.

Teelichter flackerten in Butterbrotstüten, die dicht an dicht auf dem Rasen aufgestellt waren. Wer aus den Fenstern des Bettentrakts hinunterschaute, blickte auf ein riesiges Herz herab. Es leuchtete wie ein Symbol für eine Aktion, die von Herzen gemacht war und die Herzen erwärmen sollte in dieser ansonsten so tristen Vorweihnachtszeit: Weihnachtslieder – klassische wie poppige – haben die „Abständchen“-Konzerte zu Patienten und Mitarbeitern des Marienkrankenhauses gebracht.

Der Musiker Stefan Käßner hat die Reihe konzipiert

Mit der vierten Auflage endete am Wochenende an der Schützenstraße die kleine Reihe, die an alle Adventssonntagen jeweils abwechselnd draußen vor einem der beiden Klinik-Standorte erklungen war. „Die Reaktion der Patienten war außerordentlich gut“, sagt Krankenhaus-Sprecher Detlev Schnitker. Anfang November habe man in einer kleinen Arbeitsgruppe überlegt, was man für die Kranken angesichts des Besuchsverbots in der Coronakrise tun könne.

Seine Kollegin Vera Östevik vom Veranstaltungsmanagement, die schließlich auch alles organisierte, habe den Kontakt zu dem Schwerter Musiker Stefan Käßner hergestellt. Der hatte die nicht-öffentliche Reihe konzipiert. Das Trio &Band – zu dem auch noch Stefan Breuer und Matthias Möller gehörten – gab an jedem Termin zwei 45-minütige Auftritte. In der Pause wurde der Standort gewechselt, damit möglichst viele Patienten von ihren Zimmerfenstern aus zuschauen konnten.

Die Gruppe &Band gab an jedem Adventssontag zwei 45-minütige Auftritte und wechselte dazwischen immer den Bühnenort.
Die Gruppe &Band gab an jedem Adventssontag zwei 45-minütige Auftritte und wechselte dazwischen immer den Bühnenort. © Manuela Schwerte © Manuela Schwerte

Der Umzug der Band wurde einfacher, weil die für das Marienkrankenhaus tätige Security-Firma einen Pritschen-Lastwagen als rollende Bühne zur Verfügung stellte. Einmal kletterten die Musiker mit ihren Instrumenten aber auch auf das Vordach der Klinik an der Goethestraße.

Lichtkünstler Jörg Rost sorgte jeweils mit seinen bunten Scheinwerfern dafür, dass alles in stimmungsvolles Licht gesetzt wurde. Einen kleinen Eindruck davon vermittelte Detlev Schnitker immer mit einem kurzen Video, das er für den Facebook-Kanal des Hauses aufzeichnete.

Für Heiligabend wurde ein ökumenischer Gottesdienst aufgezeichnet

Das große Heiligabend-Singen auf den Fluren ist in diesem Corona-Jahr leider nicht möglich – genauso wie der sonst übliche Gang von Betriebsleitung und Pfarrer Peter Iwan von Zimmer zu Zimmer. Auch der gemeinsame Gottesdienst in der Krankenhaus-Kapelle muss ausfallen.

Dort hat Detlev Schnitker aber einen ökumenischen Gottesdienst der Krankenhaus-Seelsorger Ulrike Nagel und Matthias Hoof aufgenommen, der Heiligenabend ab 10 Uhr in die Fernsehkanäle der Klinik eingespeist wird. Um per Video-Telefon Kontakt nach draußen aufzunehmen, stehen zudem für Patienten iPads bereit. Und am Weihnachtsmorgen ist eine kleine Überraschung geplant.

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Redaktion Schwerte
Reinhard Schmitz, in Schwerte geboren, schrieb und fotografierte schon während des Studiums für die Ruhr Nachrichten. Seit 1991 ist er als Redakteur in seiner Heimatstadt im Einsatz und begeistert, dass es dort immer noch Neues zu entdecken gibt.
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